Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  3. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  4. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  5. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  6. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  7. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  11. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  12. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  13. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  14. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  15. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf

Literaturnobelpreisträger Fosse: Über Umwege zum Katholizismus

27. November 2024 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Norweger mit Zweitwohnsitz Hainburg im Interview mit "Der Sonntag": "Schon seit meinem ersten Stück gab es eine religiöse Dimension in meinem Schreiben"


Wien (kath.net/KAP) Der norwegische Literaturpreisträger Jon Fosse hat in seinem Schreibprozess zum Katholizismus gefunden. "Mir fiel etwas ein, und ich wusste nicht, woher es kam. Mein Geist öffnete sich für das, was man im katholischen Kontext die unsichtbaren Dinge nennt", beschrieb Fosse seine "spirituelle Suche" im Interview mit der Quartalszeitschrift der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag". Nachdem er als Teenager der norwegischen Kirche den Rücken gekehrt hatte, führte die Lektüre von Meister Eckhart den 65-Jährigen, einst Atheist und dann Quäker, zum Katholizismus. Er teile die geistliche Haltung des damals als Häretiker verurteilten Denkers und Dominikaners und sei kein Dogmatiker, wie er betonte: "Nur das Mysterium des Glaubens zählt, und dass du versuchst, Teil davon zu sein."

Seit einigen Jahren hat Fosse seine "zweite Heimat" im niederösterreichischen Hainburg gefunden. Dort schrieb er unter anderem nachts an seiner international gefeierten "Heptalogie". Heuer fand sie mit dem Roman "Ein neuer Name", der eine Gottsuche zum Thema hat, zu ihrem Abschluss. "Schon seit meinem ersten Stück gab es eine religiöse Dimension in meinem Schreiben", erklärte Fosse im Interview mit "Der Sonntag". Obwohl er zum Zeitpunkt der ersten Produktion seines Stücks noch kein Katholik gewesen sei, habe ein schwedischer Kritiker gemeint, "dass der Schriftsteller ein Katholik sein muss". Der Grund sei seine "mystische Seite", die mit dem Prozess seines Schreibens einhergehe.


"Gentle testimony of faith"

Sein konzentriertes Schreiben verglich Fosse mit dem konzentrierten Beten von Menschen, die er in Kirchen und Kathedralen auf seinen Reisen gesehen habe. "Das hat mich tief beeindruckt. Das kann man sich in einer protestantischen Kirche nicht vorstellen", so der 2013 zum Katholizismus konvertierte Christ, der sich eingehend mit Theologie und der Geschichte der Kirche beschäftigte. "Aber das ist nicht der Kern. Das Zentrum ist das Geheimnis des Glaubens. Alles andere kann man vergessen", erklärte Fosse, der etwa die Sicht des Vatikans auf das Frauenpriestertum und Homophilie nicht teilt.

2023 erhielt der Dramatiker, Übersetzer, Prosa- und Kinderbuchautor den Literaturnobelpreis für "seine innovativen Theaterstücke und Prosa, die dem Unsagbaren eine Stimme geben", wie die Schwedische Akademie in ihrer Begründung mitteilte. Papst Franziskus rühmte in einem Glückwunschbrief Fosses "gentle testimony of faith", wie die "NZZ" (Neue Zürcher Zeitung) berichtete. Seine Nobel-Vorlesung in Stockholm beschloss Fosse mit einem Dank an Gott. "Alles, was ich schreibe, ist eine Art Gebet", beschrieb der Autor seine Werke.
Auch die niederösterreichische Stadt Hainburg habe sein Schreiben stark beeinflusst, erklärte der Autor gegenüber "Der Sonntag": "Ich denke manchmal, dass die besten Schriftsteller der Welt entweder aus Irland oder aus Österreich kommen. Das sind kleine katholische Länder, aber die können es."

Das "Magazin" der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" begleitet mit vier Ausgaben die Feste des Jahres. Abonnenten und Abonnentinnen der Wochenzeitung erhalten die Magazine "als zusätzliches Geschenk".

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  3. Messermann brüllte „Allahu Akbar” in französischer Kirche – Festnahme
  4. Britisches Unterhaus stimmt erneut über Sterbehilfe-Gesetz ab
  5. 'Gott ist gut'
  6. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  7. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  8. Spanischer Erzbischof erinnert angesichts der Migrationskrise an die Reconquista
  9. Drei katholische Bischöfe werden am Marsch für das Leben teilnehmen
  10. Archäologen ‚absolut‘ sicher: Bethsaida gefunden
  11. Vatikan erinnert neue Missionsbischöfe: „Liturgie ist nicht unser eigenes Werk“
  12. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  13. YouTube-Kanal der Erzdiözese Łódź wurde ohne Wissen oder Zustimmung der Administratoren entfernt
  14. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  15. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz