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China erkennt 95-jährigen Untergrundbischof an

1. September 2024 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Vatikan sieht Schritt Pekings als ein positives Ergebnis des umstrittenen Dialogs zwischen dem Heiligen Stuhl und der chinesischen Regierung


Vatikanstadt/Peking (kath.net/KAP) Chinas Regierung hat am Dienstag den katholischen Bischof Melchior Shi Hongzhen (95) offiziell als Leiter der katholischen Diözese Tianjin anerkannt. Der Heilige Stuhl nehme diesen Vorgang mit Befriedigung zur Kenntnis, heißt es in einer Mitteilung des Vatikans. Die Maßnahme sei ein positives Ergebnis des seit Jahren bestehenden Dialogs zwischen dem Heiligen Stuhl und der chinesischen Regierung.

Seit 2018 regelt ein vorläufiges Geheimabkommen zwischen Vatikan und Peking die Ernennung von katholischen Bischöfen in China. Diese muss grundsätzlich im Einvernehmen zwischen Volksrepublik und Heiligem Stuhl geschehen. Die chinesische Seite hat sich allerdings nicht immer daran gehalten. Das Abkommen wurde bereits zweimal verlängert, im Herbst soll dies erneut geschehen.


Die katholische Kirche in China besteht in Form der "Patriotischen Vereinigung", die unter starkem Einfluss der Kommunistischen Partei steht, und einer sogenannten Untergrundkirche, die Verfolgung ausgesetzt ist. Kritiker des Abkommens bemängeln, dass es die Lage der Untergrundkatholiken nicht verbessere - im Gegenteil. Papst Franziskus selbst schickt immer wieder Signale der Wertschätzung nach China, deutet auch seine Reisebereitschaft an.

Bischof unter Hausarrest

Möglicherweise war die am Dienstag erfolgte Anerkennung des 95-jährigen Bischofs, der jahrelang unter Hausarrest lebte, ein Ergebnis der vielen Annäherungsversuche des Vatikans. Shi Hongzhen ist eigentlich seit 2019 Bischof der Diözese Tianjin mit etwa 56.000 Katholiken, unterstützte schon zuvor knapp 40 Jahre lang als sogenannter Koadjutor-Bischof seinen Vorgänger in der Diözesanleitung.

Nach dessen Tod 2019 forderte Peking laut Medienberichten Shi Hongzhens Übertritt zur Patriotischen Vereinigung, um von seinem Nachfolgerecht als Bischof Gebrauch machen zu können. Der 1982 heimlich von einem Untergrundbischof geweihte Geistliche verweigerte dies. 2022 besuchte eine Vatikan-Delegation die Diözese Tianjin für Gespräche mit Regierungsvertretern. Dabei traf sie auch den nun anerkannten Untergrundbischof.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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