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Wir haben doch schon verloren

29. Juli 2024 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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So eine blasphemische Show wie die Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris zeigte es doch nur zu deutlich. Während das Christentum die Frau ehrt, verspotten woke Ideologen die Frau - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Lebten wir Christen als Menschen nicht nur in der Welt sondern wären auch von der Welt, dann hätten wir tatsächlich schon verloren. So eine blasphemische Show wie die Eröffnung der Olympischen Spiele (ein Sportfest zu Ehren heidnischer Götter) in Paris zeigte es doch nur zu deutlich. Während das Christentum die Frau ehrt, verspotten woke Ideologen die Frau, indem sie sich Frauenkostüme anlegen und sich so weibisch bewegen, wie es keine Frau je täte. Während das Christentum um die Göttlichkeit Jesu weiß, spotten die Heiden schon immer über Christus. Während christliche Künstler das Geschehen im Abendmahlssaal mit Respekt und großer Würde darstellen, machen sich naive postmodernistische Hanswurste darüber lustig. Auch das ist nichts neues unter der Sonne. Dass man eine katholische Königin enthauptet darstellt und damit die diabolische französische Revolution glorifiziert ist da fast nur noch eine Randbemerkung.

Man könne nur dann gut in eine Zukunft kommen, so sagte der Erzbischof von Paderborn, Udo Markus Bentz, bei der Eröffnung des Liborifestes, wenn man seine Tradition, seine Herkunft kenne. Bringt man diesen Satz in Korrelation mit dem Geschehen in Paris, dann wirft das ein ganz besonderes Licht auf das Geschehen. Frankreich wird schon mal gerne als die älteste Tochter der Kirche bezeichnet. Der Heilige Liborius, der Patron des Bistums Paderborn und als solcher Grund eines der schönsten und beeindruckendsten Volksfeste in Deutschland, ist Franzose. Als Bischof von LeMans war er Missionar im besten Sinne, er verkündete das Evangelium in einer noch heidnischen Umwelt, er baute Kirchen und war ein Mann der Caritas. Liborius war zudem ein Freund des Heiligen Martin von Tours. Wenn ich auf christlichen Festen meine Freunde treffe, dann denke ich oft an Martin und Liborius. Die waren garantiert nicht weniger cool als wir heute. Und was ist von einem Heiligen zu halten, dessen Fest mit „Bratwurstdurft und Weihrauch“ beschrieben wird.

Zu Recht empören sich Bischöfe weltweit über die Blasphemie von Paris. Europa und die europäische Kultur sind ohne das Christentum nicht denkbar. Erst der Dreiklang von römischem Recht, griechischer Philosophie und dem Evangelium Jesu Christi machen Europa aus. Den Kern des Evangeliums, die Erlösungstat Christi und die Einsetzung der Eucharistie zu verspotten, zieht der europäischen Kultur den Boden unter den Füßen weg. Entsprechend abstoßend ist die vollkommen misslungene Ästhetik der Spottveranstaltung, die jedem kultivierten Menschen nur Übelkeit verursachen kann. Wer so mit seiner Tradition umgeht, wird sich auf dem Weg in seine Zukunft nicht nur verlaufen, er stürmt geradezu in den Abgrund des Untergangs und landet am Ende, das hat der Schriftsteller Michel Houellebecq in seinem Roman „Unterwerfung“ für Frankreich eindrucksvoll aufgezeigt. Das nämlich, die feindliche Übernahme durch eine fremde Kultur ist die einzige Folge, gibt man seine eigene Kultur auf. Der Islam steht in den Startlöchern Europa zu übernehmen und mit Peter Scholl-Latour muss man feststellen, nicht die Stärke des Islam sollte uns ängstigen, sondern die Schwäche des Christentums.


Französische Bischöfe zeigen sich verstimmt. Zu Recht! Klare Botschaften kommen von amerikanischen Bischöfen. Auch aus Deutschland kommt gerade mal eine kritische Stimme von Bischof Stefan Oster. Nein, wir Christen, wir Katholiken sind weder spaßbefreit noch sind wir Feiermuffel. Gegen ein gutes Fest hat niemand etwas einzuwenden. Gerade ist Libori in Paderborn. Wer erleben will, wie katholisches Feiern geht, sollte die ostwestfälische Stadt in diesen Tagen besuchen. Der Altar im Dom wird nicht kalt und die Ströme von Bier versiegen nicht. Die Liborivesper, so sagt man, ist erst nach dem ersten Liboribier wirklich gültig. Hoffentlich rümpft der vermutlich rotweinverwöhnte Heilige nicht die Nase über unser westfälisches Bier, aber nach 1225 Jahren sollte sich an diese Unsitte gewöhnt haben. Der Heilige hat in dieser Hinsicht aktuell einen Genossen im aktuellen Bischof von Paderborn, der bei seiner Einführung sagte, auch in Mainz trinke man Bier, man nenne das Getränk dort allerdings Wein. Der Westfale, der zum Lachen in den Keller geht, konnte sich an dieser Stelle ein Lächeln nicht verkneifen.

Zwei Tage nach der umstrittenen Olympiaeröffnung ist X (einst Twitter) immer noch voll von empörten Postings über die Blasphemie von Paris. Man solle allerdings, so twitterte der Medienwissenschaftler Norbert Bolz, den Machern nicht den Gefallen tun, sich darüber zu empören. In der Tat, darauf zielt eine Provokation ab, der provozierte empört sich und kann dann erneut als Mimose verspottet werden. Wie aus einem woken Paralleluniversum lobt die europäische Presse die Eröffnung der Spiele und tut so, als gäbe es gar keine Kritik von Christen. Werden die Stimmen zu laut, zuckt man kurz und schaut sich irritiert um. Achja, die Christen mal wieder.

An dieser Stelle sei an das französische Magazin Charlie Hebdo erinnert, die sich satirisch mit dem Islam auseinandergesetzt hatten. In der hehren Absicht Frankreich kulturell zu bereichern, haben eine gruppe freundlicher Muslime die Redaktion kurzerhand massakriert. Sowas macht ein Christ nicht, schon klar. Man erkennt den Unterschied und versteht jetzt, warum die Macher der Olympiaeröffnung die Muslime weltweit diskriminiert haben, indem sie nicht verspottet wurden. Die Empörung der Muslime kommt nicht in gedruckten Buchstaben daher, sie hat vielmehr die Maße 7,65 mal 32 mm. (Das ist das Kaliber der Munition einer Kalaschnikow AK47.) Klar also, die Anschlagsgefahr in Paris ist auch so hoch genug, dann verspottet man doch lieber die Christen und den christlichen Hochadel. Diese – zumindest in ihrer linkskatholischen Variante – bedanken sich ja sogar dafür, dass sie verspottet werden. So sprach ein im Auftrag der deutschen Bischöfe von der Fa. APG betriebenes Nachrichtenportal von einer „spektakuläre(n) Party entlang der Seine“, um dann die Kritik zahlreicher Bischöfe als eine Art Randnotiz erscheinen zu lassen.

Fakt ist: Paris hat es vergeigt. Europa hat sich als peinlich erwiesen. Mögen die Spiele beginnen. Noch nie fanden die angeblich friedlichen Spiele unter solchen angstbesetzten Sicherheitsmaßnahmen statt. Paris gleicht einer Festung, ganze Stadtbezirke waren abgesperrt. Und dennoch kommt es immer wieder zu Anschlägen. Die Bahn war betroffen. Es gab einen Stromausfall in Paris, der auf Hacker zurückzuführen war. Man wird sehen, was im Laufe der Spiele noch passieren wird. In dieser – letztendlich durch die Schwäche der europäischen Gesellschaften – aufgeheizten Situation wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, wie lange solche Veranstaltungen überhaupt noch stattfinden können. Das gilt im Großen für Olympia, das gilt aber auch im Kleinen. Selbst das nun wirklich friedliche und fröhliche Liborifest findet nach den schlimmen Straftaten in Paderborn in diesem Jahr unter erheblichen Sicherheitsmaßnahmen statt. Neben der Polizei und den Ordnungsdiensten vertraut man auf den Schutz des Heiligen. Heiliger Liborius, bitte für uns, aber auch für Deine Heimat Frankreich.

Ganz gleich, was geschehen mag, das Band der Freundschaft zwischen LeMans in Frankreich und Paderborn in Westfalen, die von einem so großen Heiligen gestiftet wurde, wird uns erhalten bleiben. Man weiß hier um die Tradition und so besteht Hoffnung für die Zukunft. Natürlich ist auch Paderborn von der Säkularisierung unserer Gesellschaft gebeutelt. Aber in der Tat geht es an keinem so leicht so spurlos vorbei, eine Woche lang täglich mehrfach die Glocken zu hören und an jeder Ecke auf eine offene Kirche zu treffen, in der gebetet wird. Olympia oder Libori? Die Entscheidung fällt leicht. Sportlich ist Libori nämlich auch. Allein am Samstag im Laufe des Nachmittags waren es nach der Vesper über 13.000 Schritte, die ich zurückgelegt hatte.

Am Ende haben wir nämlich gar nicht verloren. Auch wenn man uns in dieser Zeit verspotten mag, immer vom Ende her denken. Große Heilige, wie Liborius lehren es uns: Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat.

 

 

 

Bild oben: Der Schrein mit den Reliquien des Heiligen Liborius wird zu Beginn der Festwoche vor der Vesper feierlich erhoben. Dreimal ertönt der berühmte Tusch, der uns verkündet: Der Heilige ist unter uns. Foto: Peter Winnemöller  


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