Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  6. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  7. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  8. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  14. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  15. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“

Apocalypto

7. Dezember 2006 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mel Gibsons Film erzählt vom Untergang der Maya-Kultur, der wesentliche Parallelen zu unserer Zeit aufweist. Von Franziskus von Ritter-Groenesteyn.


München (www.kath.net)Father Jonathan, der schon die Passion Christi betreut hatte, äußerte sich kürzlich zu Mel Gibsons neuem Film „Apocalypto“ auf seiner Blogseite bei Foxnews folgendermaßen: „Mel Gibson did it again!“. Er hat es wieder getan. Doch was hat Mel Gibson wieder getan?

Der Film ist eine opulent in Szene gesetzte Momentaufnahme gegen Ende der geheimnisvollen Mayakultur. Ihre Hochblüte liegt bereits Jahrtausende zurück. Das Drehbuch folgt dem klassischen Dreiakter-Prinzip: Dorfleben, Weg in die Gefangenschaft, Flucht. Soweit nichts Außergewöhnliches.

Es sei denn, man will die mit großer Liebe zum Detail verfertigten Gewänder, die beeindruckenden Stadt-Kulissen einer langverschollenen Epoche oder die meisterhafte schauspielerische Darbietung all der unbekannten Laienschauspieler, allen voran Rudy Youngblood in der Rolle des flüchtigen Pranke-des-Tigers als außergewöhnlich begreifen. Doch das hatte Father Jonathan wohl nicht im Sinne. Er wollte tiefer blicken.

Das was Gibson getan hat, ist dem Film Profil zu verleihen, ihm eine Botschaft an den Zuschauer mit auf den Weg zu geben, die berührt; nicht stehenzubleiben bei 08/15-Unterhaltung, die man bei Verlassen des Kinos bereits wieder vergessen hat. Gibson: „Die Leute wollen große Geschichten, Geschichten, die ihnen etwas sagen und die sie emotional wie spirituell berühren.“

Wie hat Gibson das getan? Einige Beispiele: Er hat es getan im Bild der unbekümmerten aber ehrlichen Dorfgemeinschaft, er hat es getan im fürbittenden Gebet der in Fesseln liegenden Mutter für die elternlos zurückbleibenden Kinder, er hat es getan im prophetischen Spruch eines kranken Kindes über das Ende der Zeiten, und er hat es getan im Zuspruch an den Sohn im Angesicht des Todes: „Hab keine Angst!

Auch wenn die Geschichte in einer anderen Kultur, mit anderen Göttern und anderen Vorstellungen der Welt spielt, ist der christliche Unterton überall zu finden. Das ist es, was Gibson getan hat.

Dieses „Non avete paura!“, das zu Beginn des Pontifikats von Johannes Paul II. stand, wird uns zugesprochen durch Blitzender-Himmel, den weisen Vater von Pranke-des-Jaguar. Die Tapir-Jagd ist soeben beendet, die Beute mehr oder weniger gerecht verteilt, da kommen ihnen Menschen entgegen, deren Gesichter nur von einem gezeichnet sind: Angst.

Es ist die Ur-Angst, die in jedem von uns steckt, es ist die Angst vor dem unausgesprochenen Bösen, das später in grausamer Weise die Mayas verkörpern werden. Diese Angst erfasst auch Pranke-des-Jaguar. Doch Blitzender-Himmel macht ihm klar, dass Angst unfrei macht, einen einsperrt und die Seele vergiftet.

Im Laufe des Filmes gerät Pranke-des-Jaguar immer wieder in verschiedene Angst auslösende Situationen, doch dank der weisen Worte seiner Vaters, lernt er, sie zu besiegen. Blitzender-Himmel ruft ihm zu, was uns auch Gott in der Bibel immer wieder zuruft: „Hab keine Angst!“ – selbst dann, als sich sein Leben angesichts seiner triumphierenden Feinde und des ohnmächtig in seinen Würgefesseln gefangenen Sohnes auf dem blutgetränkten Urwaldboden unwiederbringlich verströmt.

Dieses „Hab keine Angst!“, das übrigens insgesamt 365 Mal in der Bibel steht – so als wolle es uns Gott für jeden Tag des Jahres neu zurufen –, durchzieht den Film wie ein roter Faden. Eigentlich sollte dieser Satz am Anfang des Filmes stehen. Doch wollte Gibson vermutlich bewusst diesmal jeden biblischen Bezug wegen der Kritiker vermeiden.

Er konzentriert er sich auf einen Ausspruch des zeitgenössischen Philosophen Will Durant: „Eine überragende Kultur kann nicht von außen her erobert werden, so lange sie sich nicht von innen her selbst zerstört hat.“

Was wir im Film in grandiosen, episch anmutenden Bildern zu sehen bekommen, ist das letzte manirierte Aufbegehren eine sterbende Kultur. Maya Experte Dr. Hansen: „ Dieser Film erweckt die Vergangeheit zu neuem Leben, wie kaum ein anderer zuvor.“

Die Kultur des Todes spiegelt sich überall wider, nicht nur in den unzähligen Menschenopfern, deren Bilder an den Holocaust denken lassen oder an die Zahl täglich abgetriebener und achtlos weggeworfener Corpsi. Sie spiegelt sich auch wider in der zerstörten Natur weitflächig gerodeter Wälder, von Pilzbefall vertrockneter Felder und und den von Krankheit und Dekadenz gezeichneten Gesichtern ihrer Bewohner.

Der im Iran geborene Autor Safinia machte bei seinen Drehbuch-Recherchen zu den Ursachen für den Untergang der Mayas zusammen mit Gibson eine interessante Entdeckung: „Wir entdeckten, dass das, was führende Archäologen für die wesentlichen Ursachen des Untergangs der Mayakultur halten, erstaunliche Parallellen zu unserer Zeit aufweist: Raubbau an der Natur, exzessives Konsumverhalten, politische Korruption.“

Und man möchte im Stillen eine weitere Parallelle hinzufügen, die heute niemand gerne hört: Menschenopfer! Der sehenswerte Film, der angesichts der kürzlichen medienwirksamen Fehltritte von Gibson eine Oscarwürdigkeits-Diskussion ausgelöst hat, kommt in Deutschland und Österreich am 14./15.Dezember in die Kinos.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Film

  1. Warum Mel Gibson sich entschlossen hat, ‚Die Passion Christi‘ zu drehen
  2. US-Schauspieler David Henrie sieht ‚neue Renaissance‘ für religiöse Themen in Hollywood
  3. Warteschlangen vor den Kinos: Der Film „Sacré Coeur“ bricht in Frankreich Zuschauerrekorde!
  4. Zehn Jahre ‚Sehnsucht der ewigen Hügel‘
  5. Angel Studios bringen Film mit Jonathan Roumie und Kevin James in die Kinos
  6. Dreharbeiten zu Mel Gibsons ‚Die Auferstehung des Christus‘ sollen im August in Rom beginnen
  7. Netflix kündigt neuen Film der Reihe ‚Die Chroniken von Narnia‘ für 2026 an
  8. Dokumentation über Papst Benedikt XVI. gewinnt Emmy
  9. Die fünf beliebtesten katholischen Filme
  10. ‚Die Passion Christi: Auferstehung’ – Dreharbeiten sollen 2025 beginnen







Top-15

meist-gelesen

  1. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  2. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  3. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  4. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  5. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  6. Apostolisch und nix anderes
  7. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  8. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  9. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  10. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  13. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  14. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  15. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz