Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  4. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  8. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  9. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  10. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  11. „Das Ende von Maria 2.0“
  12. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  13. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  14. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  15. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein

Ein Schlag ins Gesicht: Wenn der Schutzengel zur Rüge greift

5. September 2026 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die heilige Franziska von Rom durfte ihren Schutzengel in sichtbarer Gestalt schauen. Doch der himmlische Begleiter spendete nicht nur Trost – er korrigierte sie mit unerbittlicher Strenge, wenn das Gespräch frivol oder klatscherfüllt wurde.


Rom (kath.net/gem/rn) Im modernen Glaubensbewusstsein wird der Schutzengel oft primär als sanfter Tröster, unsichtbarer Beschützer vor Gefahren oder als liebevoller Begleiter auf Lebenswegen wahrgenommen. Die katholische Tradition und die Berichte der großen Hagiographie zeichnen jedoch ein weitaus vielschichtigeres Bild eines Schutzengels. Das Leben der heiligen Franziska von Rom (Francesca Romana, 1384–1440), deren Gedenktag die Kirche am 9. März begeht, bietet hierzu eines der faszinierendsten und zugleich eindringlichsten Zeugnisse der Kirchengeschichte.


Franziska von Rom, eine adlige Römerin, Mutter und Gründerin der Oblatinnen vom Kolosseum, war mit einer im Leben der Heiligen seltenen Gnade beschenkt: Nach dem Verlust zweier ihrer Kinder im Zuge der Pest trat ihr Schutzengel in ständiger, sichtbarer Gestalt an ihre Seite. Er erschien ihr als Knabe von wunderbarer Schönheit, gekleidet in ein lichtvolles Gewand, dessen Glanz ihr selbst in tiefster Dunkelheit Führung und Orientierung schenkte.

Wie ihr Beichtvater und Biograph Giovanni Mattiotti im Detail dokumentierte, war die Gegenwart des Engels jedoch keineswegs bloß eine ästhetische Tröstung. Der Himmelsbote erwies sich als kompromissloser geistlicher Erzieher, der Franziska auf dem schmalen Pfad der Vollkommenheit schulte und selbst kleinste Nachlässigkeiten im Alltagsleben nicht unduldet ließ.

Eine der bekanntesten Überlieferungen aus ihrem Leben schildert eine Begegnung in gesellschaftlicher Runde. Franziska befand sich in einer Zusammenkunft unter Römerinnen, bei der das Gespräch rasch vom Erbaulichen ins Frivole abglitt. Eitles Gerede, müßige Wortgefechte und wohl auch subtiler Klatsch machten sich breit. Aus menschlicher Rücksichtnahme und dem Wunsch, die Anwesenden nicht vor den Kopf zu stoßen, unterbrach Franziska die Unterhaltung weder noch verließ sie den Raum.

Die Reaktion ihres himmlischen Begleiters folgte auf dem Fuße: Der Schutzengel verpasste ihr eine so heftige und Verweis erteilende Ohrfeige, dass der Klang des Schlages im gesamten Raum unüberhörbar war. Die umstehenden Damen erschraken zutiefst und bemerkten die deutliche Rötung auf Franziskas Wange – ohne jedoch die physische Gestalt des Engels wahrzunehmen.

"Der Engel duldete nicht die geringste Unachtsamkeit oder menschliche Rücksichtnahme. Wenn Franziska sich an eitlem Klatsch beteiligte oder ihn schweigend duldete, traf sie die väterliche Korrektur des Himmels – auf dass ihre Seele unbefleckt bliebe."

Aus den historischen Aufzeichnungen ihres Beichtvaters Giovanni Mattiotti

Für Franziska war die Botschaft glasklar: Das Schweigen aus Angst vor menschlicher Ablehnung oder Unhöflichkeit war in den Augen Gottes eine Form der Mittäterschaft an der Sünde der Zunge. Die sichtbare Spur auf ihrer Wange blieb für mehrere Tage erhalten – als physisches Mahnmal und als heilsame Rüge.

Aus der Perspektive der katholischen Mystik und Aszese lässt sich diese Episode keineswegs als Akt bloßer Härte missverstehen. Sie offenbart vielmehr die Tiefe der Läuterung, die Gott jenen Seelen angedeihen lässt, die Er zu einer besonderen Intimität mit Sich beruft:

Verantwortung der Sprache: Das Wort ist eine heilige Gabe. Der Verzicht auf die Teilnahme an Verleumdung oder leerem Geschwätz fordert oft Mut zur Konfrontation oder zum konsequenten Rückzug.
 


Sieg über menschliche Rücksichtnahme: Die Sorge um das Urteil der Menschen steht nicht selten dem klaren Bekenntnis zu Gottes Wahrheit im Weg. Der Engel erinnerte Franziska daran, dass Gottes Wohlgefallen stets vor menschlicher Gefälligkeit rangiert.

Erzieherische Rolle der Schutzengel: Der Katechismus der Katholischen Kirche erinnert daran, dass Schutzengel den Glaubenden nicht nur behüten, sondern auch als Fürsprecher und geistliche Lehrer wirken.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Paddel 5. September 2026 

Kopf, Ellbogen, Schienbein... angeschlagen

Im Alltag passieren immer wieder so kleinere schmerzhafte Zwischenfälle/Mißgeschicke, da denke ich dann manchmal, ok, ich nehms an für meine kleineren und größeren Unterlassungssünden...

Körperliche oder Seelische Gewalt ist aber stets zu vermeiden im zwischenmenschlichen Umgang, wenn man nicht aus Notwehr handeln muss. Logisch.


0
 
 gebsy 5. September 2026 

@Psalm1

Genau das denke ich mir auch immer wieder!
Die umgehende Antwort des Schutzgeistes:
"Meine Intervention würde deine Verdienste vor Gott schmälern" ...


0
 
 Psalm1 5. September 2026 
 

Ach, Ich würde mir wünschen, dass mein Schutzengel bei Bedarf auch mal korrigierend eingreift. Wobei, es muss ja nicht gleich eine schallende Ohrfeige sein. Ein dezenter Tritt vors Schienbein tut es vielleicht auch .. ?


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  3. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  4. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  5. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  6. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  7. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  8. Initiative Pro Fide Ecclesiae richtet dringenden Appell an deutsche Bischöfe
  9. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  12. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“
  13. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  14. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  15. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz