Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  2. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  5. Bätzing gegen Papst Leo
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. Der anderskatholische Papstkritiker
  12. „Wir werden erwartet“
  13. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  14. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  15. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus

Kardinal Becciu beteuert in Vatikan-Finanzprozess seine Unschuld

6. Mai 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Früherer Substitut im Staatssekretariat sieht sich als Opfer "infamer" Vorwürfe - Becciu werden im großen vatikanischen Finanzprozess Veruntreuung und Amtsmissbrauch sowie Verleitung zur Falschaussage vorgeworfen


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Kardinal Giovanni Angelo Becciu stellt sich im vatikanischen Finanzprozess als Opfer "infamer" und "haltloser" Anschuldigungen dar. In einer fast 50 Seiten langen "spontanen Erklärung", die der Kardinal in rund zweieinhalb Stunden verlas, bekräftigte er am Donnerstag seine Unschuld und Erschütterung über alle Vorwürfe gegen ihn. "Jedes kirchliche Amt wurde mir aberkannt; ich wurde an den Rand der Kurie und der Kirche gedrängt", klagte Becciu mit teils brüchiger Stimme. Ganz zu schweigen vom Leid, das seine Familie erlitten habe. Er frage sich: "Warum wurden diese falschen Anschuldigungen dem Heiligen Vater gemeldet? Zu welchem Zweck?"

Becciu, bis 2018 als Substitut an einer Schaltstelle im Staatssekretariat tätig, werden im großen vatikanischen Finanzprozess Veruntreuung und Amtsmissbrauch sowie Verleitung zur Falschaussage vorgeworfen. Im Kern geht es in dem Prozess mit weiteren neun Angeklagten um finanzielle Unregelmäßigkeiten und Verluste von rund 270 Millionen Euro beim Erwerb einer noblen Londoner Immobilie. Hierbei sollen Berichten zufolge auch Spenden aus der päpstlichen Sammlung "Peterspfennig" benutzt worden sein; ein Vorwurf, den Becciu ausdrücklich zurückwies.


Dem Kardinal werden zudem fragwürdige Überweisungen in seine sardische Heimatdiözese an eine karitative Kooperative unter Leitung seines Bruders angelastet, außerdem Zahlungen an die ebenfalls angeklagte Sicherheitsberaterin Cecilia Marogna. Auch hier wies Becciu alle Vorwürfe sowie Spekulationen über eine private Beziehung der beiden zurück. Es sei eine rein professionelle Zusammenarbeit gewesen. Alle anderen Behauptungen zeugten "von mangelnder Rücksichtnahme auf Frauen im allgemeinen".

Vorwürfe gegen Perlasca

Besonderes Augenmerk legte der 73-Jährige in seinem Monolog auf Alberto Perlasca. Dieser überblickte als Verwaltungsleiter im Staatssekretariat bis 2019 dessen Finanzaktionen. Gegen ihn wurde nicht Anklage erhoben; vielmehr ist er Hauptzeuge. Der Streit über Einsicht in Audio- und Videoaufnahmen von Befragungen Perlascas hatte den Prozess monatelang verzögert. Erstmals war ein Anwalt Perlascas beim Prozess anwesend.

Perlasca habe sich als Leiter des Verwaltungsbüros quasi wie das Oberhaupt "eines kleinen Reiches" gefühlt, er sei "jähzornig" und "empfindlich" gewesen. Als er im Zuge der Ermittlungen von allen Aufgaben entbunden wurde, habe er mit Selbstmord gedroht. Dennoch habe er sich stets auf die große fachliche Expertise Perlascas verlassen und ihm vertraut, so Becciu. Der Kontakt sei freundlich gewesen - bis zu einem Abendessen 2020. Da sei er von Perlasca quasi verhört worden. Dass er bei diesem Gespräch von seinem ehemaligen Untergebenen wohl auch abgehört wurde, treffe ihn sehr, so Becciu.

Weitere Angeklagte zu befragen

In dem Prozess hatten bereits in den vergangenen Wochen hatten die früheren Verantwortlichen der vatikanischen Finanzaufsicht AIF, Ex-Präsident Rene Brülhart und Ex-Direktor Tommaso di Ruzza, jegliches Fehlverhalten zurückgewiesen. Beide betonten, dass sie keinerlei Aufsichtsrolle, gar Machtbefugnisse gegenüber dem Staatssekretariat gehabt hätten. Beiden wird Amtsmissbrauch, Di Ruzza zudem Veruntreuung und Verletzung des Amtsgeheimnisses vorgeworfen. Der Ex-Sekretär von Becciu, Mauro Carlino, beteuerte ebenfalls seine Unschuld.

Als weitere Angeklagte noch zu befragen sind Marogna, die italienischen Finanzmakler Enrico Crasso und Gianluigi Torzi, der Fondsmanager Raffaele Mincione, der Rechtsanwalt Nicola Squillace sowie Finanzvermittler Fabrizio Tirabassi.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  3. „Wir werden erwartet“
  4. Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
  5. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um
  6. Papst dankt Mercedes für "100 Jahre Papamobil"
  7. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  8. Vatikan warnt vor ‚Extremismus‘ und ‚Spaltung‘ durch Knien beim Kommunionempfang
  9. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  10. „Die ‚Irish Times‘ hat den 3293. Artikel von jemandem veröffentlicht, der nicht mehr zur Messe geht“
  11. Ulf Poschardt warnt vor Islamismus: Erst sind die Synagogen dran, dann die Christen
  12. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  13. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  14. Papst Leo beantragte Briefwahl-Unterlagen für die Midterms - Papst hat tatsächlich gewählt!
  15. Drei Stunden im Fegefeuer

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz