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Weihbischof Wörner am Karfreitag: „Gott schaut nicht auf die Verkleidung, sondern ins Herz"

30. März 2024 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Augsburg (kath.net/pba) In seiner Predigt zum Karfreitag hat Weihbischof Florian Wörner das Motiv des „Gewandes" in den Mittelpunkt seiner Überlegungen gestellt. So seien die „Gewänder des Heils" (Jes 61,10), in die uns Gott hülle, ein Bild für das, was der Herr in seiner Passion Großes an uns tue: „Er legt seine Herrlichkeit ab, erniedrigt sich, lässt sich seiner Kleider berauben und bloßstellen, damit wir erkennen, was uns wirklich kleidet und aus unserer Erbärmlichkeit herauszieht", betonte der Weihbischof in der Feier vom Leiden und Sterben mit Bischof Dr. Bertram Meier im Augsburger Dom.

In Jesus Christus lasse sich Gott aus Liebe zu uns bis zum Äußersten erniedrigen und entwürdigen, stellte Weihbischof Wörner mit Blick auf die Johannespassion fest. „Nach dem Motto ‚Kleider machen Leute' hängt man dem Herrn zum Spott über sein Königtum einen purpurroten Prunkmantel um. Später reißt man ihm dann sein Gewand vom Leib." Zuerst kleide man Jesus zum Spott ein, dann entblöße man ihn. „Auf die Huldigung folgt die Demütigung, auf die Einsetzung die Absetzung, auf die Inthronisation die Degradierung. Was für ein entwürdigendes Spektakel."


Mit Blick auf Jesus Christus, der sich am Karfreitag entblößt und entwürdigt zeige, stellte Weihbischof Wörner die Frage nach unserer eigenen Präsentation vor Gott. So zeige sich das häufige, immer noch aktuelle menschliche Auseinanderklaffen von Schein und Sein schon auf den ersten Seiten der Bibel: „Der Mensch lässt sich von der teuflischen Schlange dazu verleiten, Gott als Störfaktor und als Konkurrenz für ein eigenständiges und glückliches Leben zu sehen. Den Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes legt er wie ein aus der Mode gekommenes Kleid ab, um dann freilich ernüchtert feststellen zu müssen, was für ein erbärmliches Geschöpf er ist und wie bloß und nackt er dasteht ohne Gott."

Gott aber, so Weihbischof Wörner, lasse es dabei nicht bewenden. Er machte ihnen „Gewänder von Fell und bekleidete sie damit", zitierte Wörner aus dem Buch Genesis. Christus als Gewand anzulegen, darum gehe es bis heute auch bei der Taufe und werde durch das weiße Kleid symbolisiert. „Gott macht uns in der Taufe neu, er setzt neu an mit uns und legt uns ans Herz, seinen Willen zu befolgen, das Taufkleid also ein Lebtag lang nicht mehr an den Nagel zu hängen, sondern Christus und seine Liebe beständig anzuhaben, und zwar nicht nur äußerlich. Christus und seine Liebe sollen unter die Haut und ins Herz gehen."

Als weiteres Bild aus der Johannespassion ging Weihbischof Florian auf das ohne Naht gewobene Untergewand Jesu ein. Wie bereits die Kirchenväter verglich er es mit dem Bild der einen Kirche, die von Gott gewoben worden sei. Er setzte dies in Bezug zu heutigen ganz unterschiedlichen Auffassungen, wie Kirche sein solle. Diese wirkten oft „wie Zentrifugalkräfte, die nicht zusammenführen, sondern auseinanderdividieren", stellte Weihbischof Wörner fest und riet den Gläubigen dahingehend, mit dem Herzen auf das zu hören, was Gott wolle.

Musikalisch gestaltet wurde die Karfreitagsliturgie vom Kammerchor der Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Stefan Steinemann sowie dem Domchor. Sie trugen die Johannespassion von Hermann Schroeder vor. Zudem wurden verschiedene Passionsmotetten gesungen.

Im Anschluss an die Karfreitagsliturgie zog der Bischof mit der Monstranz zum Heiligen Grab in der Marienkapelle. Dort betete er gemeinsam mit den Weihbischöfen, dem Domkapitel, Priestern und Diakonen sowie den Rittern vom Heiligen Grab zu Jerusalem vor dem ausgesetzten Allerheiligsten. Auch am Karsamstag ist es im Anschluss an die Laudes bis 17 Uhr zur Anbetung ausgesetzt.

 


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