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Vatikan-Außenminister zieht positive Bilanz seiner Moskau-Reise

31. August 2026 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Erzbischof Gallagher: Nach Russland gereist, "um von Frieden zu sprechen und um jene zu ermutigen, die wegen des Krieges beunruhigt sind"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der vatikanische Außenminister Paul Richard Gallagher hat eine positive Bilanz seiner fünftägigen Moskaureise in der vergangenen Woche gezogen. In einem Interview mit dem Portal "Vatican News" bekräftigte der Erzbischof die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung in dem seit 2022 andauernden Krieg.

Er sagte: "Wir wissen sehr gut, dass historisch gesehen alle Kriege mit Verhandlungen und einem Abkommen enden und dass dann damit begonnen wird, die Beziehungen zwischen den ehemaligen Kriegsparteien wiederherzustellen. In diesem Sinne bietet und verspricht die Diplomatie eine mögliche Lösung."

Auch Russen sehen sich nach Frieden

Der Außenbeauftragte des Papstes deutete an, dass es auch auf russischer Seite Gesprächspartner gebe, die ein Ende des Krieges herbeisehnten. Sie wolle man unterstützen. Er sei nach Moskau gereist, "um von Frieden zu sprechen und um jene zu ermutigen, die wegen des Krieges beunruhigt sind", sagte Gallagher. "Ihnen sagen wir: 'Habt Mut, schlagt den Weg des Friedens ein; habt die Hoffnung, an bessere Tage zu glauben.'"


Zur Rolle der vatikanischen Diplomatie im russisch-ukrainischen Krieg sagte Gallagher: "Der Heilige Stuhl geht nicht auf Einzelheiten der Verhandlungen ein und schlägt auch keine technischen Lösungen vor, da dies in der direkten Verantwortung der kriegführenden Parteien liegt. Der Heilige Stuhl (...) ruft dazu auf, guten Willen zu zeigen, um ernsthaft einen Dialog in Gang zu bringen."

"Wir tun, was andere derzeit nicht tun"

Dabei wendet er sich sowohl an die Russische Föderation als auch an die Ukraine und an andere Länder und fordert, "dass keine Mühen gescheut werden, um Raum für den Dialog zu schaffen". Der Vatikan tue "das, was andere derzeit nicht tun, und lädt ein zu überlegen, ob die bisher eingeschlagenen Strategien die Ergebnisse hervorbringen, die es braucht, um die Tragödie zu beenden".

Der britische Kurienerzbischof betonte die Bedeutung humanitärer Aktionen. In diesem Bereich leiste der Heilige Stuhl bereits seit langem seinen Beitrag. Dieses Engagement werde sehr geschätzt. 

In Moskau hatte Gallagher in einem Pressestatement erklärt, der Heilige Stuhl biete zudem seine "guten Dienste" an, um Wege zu neuen Verhandlungen für einen Frieden im Ukraine-Krieg zu öffnen. Dazu erklärte er nun: "Es scheint, als sei eine direkte Einbindung unserer diplomatischen Vertretungen nicht erwünscht. Dennoch wurde die Geste gewürdigt - die Tatsache, dass wir uns nicht aus der Verantwortung ziehen."

Schnittmengen mit dem orthodoxen Außenamt

In dem Interview ging Gallagher auch auf seine Begegnung mit dem Leiter des Außenamtes des russisch-orthodoxen Patriarchats, Metropolit Antonij, ein. Er sprach von einem "sehr herzlichen, geschwisterlichen Verhältnis". Und weiter: "Es war ein sehr ermutigendes Treffen, das gezeigt hat, dass wir sehr viele Dinge teilen, auch wenn wir in einigen Fragen unterschiedliche Ansichten haben."

Schließlich würdigte Gallagher seine Begegnungen mit den Angehörigen der römisch-katholischen Minderheit in Russland, die er als Brückenbauer in der russischen Gesellschaft bezeichnete. Das einzige Treffen in Moskau, zu dem er sich nicht äußerte, war die Begegnung mit Putins außenpolitischem Chefberater Juri Uschakow. Es fand am Donnerstag im Büro des Beraters statt; ursprünglich war es für Mittwoch angekündigt. Auch von russischer Seite gab es zu dem Treffen keine Erklärung.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Erzbischof Gallagher (c) Vatican Media


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Lesermeinungen

 Anaximander Ansorg 1. September 2026 
 

Dank!

Vielen Dank für diesen sehr wichtigen und umfangreichen Abschlussbericht. Ich weiß nur nicht genau, was seine Exzellenz mit "Brückenbauer" meint. Alle Orthodoxe sind für mich Mitchristen im vollständigen Sinne, und sind bei mir in meinem Haus - ganz ohne Brücke - immer willkommen.


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