Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  5. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  6. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  7. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  8. „Warum bin ich Christ“
  9. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  10. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  11. Was auch immer Synodalität sein soll
  12. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  13. Was eine Messe wiegt
  14. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  15. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti

Weltweite Christenverfolgung wird in Österreich oft "übersehen"

20. Jänner 2023 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Open Doors"-Pressekonferenz: Fachleute beklagen Indifferenz gegenüber dem Leid der als "Mainstream" empfundenen Christen - Religionsfreiheit ist guter Indikator für Menschenrechtslage insgesamt


Wien (kath.net/KAP) Christenverfolgung kann in autokratischen Staaten ein Ausmaß an Gewalt und Schikanen annehmen, das man sich hierzulande kaum vorstellen kann. Auf zwei markante Fälle machte der deutsche Mitarbeiter des Hilfswerks "Open Doors", Thomas Müller, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien aufmerksam: Im Mai 2022 wurde im Nordwesten Nigerias die christliche Studentin Deborah Samuel von muslimischen Studenten nach einem als beleidigend empfundenen Post gesteinigt, ihre Leiche danach verbrannt. Ihr "Vergehen": Sie hatte sich nach bestandenem Examen via WhatsApp bei Gott für dessen Beistand bedankt. Und in China wurde der Betreiber eines christlichen Buchladens 2022 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, seine Kunden bekamen wegen teils Jahre zurückliegender Bestellungen Polizeibesuch.

Mit Verletzungen der Religionsfreiheit und der Menschenrechte wie diesen ist "Open Doors" seit der Gründung 1955 befasst - der anfängliche Fokus auf osteuropäische, kommunistisch regierte Länder hat sich mittlerweile auf den gesamten Erdball ausgeweitet, informierte der Geschäftsführer von "Open Doors Österreich", Kurt Igler. Und nach Verbesserungen der Verfolgungslage in den 2000er-jahren habe sich im vergangenen Jahrzehnt die Situation für viele Christen wieder dramatisch verschlechtert, wie auch aus dem am Mittwoch veröffentlichen Weltverfolgungsindex 2023 - der mittlerweile 30. Auflistung dieser Art - hervorgeht.


Wie Experte Müller sagte, ist dieser hochdifferenzierte Index eine gute Quelle für Einschätzungen der gesamten Menschenrechtssituation in einem Land: Religionsfreiheit sei dafür ein guter Indikator, denn ihre Einschränkung verletze u.a. auch das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit, jenes auf Bildung und Versammlungsfreiheit. Vielfach gebe es jedoch in westlichen Demokratien wie Österreich wenig Aufmerksamkeit für Christenverfolgung, war sich Müller mit den anderen Fachleuten am Podium einig. Der katholische Publizist Hans Winkler meinte gar, das Thema sei Medienvertretern "peinlich"; Christen würden viel eher mit dem "Mainstream" assoziiert - auch in Ländern, wo sie eine kleine Minderheit bilden. Als schützenswerte Minderheit würden hierzulande eher Gruppen wie die Palästinenser in Nahost oder die Rohingya in Myanmar gelten.

Christen leiden in Nigeria und China

In der Rangliste der 50 Länder mit der stärksten Christenverfolgung nehmen die eingangs genannten Staaten Nigeria (Platz 6) und China (16) vordere Plätze ein. Ganz Subsahara-Afrika werde aktuell - ausgehend von Nigeria - von einer Welle religiös motivierter Gewalt heimgesucht. Im bevölkerungsreichsten afrikanischen Staat sei die Zahl der religiös motivierten Tötungen von 4.650 im letzten Jahr auf 5.014 gestiegen - das sind 89 Prozent der internationalen Gesamtzahl. Viel werde vom Ausgang der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen Ende Februar abhängen, sagte "Senior Persecution Analyst" Thomas Müller. Er befürchtet nichts Gutes für die Zukunft, denn das ehedem geltende Übereinkommen, dass Muslime und Christen abwechselnd das Staatsoberhaupt stellen, sei mittlerweile für die sich radikalisierenden Muslime obsolet.

In China habe Covid-19 die Lage für die Christen verschlechtert, die Kontrolle über die Religionsfreiheit wurde weiter verschärft, so Müller. Für die Verbreitung christlicher Inhalte brauche man nun eine Lizenz, der Online-Kauf von gedruckten Bibeln sei verboten, Bibel-Apps und damit verbundene christliche Online-Ressourcen wurden gesperrt. Und die technischen Methoden in China zur Kontrolle der Bevölkerung - durch Iriserkennung, Fingerprints oder Handyortung - haben sich laut dem Menschenrechtsexperten vervielfacht, Gemeindezusammenkünfte seien unter dem Deckmantel der Pandemiebekämpfung massiv erschwert worden.

Intoleranter Islam schreckt ab

Auf eine bemerkenswerte Entwicklung im muslimischen Einflussbereich machte Geschäftsführer Igler aufmerksam: Es gebe deutlich mehr Konversionen vom Islam zum Christentum, aus Schutz der Personen oft verdeckt und "inoffiziell". Eine Rolle spiele dabei die gerade unter jungen Gläubigen verbreitete Vision einer für Liebe und Frieden stehenden Lichtgestalt, die mit Jesus - im Koran Isa - identifiziert wird. Igler hält es für plausibel, dass die in den vergangenen Jahrzehnten im Islam gestiegene Intoleranz gegenüber Andersgläubigen und radikale Gruppen wie der IS oder Boko Haram moderate Muslime abschrecken und deren Interesse am Christentum schüren.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Einsiedlerin_wieder da 24. Jänner 2023 
 

Wir beten zu wenig für unsere verfolgten Glaubensgeschwister

Ich würde mir wünschen, dass in jeder hl. Messe eine Intention für die verfolgten Christen weltweit gebetet wird.


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Ägyptischem Konvertiten droht lebenslange Haft
  3. Arabische Jugendliche störten Abendmesse mit „Allahu Akbar“-Rufen in Wien
  4. Ukrainischer Bischof: Haben Russland nie um Hilfe gebeten
  5. Papst mahnt Studierende: Glaubenslehre nicht einseitig auslegen
  6. Messi: Ohne Gott wäre ich nie so weit gekommen
  7. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  8. Das Hochzeitsmahl und die Einladung Christi: das Verhältnis zwischen Gott, Christus und der Kirche
  9. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  10. Die Wintersonne der Vernunft
  11. Astrochemikerin Karin Öberg erhält Pius-XI.-Medaille von Papst Leo XIV.
  12. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  13. Präsident der Rabbinerkonferenz: Druck auf Juden in Europa steigt
  14. Wien: Über 3.000 Teilnehmende beim "Marsch fürs Leben"
  15. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz