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Nazareth – der Gruß des Engels in Stein geritzt

6. Mai 2023 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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Leseprobe 1 aus dem Buch „Mit Hacke und Schaufel Jesus auf den Spuren“ von Karl-Heinz Fleckenstein


Linz (kath.net)

Jesus wurde zwar in Betlehem, der Stadt Davids,  geboren, aber seine Heimat war Nazaret. Sein Beiname „der Nazarener“ weist auf seine Herkunft hin. Nazaret war damals allerdings nur ein kleiner, unbedeutender Ort in Galiläa und eher abfällig angesehen, wie die Bemerkung von Nathanael in Joh 1,46 deutlich macht: „Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen?“ Das Alte Testament erwähnt überhaupt nicht Nazareth. Auch der jüdische Schriftsteller Josephus Flavius schweigt sich darüber aus. Der Evangelist Lukas überliefern uns jedoch zwei Fakten: Nazaret hatte eine Synagoge, die Jesus an einem Sabbat besuchte. Dort las er aus der Jesaia-Rolle vor, die sich auf seine Sendung bezog (Lk 4,16-17). Weiter wird bei Lk 4,28-30 berichtet, dass am Rand der Stadt sich ein Bergabhang befand. Von dort wollte der aufgebrachte Pöbel Jesus nach seiner Rede hinabstürzen.

Ein lateinisches Sprichwort sagt „nomen est omen“ und bedeutet, dass der Name ein Hinweis ist, um eine Person oder Sache zu kennzeichnen. Auf Hebräisch wird der historische Ort „Nazerat“ und auf Arabisch „el-Nasra“ genannt, was so viel wie   sprießen, leuchtend, herrlich bedeutet. Man kann gut diese Bezeichnung auf Maria anwenden, der schönste und leuchtende Spross des Menschengeschlechts. In der Tat ist der Turm der moderner Basilika wie eine Lilie konstruiert, die ihrer Wurzel im Himmel hat und auf die Erde, die  Verkündigungsgrotte, hinabweist. 

Die Mehrheit der rund 80.000 Bewohner von Nazaret sind heute arabische Bürger Israels. Zu einem Drittel Christen, zu zwei Dritteln Muslime. Ohne die historische und religiöse Verknüpfung mit der Person Jesu hätte der Ort niemals seine heutige Bedeutung erlangt. Das änderte sich erst, als der Engel Gabriel im Namen Gottes dem Teenager Mirjam verkündete, dass sie die Mutter des lang ersehnten Messias, des Retters der Menschheit, werden sollte, wie es bei Lukas 1, 26-38 steht:  „Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“

Nach christlicher Überlieferung war der Ort der Verkündigung eine bescheidene Wohngrotte. Sie hatte in dem ärmlichen Dorf Nazaret anstelle eines Wohnhauses gedient. Diese Höhlenwohnungen waren in dem ansteigenden Stadthügel in den Felsen geschlagen mit Silos, Zisternen, Öl- und Weinkellern. Die offene Grotte wurde durch eine kleine Tür verschlossen. Die Einrichtung dort war sehr bescheiden: Löcher im Felsboden dienten als Feuerstelle, Nischen in den Seitenwänden als Standort für Krüge, Öllampen und Leuchter. Im hinteren Teil der Höhle befand sich der Futtervorrat und Stall für das Hausvieh wie Schafe, Ziegen, Hühner, Esel. Ein überdachter Vorbau diente als „Wohnzimmer“ und „Küche“ Auf dieser Wohnterrasse bereitete die Mutter des Hause das Essen zu, mahlte Getreide zum Brotbacken  und beaufsichtigte die Kinder beim Spielen. Heute ist dieser Vorbau verschwunden. Der Legende nach wurde das „gemauerte Heilige Haus“ im Jahr 1291 durch Engeln von Nazaret nach Loreto befördert.

Geschichtliche Quellen berichten mehr prosaisch, das Haus sei von einer frommen Kreuzfahrer-Familie namens “de Angeli” nach Italien gebracht worden. Im Jahr 1860 beauftragte Papst Pius IX den römischen Prälaten und Gelehrten Bartolini Steine und Mörtel der „Santa Casa“ zu analysieren. Bartolini verschaffte sich zusätzlich einige Steine und Mörtel von dem noch vorhandenem Fundament des „Heiligen Hauses“ in Nazaret und übergab sie Professor Ratti, ohne ihm zu sagen, woher diese Steine stammten. Ratti bestätigte beide Steinproben in ihren Eigenschaft und Beschaffenheit als gleich. Dabei betonte er, das Gestein käme in seiner Konsistenz in der Gegend um Nazareth vor, nicht jedoch in der Landschaft um Loreto. Der Mörtel weise ebenfalls die Beschaffenheit des Mörtels der alten Bauten Palästinas auf. Zu dem gleichen Ergebnis gelangte eine weitere archäologische Studie von dem Architekten Nanni Monelli und dem Direktor der Generalkongregation des „Heiligen Hauses“ von Loreto, Pater Giuseppe Santarelli. 

Neue Erkenntnisse aus Dokumenten, durch Ausgrabungen in und unter dem „Heiligen Haus“ von Loreto, sowie philologische und ikonographische Studien, erhärten die Hypothese, dass die Steine per Schiff über das Mittelmeer nach Loreto gebracht wurden. Ein aufgefundenes Schriftstück vom September 1294 bestätigt, dass Niceforo Angelo, Beherrscher des Epirus, anlässlich der Hochzeit seiner Tochter Ithamar dem Bräutigam Philipp von Tarant verschiedene Geschenke überreichte. Darunter werden die heiligen Steine erwähnt, „weggetragen aus dem Hause Unserer Lieben Frau, der Jungfrau und Mutter Gottes.“
Zwischen den Steinen in Loreto fanden die Archäologen neben zwei Kreuzfahrer-Münzen von Guido de La Roche, Lehnsherr Philipp von Tarant, außerdem fünf rote Stoffkreuze der Kreuzfahrermäntel. Auch Reste eines Straußeneis tauchten auf, was in Palästina als Symbol für die jungfräuliche Geburt Mariens galt. Das Haus steht ohne Fundament mitten auf einer einst mittelalterlichen Straße in Loreto. Gleichzeitig haben technische Messungen und Vergleiche mit der Wohnhöhle von Nazaret ergeben, dass die beiden Teile, Grotte und Haus exakt zusammenpassen. Eine Studie über die Verarbeitungsart der Steine mit Fischgratmustern ergab, es müsse sich um die Bauweise der Nabatäer handeln, wie sie zur Zeit Jesu in Galiläa verbreitet war. Eine spezifische Untersuchung der Graffiti des „Heiligen Hauses von Loreto“ zeigt griechische Lettern synkopisch mit zwei hebräischen Buchstaben lamed und wav, die besagen:" 0 Jesus Christus, der Sohn Gottes.“ Daraus folgt die begründete Annahme, dass diese Steine in Nazaret mit den Graffito versehen und dann nach Loreto gebracht wurden. Somit haben  die Steine ihre eigene Sprache. Aber einmal entschlüsselt werfen sie Licht über den Ursprung des „Heiligen Hauses“. Das Haus von Loreto hat nur drei Wände. An der östlichen Seite schloss sich ja die Grotte in Nazareth an. „Damit ist die Historizität beider Orte bestätigt worden“, erklärt Giorgio Nicolini in seinem Buch "Die historische Wahrheit hinter der wunderbaren Übertragung des Heiligen Hauses von Nazaret nach Loreto“. 


Bald wurden über die „Wohngrotte der Verkündigung“ in Nazaret verschiedene Gotteshäuser gebaut. Ihre Entstehungsgeschichte ist schnell erzählt: Den Vorbau an der Verkündigungsgrotte benutzten die Christen aus dem ersten Jahrhundert als "Domus-Ekklesia", als „Hauskirche, um beim Brotbrechen Eucharistie zu feiern. Im zweiten bis dritten Jahrhundert errichteten die Gläubigen von Nazareth darauf eine jüdisch-christliche Synagoge.

Nachdem das Christentum mit der konstantinischen Wende 380 zur Staatsreligion proklamiert worden war, rissen die Byzantiner im Jahr 430 die „synagogale Kirche“ ab und schufen eine Plattform für ihre neue Basilika. Die Verkündigungsgrotte als das "Haus Marias" blieb jedoch erhalten, wie einige antike Schriftsteller bezeugen, beispielsweise ein anonymer Pilger aus Piacenza, der um 570 das Heilige Land besuchte.

Die Kreuzfahrer eroberten 1099 das Heilige Land und errichteten das Lateinische Königreich. Tankred von Hauteville, der Prinz von Galiläa, baute eine rund 30 mal 70 Meter große, dreischiffige Kathedrale mit mächtigen Mauern. Im Jahre 1251 nahm darin der französische König Ludwig IX. an einer Messe teil. Im Süden befand sich ein Kloster und im Westen ein Atrium. Knapp 10 Jahre später wurde diese Kirche jedoch von den arabischen Eroberern zerstört.

Im Jahre 1730 ließen die Franziskaner an der gleichen Stelle mit Erlaubnis des damaligen türkischen Sultans ein bescheidenes Gotteshaus erstehen. Allerdings mussten sie ihm dafür seine Pilgerreise nach Mekka finanzieren mit der Auflage, bis zu seiner Rückkehr die Kirche fertig gestellt zu haben.  Auch diese hatte nicht lange Bestand und wurde in den 1950er Jahren abgerissen. Aber bevor 1969  ein größerer Nachfolgebau durch den italienischen Architekten Giovanni Muzio an ihre Stelle trat, bot sich für den Franziskanerarchäologen Bellarmino Bagatti vom Jerusalemer Bibelinstitut die einmalige Gelegenheit, vor Ort die verschiedenen Kulturschichten näher zu untersuchen. Er tat dies mit einer gewissen inneren Beklemmung; denn bis dahin wusste man nur, dass sich dort Felsenhöhlen befanden.

Dazu gab es Stimmen, die mit Autorität behaupteten, es müsse sich dabei um eine Grabanlage handeln. Bagatti war sich vom ersten Spatenstich an bewusst, dass die jahrhundertlange Tradition der Verkündigungsgrotte wie ein Kartenhaus zusammenfallen würde, sollte er dort Skelette finden. Lagen doch jüdische Gräber immer außerhalb einer Siedlung. Doch die Felsenhöhlen entpuppten sich als flaschenförmige Getreidesilos aus der herodianischen Zeit. Weitere Felsgrotten dienten als Zisternen, Weinkeller, andere enthielten Mühlsteine, Öllampen und Haushaltskeramik aus dem ersten Jahrhundert. Damit war der überzeugende Beweis erbracht, dass mitten im Wohnbezirk des antiken Nazaret die Verkündigungsgrotte lag.

Einen Steinwurf vom „Haus Mariens“ entfernt stießen Bauarbeiter im Dezember 2009 beim Ausheben der Fundamente für das geplante „Internationale Marianische Zentrum“ auf Überreste eines Hauses aus dem ersten Jahrhundert. Nach Ansicht der Archäologin Yardenna Alexandre wirft der Fund neues Licht auf den Lebensstil der jüdischen Bewohner jener Stadt, in deren Umfeld Jesus aufwuchs. „Das entdeckte Gebäude ist klein und bescheiden und damit typisch für die Wohnungen Nazarets in dieser Periode", erläuterte die Ausgrabungsleiterin. Zunächst trat eine große breite Mauer aus der Mameluckenzeit des 15. Jahrhunderts zutage. Diese wiederum war errichtet auf Mauern dieses antiken Gebäudes aus der Zeit Jesu, bestehend aus zwei Räumen und einem Innenhof mit einer in Fels geschlagenen Zisterne, in die das Regenwasser geleitet wurde.

Die Ausgräber fanden Fragmente von Töpferwaren aus dem ersten und zweiten Jahrhundert, sowie Kalkstein-Gefäße, wie sie von Juden aus rituellen Reinlichkeitsgründen in jener Zeit benutzt wurden. Das Fehlen von irgendwelchen Glasgefäßen oder aus dem Ausland importierte Produkte lässt Alexandre die Schlussfolgerung ziehen,  dass die Familie, die dieses Haus bewohnte, einen einfachen Lebensstil geführt haben musste. Vielleicht waren sie Bauern.  „Wir dürfen wohl annehmen, dass jenes Haus Jesus und seinen Zeitgenossen in dem kleinen Ort vertraut gewesen war. Möglicherweise hat der junge Jesus in der Nähe dieses Hauses mit seinen Cousins und Freunden gespielt“, kommentierte Alexandre. Auch einen Schacht, dessen Eingang getarnt war, entdeckten die Wissenschaftler. Darin lagen Tonscherben ebenfalls aus der frühen römischen Epoche.

Doch zurück zu den Ausgrabungsergebnissen von B. Bagatti aus den 1950iger Jahren: Unmittelbar vor der Verkündigungsgrotte  wurden die Mauerreste und die Apsis der byzantinischen Basilika aus dem 5. Jahrhundert freigelegt. In einer weiteren, darunter liegenden Schicht entdeckte man Säulenstümpfe, Türschwellen und Fensterstürze der „synagogalen Kirche“, deren Apsis nach Jerusalem ausgerichtet war. Einige Steine zeigten Graffiti, beispielsweise ein Schiff mit einem Segelsymbol für die junge Kirche. Ein anderes stellt einen Mann mit Kapuze und Tunika dar. In der Hand hält er einen Stab mit einem kosmischen Kreuz, vermutlich die Figur Johannes' des Täufers. Die Aufsehen erregendste Inschrift fand der Archäologe an der Basis einer Säule, eines der ältesten Zeugnisse der Marienverehrung: ein Graffito mit dem Anruf des Engels in griechischen Inschrift XE MAPIA (gelesen: Ch (air) e Maria), "FREUE DICH MARIA". Eine Wiederholung der Anrede des Engels Gabriel an die Jungfrau Maria.

Diese Worte wurden vor dem Konzil von Ephesus im Jahr 431 geschrieben und bestätigen den Glauben der Urchristen an die göttliche Mutterschaft Marias. Andere Graffiti bestätigen die marianische Natur des Schreins, wie die Worte "schönes Mädchen“ oder der Satz "Auf die heilige Stätte von M (aria) habe ich (meinen Namen) geschrieben".   Ein anderes Graffito lässt sich so entziffern: "Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, hilft Geno und Elpisius, Achilles Elpidius, Paul Antonis ... den Dienern Jesu". Diese Anrufung an Christus, den Sohn Gottes hat hier eine besondere Bedeutung, da sie in einer jüdisch-christlichen Umgebung niedergeschrieben wurde; denn anderenorts gaben Christen mit jüdischer Abstammung nur die Messianität Christi zu, aber nicht seine Göttlichkeit.

Neben einem Mosaikrest mit einem Christusmonogramm legte Bagatti ein Taufbecken aus der gleichen Synagogenkirche frei. Die Katechumenen der ersten Jahrhunderte wollten an dem Ort, an dem die Menschwerdung des Wortes stattfand,  die Taufe empfangen, um durch das Wirken des Heiligen Geistes wiedergeboren zu werden.

Weitere Hinweise auf die frühchristliche Gemeinde in Nazaret ist die Martyrerkapelle, unmittelbar neben der Verkündigungsgrotte. Die mit Blumen und Pflanzen geschmückten Wandzeichnungen wurden von den Archäologen als allegorische Darstellung des Paradieses identifiziert, nämlich den Ort des Friedens und der Verheißung des Lichts.  Eine rote Inschrift besagt: "Herr, Christus, hilf deiner Dienerin Valeria und schenke ihr die Palme des Martyriums ... Amen". All diese Bruchstücke ergeben zusammen mit den frühen literarischen Überlieferungen ein geschichtliches Bild der heiligen Stätte; denn schon um das Jahr 250 schrieb der Gelehrte Julius Africanus, dass in Nazaret die "Bluts-Verwandten des Herrn" lebten. Als Nachkomme des Apostels Judas Thaddäus, des Herrenbruders, bildeten sie eine judenchristliche Gemeinde. Die Leute nannten sie Nazarener. Obwohl sie einfache Landarbeiter waren, blieben sie für den römischen Kaiser Diokletian als Sippenzugehörige des als Aufrührer hingerichteten Jesus von Nazaret suspekt. Sie wurden nach Rom verschleppt und auf ihre mögliche revolutionäre Haltung dem Imperium gegenüber verhört. Die Analen berichten, dass im Jahre 249 unter Decius der Diakon Konon in Kleinasien aufgrund der verwandtschaftlichen Zugehörigkeit zu seinem Herrn den Martyrertod erlitt. Das Mosaik mit dem Namen Konon erinnert an diesen frühen Glaubenszeugen.

