Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  2. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  3. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  4. Der entschärfte Gott
  5. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  6. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  7. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  8. Panik in Magdeburg
  9. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“
  10. "Vaccine Amen"
  11. Maria – Marta – Lazarus: Christus, der Freund des Lebens
  12. "Ein Vorbild für Väter und Ehemänner" - US-Präsident veröffentlicht Würdigung des Heiligen Josef
  13. Kardinal Woelki und Bischof Oster ermutigen Münchner Lebensschützer mit kraftvollen Grußworten
  14. Zwischen Gebetswort und politischem Urteil. Der Friede und die Ordnung
  15. Britisches Oberhaus stimmt für Abtreibungen bis zur Geburt

Bin ich ein Sünder wie alle anderen oder steckt etwas Verdorbenes in mir?

1. Oktober 2023 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: zwei Verhaltensweisen. Der Unterschied zwischen dem Sünder und dem Verdorbenen. Die Wand aus Gummi, hinter der man sich verbirgt, und die Bereitschaft zur Umkehr. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Angelus mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz am sechsundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis: „Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Weg der Gerechtigkeit und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt“.

Das heutige Evangelium erzähle von zwei Söhnen, die der Vater bitte, in den Weinberg zu gehen und dort zu arbeiten (vgl. Mt 21,28-32). Der erste antworte sofort mit „Ja“, dann gehe er aber nicht. Der zweite hingegen lehne vorerst ab, überlege es sich dann aber anders und gehe.

„Was soll man zu diesen beiden Verhaltensweisen sagen?“, fragte sich der Papst. Man denke sofort, dass man für die Arbeit im Weinberg Opfer bringen müsse, und dass dieses Opfer koste und nicht selbstverständlich sei, Doch das Problem bestehe hier nicht so sehr im Widerstand gegen die Arbeit im Weinberg als vielmehr in der Aufrichtigkeit gegenüber dem Vater und gegenüber sich selbst.


Zum ersten Sohn, der „ja“ sagt, aber dann nicht gehe: „Er will den Willen seines Vaters nicht tun, aber er will auch nicht darüber diskutieren und darüber reden“. Also verstecke er sich hinter einem „Ja“, hinter einer vorgetäuschten Zustimmung, die seine Faulheit verberge. Er komme ohne Konflikt aus, aber er betrüge und enttäuschte den Vater und lasse es ihm auf eine schlimmere Weise an Respekt fehlen, als er es mit einem unverblümten „Nein“ getan hätte. Das Problem sei so, dass er nicht nur ein Sünder sei, „sondern ein Korrupter, ein Verdorbener, weil er ohne Probleme lügt, um seinen Ungehorsam zu verbergen und zu verschleiern, ohne einen Dialog oder eine aufrichtige Konfrontation zu akzeptieren“.

Der andere Sohn sei dagegen aufrichtig. Nicht perfekt, aber aufrichtig. Natürlich hätten wir gerne gesehen, dass er sofort „Ja“ sagen würde. Er zeige aber zumindest unverblümt und ein wenig mutig sein Zögern. Das heißt: „Er übernimmt die Verantwortung für sein Verhalten und handelt im Lichte des Tages“.

Mit dieser grundlegenden Ehrlichkeit stelle er sich schließlich selbst in Frage, er erkenne, dass er geirrt habe. Er sei ein „Sünder“, aber kein Verdorbener. Für den Sünder gebe es immer Hoffnung auf Erlösung. Für den Verdorbenen und Korrupten sei dies jedoch viel schwieriger. In der Tat seien seine falschen „Ja-s“, seine eleganten, aber heuchlerischen Auftritte und seine zur Gewohnheit gewordenen Fiktionen wie eine dicke „Wand aus Gummi“, hinter der er sich vor den Rufen des Gewissens verstecke. Diese Heuchler richteten viel Übel an: SÜnder ja, Verdorben nein!

„Schauen wir nun auf uns selbst“, so der Papst abschließend, „und stellen wir uns im Lichte all dessen einige Fragen. Bin ich angesichts der Anstrengung, ein ehrliches und großherziges Leben zu führen, mich nach dem Willen des Vaters zu richten, bereit, jeden Tag ‚Ja' zu sagen, auch wenn es mich etwas kostet? Und wenn ich versage, bin ich dann aufrichtig und setzte ich mich dann mit Gott hinsichtlich meiner Schwierigkeiten, meiner Fehler, meine Schwächen auseinander?“.

Und weiter: „Wenn ich Fehler mache, bin ich dann bereit, Buße zu tun und umzukehren? Oder drücke ich ein Auge zu und lebe mit einer Maske, indem ich mich nur darum kümmere, gut und anständig zu erscheinen? Bin ich letztlich ein Sünder wie alle anderen, oder steckt da etwas Verdorbenes in mir?“.

Nach dem Angelus forderte der Papst alle auf, in diesem Monat Oktober die Schönheit des Rosenkranzgebets neu zu entdecken. Am Festttag der heiligen Therese vom Kinde Jesu kündigte Franziskus die Veröffentlichung eines apostolischen Schreibens zu deren Botschaft an (15. Oktober).

Foto (c) Vatican Media

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE DIESE WOCHE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  4. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  5. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  6. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  7. Der entschärfte Gott
  8. Panik in Magdeburg
  9. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  10. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  11. Brasilien: 26-jähriger Seminarist stirbt – hinterlässt beeindruckendes geistliches Testament
  12. Ein Champion am Galgen – und die Welt sieht weg
  13. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“
  14. Eine wundertätige Medaille für Priscilla Presley
  15. DBK kritisiert ZDF-Kinderformat „Logo“ wegen Christentum-Beitrag

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz