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Vatikan untersucht Rolle eines Bischofs nach Missbrauch in Sizilien

22. Jänner 2025 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Bischof und Generalvikar der Diözese Piazza Armerina stehen demnächst wegen möglichen Meineids vor Gericht


Rom (kath.net/KAP) Missbrauchsvertuschung, ein Gerichtsverfahren wegen Meineids, zahlreiche Proteste von Katholiken der sizilianischen Diözese Piazza Armerina: Nun untersucht offenbar auch der Vatikan den Fall um den beschuldigten Bischof Rosario Gisana und weitere Verantwortliche der Diözese. Wie die Tageszeitung "Giornale di Sicilia" (Dienstag) berichtete, beauftragte der Vatikan einen norditalienischen Bischof, der Mitte Jänner in der betroffenen Gemeinde Enna Befragungen durchführte. Dieser Apostolische Visitator werde seine Erkenntnisse dem Papst mitteilen.


Im Mai sollen sich Bischof Gisana und Generalvikar Vincenzo Murgano wegen möglichen Meineids vor dem weltlichen Gericht in Enna verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, in einem anderen Gerichtsverfahren, in dem ein Priester der Diözese wegen sexueller Gewalt gegen Minderjährige zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, gelogen zu haben.

In der Urteilsbegründung dieses Verfahrens hatte das Gericht Ende Juli 2024 zudem festgestellt, dass der zuständige Bischof jedwede ernsthafte Initiative zum Schutz von Minderjährigen unterlassen und sein Verhalten Missbrauch begünstigt habe. Er sei deshalb mitverantwortlich für Versuche, Missbrauch durch Geistliche zu vertuschen.

Wütende Gläubige

Bereits 2018 hatte eines der mutmaßlichen Opfer des Priesters diesen bei der Diözese angezeigt. Der Geistliche wurde anschließend versetzt - nach Diözesanangaben auch zur psychotherapeutischen Behandlung. Ein kirchliches Ermittlungsverfahren scheiterte an unklaren Zuständigkeiten, 2020 zeigte das Opfer den Priester bei der Polizei an.

Nach der Urteilsverkündung im letzten Sommer hatte es mehrere Proteste von Katholiken der Diözese gegen Bischof und Verantwortungsträger gegeben. Gläubige verließen Messen und demonstrierten vor den Kirchen mit Plakaten, unter anderem mit der Aufschrift "Ich akzeptiere keine Predigten von denen, die Missbrauch vertuschen".

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