Aus der Kreuzfahrerzeit kamen romanische Kapitelle zu Tage, die Szenen aus dem Leben Jesu und der Apostel darstellen. Sie waren noch nicht verbaut worden und wurden vor dem Einfall der Mamelucken vergraben. Das heutige Stadtbild von Nazaret ist geprägt von der modernen Verkündigungskirche. Man mag über den monumentalen Stil dieses Baus verschiedener Ansicht sein, eines aber ist dem Architekten Muzio gelungen: die so verschiedenen Elemente der vier vorausgehenden Kultbauten unter einem Dach harmonisch miteinander zu vereinen.

Die Oberkirche darf man wohl mit Recht als die "Kirche der Völker" bezeichnen; denn Christen aus aller Welt haben mit dazu beigetragen, das Projekt zu verwirklichen. Die Mosaiken und Gemälde an den Seitenwänden stellen die Marienheiligtümer vieler Nationen dar. Hier trägt die Mutter Jesu als die Mutter aller Nationen die Gesichtszüge eines jeden Volkes: als

Japanerin, Chinesin, als Afrikanerin, wie sie tanzend ihre Gaben dem Herrn darbringt, als Indianerin im Gnadenbild von Guadeloupe, als die „Unbefleckt Empfangene“, wie sie sich der jungen Bernadette in Lourdes im Landesdialekt zu erkennen gegeben hatte. Das Gemälde in der Hauptapsis zeigt Jesus als den Gründer seiner Kirche. Aus allen Rassen und Schichten setzt sie sich zusammen und bildet so das eine heilige Gottesvolk. Aus der bescheidenen Wohngrotte der „Kleinen Frau von Nazareth“ wurde eines der wichtigsten Heiligtümer der Christenheit überhaupt.

kath.net Buchtipp
Mit Hacke und Schaufel Jesus auf den Spuren
Eine archäologische Zeitreise mit Louisa und Karl-Heinz Fleckenstein
Von Karl-Heinz Fleckenstein
Bernardus Verlag 2023
ISBN: 978-3-8107-0364-4
Taschenbuch, 332 Seiten
Preis: 15,30


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Lesermeinungen

 Benno Faessler-Good 7. Mai 2023 
 

Buch ist auf der Bestell-Liste

Leider nicht als E-Book!

Sepphoris lag ca. 6 km von Nazareth entfernt. Damals zur Zeit Jesus soll rege Bautätigkeit in Sepphoris geherrscht haben.

Gut möglich, dass Joseph unter der Woche in Sepphoris seinem Handwerk nachging und pünktlich zu Sabbath zu Hause war und den Sabatth so feierte, wie es das Gesetz vorsah. Er unterreichtete sicher auch seinen Sohn Jesus, ev.auch die Brüder von Jesus.

Jeder der nicht zwei Linke Hände war als Handwerker gerne gesehen und wie Arbeit wurde angeglich gut entlöhnt nach dem Motto "Mangel an Fachkräften kann durch guten Lohn" vermindert werden!

Bei der Suche nach Sepphoris und Bautätigkeit bin ich auf diesen interessanten Artikel gestossen:

"Galiläa, die Heimat Jesu. Soziokulturelle Hintergründe der Verkündigung Jesu"

https://www.grin.com/document/107768


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