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Wer bittet, der empfängt – die goldene Regel

10. März 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: Beten und das Gebot der Nächstenliebe. Um die Dinge Gottes zu verstehen, bedarfst du unbedingt der oratio. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Donnerstag der ersten Woche der Fastenzeit: die „goldene Regel“ (7,12) fasst schließlich die vorausgehenden Weisungen im Gebot der Nächstenliebe zusammen.

„So sagt der hl. Augustinus: »Dein Gebet ist dein an Gott gerichtetes Wort. Wenn du [die Bibel] liest, spricht Gott zu dir; wenn du betest, sprichst du zu Gott«“.

Evangelium vom Donnerstag der ersten Woche der Fastenzeit (Mt 7,7-12):

Vom Vertrauen beim Beten

Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet! Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten“.

Zusammenfassung von Gesetz und Propheten: die Goldene Regel

„Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten“.

Benedikt XVI., nachsynodales Apostolisches Schreiben „Verbum Domini“, 86:

Betendes Lesen der Heiligen Schrift und »lectio divina«

Die Synode hat mehrmals mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß der betende Zugang zum heiligen Text ein unverzichtbares Grundelement des geistlichen Lebens jedes Gläubigen in den verschiedenen Diensten und Lebensständen ist, und dabei besonders auf die lectio divina verwiesen. Das Wort Gottes ist ja das Fundament jeder echten christlichen Spiritualität. So stimmen die Synodenväter mit dem überein, was die Dogmatische Konstitution Dei Verbum sagt: »Alle an Christus Glaubenden … sollen deshalb gern an den heiligen Text selbst herantreten, einmal in der mit göttlichen Worten gesättigten heiligen Liturgie, dann in frommer Lesung oder auch durch geeignete Institutionen und andere Hilfsmittel, die heute mit Billigung und auf Veranlassung der Hirten der Kirche lobenswerterweise allenthalben verbreitet werden. Sie sollen daran denken, daß Gebet die Lesung der Heiligen Schrift begleiten muß«.[291] Auf diese Weise wollte das Konzil die große patristische Überlieferung aufgreifen, die stets empfohlen hat, sich der Schrift im Dialog mit Gott zu nähern. So sagt der hl. Augustinus: »Dein Gebet ist dein an Gott gerichtetes Wort. Wenn du [die Bibel] liest, spricht Gott zu dir; wenn du betest, sprichst du zu Gott«.

Origenes, ein Meister dieser Lesart der Bibel, sagt, daß das Verständnis der Schrift nicht nur das Studium, sondern mehr noch die Vertrautheit mit Christus und das Gebet erfordert. Er ist nämlich überzeugt, daß der bevorzugte Weg, Gott kennenzulernen, die Liebe ist, und daß es keine echte scientia Christi gibt, ohne daß man sich in ihn verliebt. Im Brief an Gregorius empfiehlt der große alexandrinische Theologe: »Widme dich der lectio der göttlichen Schriften; bemühe dich mit Beharrlichkeit darum. Beschäftige dich mit der lectio in der Absicht, zu glauben und Gott zu gefallen. Wenn du während der lectio vor einer verschlossenen Tür stehst, klopfe an, und es wird sie dir jener Wächter öffnen, von dem Jesus gesagt hat: „Der Türhüter wird sie ihm öffnen“. Wenn du dich auf diese Weise der lectio divina widmest, suche redlich und mit unerschütterlichem Gottvertrauen den Sinn der göttlichen Schriften, der sich in ihnen in reicher Fülle verbirgt. Du darfst dich jedoch nicht damit zufrieden geben, anzuklopfen und zu suchen: Um die Dinge Gottes zu verstehen, bedarfst du unbedingt der oratio. Gerade um uns dazu zu ermahnen, hat der Heiland zu uns nicht nur gesagt: „Sucht, und ihr werdet finden“ und „Klopft an, und euch wird geöffnet werden“, sondern er hat hinzugefügt: „Bittet, und ihr werdet empfangen“«.

In diesem Zusammenhang muß jedoch die Gefahr eines individualistischen Ansatzes vermieden werden, indem man sich vor Augen hält, daß das Wort Gottes uns gegeben wurde, um Gemeinschaft aufzubauen, um uns in der Wahrheit zu vereinen auf unserem Weg zu Gott. Es ist ein Wort, das sich an jeden persönlich richtet, aber es ist auch ein Wort, das Gemeinschaft aufbaut, das die Kirche aufbaut. Deshalb muß der Text immer innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft angegangen werden: »Von großer Bedeutung ist … die gemeinschaftliche Schriftlesung, weil das lebendige Subjekt der Heiligen Schrift das Volk Gottes, die Kirche, ist. … Demnach gehört die Heilige Schrift nicht der Vergangenheit an, weil ihr Subjekt, das von Gott selbst inspirierte Volk Gottes, immer dasselbe ist, und daher ist das Wort immer im lebenden Subjekt lebendig. Es ist darum wichtig, die Heilige Schrift in der Gemeinschaft der Kirche zu lesen und zu hören, das heißt mit allen großen Zeugen dieses Wortes, von den ersten Kirchenvätern bis zu den Heiligen von heute und dem Lehramt von heute«.

Darum ist für die betende Lesung der Heiligen Schrift der bevorzugte Ort die Liturgie, insbesondere die Eucharistie, in der durch die Feier von Leib und Blut Christi im Sakrament das Wort selbst unter uns vergegenwärtigt wird. In einem gewissen Sinne muß die – persönliche und gemeinschaftliche – betende Lesung stets in Beziehung zur Eucharistiefeier gelebt werden. Wie die eucharistische Anbetung die eucharistische Liturgie vorbereitet, begleitet und verlängert,[295] so bereitet und vertieft die persönliche und gemeinschaftliche betende Lesung das vor, was die Kirche durch die Verkündigung des Wortes im liturgischen Rahmen feiert. Wenn man lectio und Liturgie in einen so engen Bezug zueinander setzt, kann man besser die Kriterien erfassen, die dieses Lesen im Kontext der Pastoral und des geistlichen Lebens des Gottesvolkes leiten müssen.

 


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