
US-Vizepräsident Vance legt Buch über seinen katholischen Glauben vorvor 4 Stunden in Buchtipp, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Buch "Communion" enthält auch Beschreibung der Begegnung von Vance und seiner Familie mit Papst Franziskus im Vatikan am Tag vor dessen Tod im April 2025.
New York/Rom (kath.net/KAP) US-Vizepräsident James David Vance legt in einem in dieser Woche im Verlag HarperCollins erschienenen Buch "Communion - Finding My Way Back to Faith" seinen Weg zum katholischen Glauben dar. Neben seiner Kindheit und Jahrzehnten in einem evangelikalen und später atheistisch-liberalen Umfeld beschreibt der 41-Jährige darin die Faszination, die später der katholische Glaube auf ihn ausübte - und bis heute ausübt.
Das Buch enthält auch eine Beschreibung der Begegnung von Vance und seiner Familie mit Papst Franziskus im Vatikan am Tag vor dessen Tod im April 2025. Ferner streift Vance wichtige Stationen der eigenen Biografie, von der Familie über die Zeit beim Militär und als Student bis hin zu seiner überraschenden Karriere als Bestseller-Autor und Politiker.
Über die katholische Kirche schreibt er: "Zu den Dingen, die ich an meiner Kirche bewundere, gehört die Tatsache, dass grundlegende Fragen der Lehre sich nur sehr selten ändern, und das auch nur nach einem langen, mühsamen Prozess, der viele kirchliche Instanzen involviert. Deshalb fühlt sich Katholizismus stabiler an, was eine Reihe junger Konvertiten anzieht, mit denen ich gesprochen habe, und die im Chaos des modernen Lebens einen tiefen Sinn suchen."
Als entscheidende Stationen auf dem Weg zum Glauben nennt Vance unter anderem Gespräche mit zwei intellektuellen Dominikanerpatres in Washington, die Geburt des ersten Sohnes und ein Erlebnis in einer weitgehend leeren Kathedrale in Burgund. Dort habe er die ganze, lange und spannungsreiche Geschichte der katholischen Kirche gespürt. Er schreibt über seine Erkenntnis in diesem Moment: "Und doch, die Kirche, dieses Gebäude und die Gemeinschaft der Gläubigen, hat all das überdauert." Bald danach bat er um die Taufe. 
Kritik an Vatikan-Diplomatie beim Thema Migration
Zu den zeitgeschichtlich interessantesten Passagen des Buchs gehört eine Schilderung seines Besuchs im Vatikan zu Ostern 2025 im Vatikan. Über sein damaliges Treffen mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und weiteren Vatikandiplomaten ist er an einem Punkt eher enttäuscht. Diese hätten beim Thema Migration nicht sehr klar gesprochen: "Was sie sagten, war zu abstrakt, um hilfreich zu sein."
Er selbst, so Vance, hätte Kontroversen nicht gefürchtet, war nach eigenem Bekunden aber "überrascht, dass eine der wenigen Instanzen mit moralischer Autorität und globaler Perspektive in der Frage der Migration so ängstlich schien, etwas Kontroverses zu sagen, dass sie lieber im Endeffekt gar nichts sagte".
Da sei ihm Papst Franziskus, den er noch am Tag vor dessen Tod im Vatikan traf, lieber gewesen. Die Ablehnung mancher konservativer Katholiken gegenüber Franziskus habe er, Vance, nicht geteilt, selbst da, wo man unterschiedlicher Meinung war. Denn: "Er war der Papst, Donald Trump der Präsident und ich der Vizepräsident. Wir hatten unterschiedliche Rollen, und mir waren seine klaren Mahnungen lieber als die vagen Dinge, die ich im Vatikan zu hören bekam."
Link zum kath.net-Beitrag: „US-Vizepräsident Vance kündigt Buch über seinen persönlichen Rückweg zum katholischen Glauben an – Sein zweites Werk ‚Communion: Finding My Way Back to Faith‘ wird im Juni veröffentlicht – Spannend obendrein: Die Veröffentlichung eines Buches gilt in den USA als typischer Schritt vor einer Präsidentschaftskandidatur.“
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