Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  5. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  6. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  7. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  8. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  9. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  10. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  11. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. Irland: Messerangriff auf Messbesucherin
  14. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  15. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi

Sex statt Jesus - Öffnet das Bistum Limburg die Tore für Missbrauch?

3. Februar 2023 in Kommentar, 24 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Um Missbrauch einzudämmen, verabschiedet sich Limburg von der katholischen Sexualmoral und folgt einer Ideologie, die möglicherweise pädophiles Gedankengut enthält - BeneDicta am Freitag von Dorothea Schmidt


Regensburg (kath.net)

Der Scheinwerfer war in den letzten Wochen auf Limburg gerichtet. Bischof Georg Bätzing, der auch der Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz ist, widersprach wieder einer römischen Anordnung, die uns an den Rand des Schismas gebracht hat; das Bistum stellte ein neues Bistumsstatut sowie zehn Leitlinien zum Thema Sexualität vor, die angeblich Missbrauch eindämmen sollen. Und diese Leitlinien sind brisanter als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Für Menschen ist Sexualität und der Umgang damit ein sehr wichtiges Thema — nicht zuletzt aufgrund des Missbrauchs, der auf allen gesellschaftlichen Ebenen eine Tatsache ist, oder wegen des steigenden Konsums von Pornographie. Sich damit auseinanderzusetzen ist also wichtig. Mit der lauthals verkündeten These der Leitung im Limburg, die klassische Sexualmoral der Kirche sei missbrauchsfördernd, hat sich das Bistum aber nun öffentlich von der katholischen Sexualmoral verabschiedet.

In einem Mahnwort vom Juli 2022 hatte Rom deutlich gemacht, dass Gläubige nicht zur Annahme von Lehren, die der katholischen Tradition widersprechen, gezwungen werden dürfen. Dennoch sollen in Limburg nun offiziell vollkommen neue Leitlinien zur Sexualethik in Einrichtungen und Pfarreien des Bistums umgesetzt werden.

Wenn nun das Bistum Limburg nicht mehr der katholischen Sexualmoral folgt, welcher dann? Schaut man ins Impressum der neuen Limburger Leitlinien, liest man dort den Namen „Holger Dörnemann“. Dörnemann ist ein Sexualpädagoge aus München, der nicht nur die so genannte Regenbogen-Ideologie vertritt und befeuert, sondern zumindest ein Buch unter anderem mit Uwe Sielert herausgebracht hat. Das lässt aufhorchen.


Denn Sielert war Schüler von Helmuth Kentler, einem Pädophilen und Missbrauchstäter aus Berlin, dem skandalöser Weise das Jugendamt über 30 Jahre lang Heimkinder anvertraut hatte, damit er sich um diese „kümmerte“. Sielert hatte sich von zwar von Kentler distanziert, dessen Grundannahmen zur Sexualität aber gleichwohl beibehalten. Die Frage ist also, welche Verbindung zwischen Dörnemann und Sielert bestand und ggf. noch immer besteht.

Eine weitere wäre, ob man tatsächlich mit pädophilem Gedankengut Missbrauch bekämpfen will — was ein Widerspruch in sich ist. Sicher ist, dass in Limburg den Weg frei gemacht wurde für zügellosen Sex. Im Limburger Text werden schon Kinder als sexuelle Wesen definiert. Dabei ist kindliches Sexualverhalten mit dem von Erwachsenen nicht vergleichbar. Das sagt auch die österreichische Referentin für Bioethik und Lebensschutz Stephanie Merckens. Unsere Verantwortung als Erwachsene sei es, die Intimität von Kindern zu schützen, sorgsam damit umzugehen, und sie erst dann mit gewissen Themen und Aspekten der Sexualität zu konfrontieren, wenn sie in eine entsprechend gereifte und aufnahmebereite Entwicklungsphase gekommen seien, so Merckens.

Schamgrenzen stellen einen Schutz dar, auch gegen Missbrauch. Ziel im Bistum Limburg, dessen Bischof im Präsidium des Synodalen Weges sitzt und der nach der vierten Synodalversammlung angekündigt hatte, den gescheiterten Text zur geplanten neuen Sexualethik trotzdem durchzusetzen, scheint aber nicht zu sein, Schamgrenzen zu wahren, sondern sie abzubauen und zu zügelloser Lust auf Sex ab dem Kreißsaal zu erziehen, Ältere zum schnellen Kick neben, außer und vor einer ehelichen Verbindung zu ermuntern statt zu echter und treu gelebter Liebe zu ermutigen. Dies aber wäre das Ende von Kultivierung und Zivilisation. Ist das der richtige Ansatz in einer Gesellschaft, die zunehmend übersexualisiert wird? Shell-Studien belegen seit Jahren, dass sich junge Menschen tragfähige Beziehungen wünschen, gesunde Familien, die zusammenhalten mit Treue und Freundschaft – und nicht bloß einen „schnellen Kick“.

Man fragt sich, ob das Bistum Limburg und mit ihm eine Reihe von Bischöfen, die die modernistischen Tendenzen des „Synodalen Wegs“ befördern, einer Pseudo-Forschung auf den Leim gegangen sind und damit einer abgrundtief unmoralischen und missbrauchsbegünstigenden Ideologie folgen. Sind dies die ständig postulierten neuen humanwissenschaftlichen Erkenntnisse, auf die sich die synodalen Texte berufen und von denen immer wieder die Rede ist? Ist dies die Expertise innerhalb und im Kontext des Synodalen Weges, mit der die „Reform“ der kirchlichen Sexualmoral vorangetrieben wird?

Mit einer vornehmlich körperlichen Triebregungen folgenden und den gesamtmenschlichen und seelischen Zusammenhang aller Sexualität außer Acht lassenden und somit entgrenzten Sexualität entstehen mitunter massive seelische und psychische Verletzungen. Wenn die Kirche die Ehe als exklusiven Ort der Sexualität preisgibt, gibt sie auch die Orientierung am Evangelium auf. Die Abgründe der zum Teil rabiaten Gegenwartskultur eines entgrenzten und grenzenlosen Begehrens werden völlig ausgeklammert.

Genau dieser (Un-)Kultur hat Jesus zu seiner Zeit einen extremen Kontrast entgegensetzt. Er hat den Menschen mit seiner Lehre und seiner Botschaft von der wahren und feinfühligen Liebe Heilung angeboten. Damals haben Scharen von Menschen sich dieser befreienden, den Menschen (und insbesondere die Frau) achtenden Lehre zugewandt und den christlichen Glauben angenommen. Fallen wir als Gesellschaft heute zurück in die Zeit des antiken Rom — und beten Sex an statt Jesus? Eine entsprechend dem Evangelium gelebte Sexualität auf Basis wahrer Liebe heiligt und bereichert den Menschen, alles andere verletzt und beschädigt ihn.

Die limburg‘sche Einladung zu Zügellosigkeit hat mit einer sachlich und fachlich kompetenten Auseinandersetzung mit Missbrauch und Sexualität nichts zu tun. Schon gar nicht mit der Lehre einer wahren Liebe, die der Weg zu einem bereichernden, beglückenden und erfüllenden Leben ist. Ideologien à la Limburg betrügen den Menschen um sein Lebensglück und öffnen Tür und Tor zu immer neuem Missbrauch.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  8. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  9. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  10. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  11. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  12. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  13. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  14. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  15. Papst bleibt in Bewegung: Dritter Ausflug von Castel Gandolfo aus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz