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Moskauer Patriarch beschimpft Gegner Russlands als "Kräfte des Bösen"28. Februar 2022 in Weltkirche, 12 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Patriarch Kyrill kritisiert aber mit keinem Wort den russischen Angriff auf die Ukraine - Ukrainisches orthodoxes Kirchenoberhaupt Epifanij vergleicht Putin mit Hitler und warnt davor, dass die ganze Welt von Russlands Atomwaffen bedroht ist
Moskau/Kiew (kath.net/KAP) Das Oberhaupt der Russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I., hat sich einmal mehr nicht vom Angriff Russlands auf die Ukraine distanziert. In seiner Predigt bei einem Sonntagsgottesdienst in Moskau sprach Kyrill von äußeren "bösen Kräften", die nicht nur Russland, sondern die ganze "Rus" bedrohen würden. Der Patriarch verwendete mit "Rus" einen Begriff, der auf die ethnokulturelle und kirchliche Einheit von Russland, Belarus und Ukraine anspielt. Wörtlich sagte der Patriarch: "Gott bewahre, dass die gegenwärtige politische Situation in der uns nahen brüderlichen Ukraine darauf abzielt, dass die bösen Mächte, die immer gegen die Einheit der Rus und der russischen Kirche gekämpft haben, die Oberhand gewinnen."
Das Unterpfand dieser Einheit der Rus sei die Russisch-orthodoxe Kirche. "Möge der Herr unsere Kirche in Einheit bewahren", so der Patriarch, der darauf anspielte, dass es in der Ukraine zwei orthodoxe Kirchen gibt: die Ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK-MP) und die eigenständige Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU). Und Patriarch Kyrill fügte hinzu: "Möge der Herr die Völker, die Teil des einheitlichen Raums der Russisch-Orthodoxen Kirche sind, vor mörderischen Kriegen schützen. Wir dürfen uns nicht von dunklen und feindlichen äußeren Kräften auslachen lassen, wir müssen alles tun, um den Frieden zwischen unseren Völkern aufrechtzuerhalten und gleichzeitig unser gemeinsames historisches Vaterland vor allen äußeren Einwirkungen zu schützen, die diese Einheit zerstören können." Der Patriarch rief die Gläubigen schließlich auf, für den Frieden und für die Einheit zu beten. 
Die grundsätzlich russlandfreundliche UOK-MP hat allerdings schon vergangene Woche den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgerufen, den Angriff einzustellen. Für einen solchen Krieg gebe es keine Entschuldigung, weder vor Gott noch vor den Menschen, so Metropolit Onufrij, das Oberhaupt der Kirche.
Metropolit Epifanij, Oberhaupt der OKU hat unterdessen in einer Botschaft am Sonntag zur kirchlichen Einheit im Land aufgerufen. Immer mehr Geistliche und Gläubige der UOK-MP hätten das wahre Wesen der Russisch-orthodoxen Kirche und ihres Oberhaupts Patriarch Kyrill erkannt und würden treu zur Ukraine und deren Verteidigung stehen. Er sei überzeugt, so Epifanij, "dass sich viele Hierarchen, Priester und Laien des Moskauer Patriarchats bereits nach ihrer Zukunft fragen, die sie nicht mit dem diskreditierten Patriarchen Kyrill in Verbindung bringen".
Epifanij ging auch auf die atomaren Drohungen des russischen Präsidenten ein. Darin werde deutlich, dass nicht nur die Ukraine in Gefahr sei, sondern die ganze Welt. Wörtlich hielt der Metropolit fest: "Der Geist des Antichristen wirkt im Führer Russlands, dessen Zeichen uns die Schrift offenbart: Stolz, Hingabe an das Böse, Rücksichtslosigkeit, falsche Religiosität. Das war Hitler im Zweiten Weltkrieg. So ist Putin heute geworden." Deshalb sei es nicht nur die Aufgabe der Ukraine, sondern "aller Länder der Welt, aller Menschen guten Willens darin, Putin jetzt zu stoppen".
Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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Lesermeinungen| | Silvius 1. März 2022 | | | | Das bestätigt meine Meinung, daß das Handeln Putins massiv bestimmt ist durch Weltsicht und Spiritualität des orthodoxen Christentums. In dieser Sicht ist der Westen quasi immer schon das Böse, besonders seit der Eroberung Konstantinopls durch die Kreuzritter und durch die Türken 1453. Für die Orthodoxen gibt es schon immer ein geplantes, heimtückisches Vorgehen gegen den Osten. Ausserdem hat der Krieg dann doch auch mit der Unabhängigkeit der ukrainischen Kirche 2018 zu tun. In diesem Licht kann sich Putin quasi als einen Gesandten Gottes zur Betsrafung der gottlosen Welt verstehen. Man schaue sich das folgende Video an:
https://mysticpost.com/2022/02/vladimir-putins-mysterious-prayer-to-the-virgin-mary-military-build-up-in-europe-begins-soon-after/.
Ausserdem bin ich der Meinung, daß die orthodoxe Spiritualität massgeblich an der ewigen wirtschaftlichen Rückständigkeit Russlands beteiligt ist. Stichwort Palamismus. |  0
| | | | | Chris2 1. März 2022 | | | | Andersdenkende = "Nazis" @Richelius Danke. Erinnere mich, dass "Antifaschismus" ein DDR-Propagandabegriff war ("Antifaschistischer Schutzwall") und wie Merkel einmal kritische Demonstranten als "Zusammenrottungen" bezeichnet hatte. Ebenfalls ein DDR-Sprech, z.B. zur Diffamierung der Montagsdemonstrationen gegen das sozialistische Regime... |  0
| | | | | Richelius 1. März 2022 | | | |
Interessant ist, daß dem Patriarchen dieses Mal viele Priester und Bischöfe seiner Kirche nicht folgen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist selbst das Oberhaupt der ROK in der Ukraine gegen diesen Krieg. Der war doch sonst immer ein Gefolgsmann Kyrills.
@ Chris2: Umgekehrt: Die Deutschen haben bei den Russen gelernt, alle Gegner als Nazis und/oder Faschisten zu bezeichnen.
Extremen Nationalismus habe ich leider auch schon in den kath. Ostkirchen erlebt. Ganz selten auch bei den Lateinern. |  1
| | | | | SalvatoreMio 28. Februar 2022 | | | | Werkzeuge Satans @Stephanus2: ich sehe das ähnlich. Wir gehören Christus an, um in seinem Namen zu wirken. Andere lassen sich benutzen als Werkzeuge Satans. In der Versuchungsgeschichte Jesu ist alles nachzulesen. "Wer nicht mit ihm ist, ist gegen ihn", und das ist Herr Putin nicht allein. |  1
| | | | | Derfromme 28. Februar 2022 | | | | Patriarch Kyrill ? Wir sollten aufhören ihm diesen Ehrentitel zuzugestehen. Er ist ein gottverlassener Pudel von Putin. |  1
| | | | | Chris2 28. Februar 2022 | | | | Großer Knackpunkt der Orthodoxie? Schon in Serbien gab es damals eine absolut unkritische Staatsnähe des orthodoxen Oberhauptes, der die Kriege gegen die nach Unabhängigkeit strebenden Teilrepubliken rechtfertigte. Bei den Protestanten gab es das systembedingt schon immer und auch "moderne" Bischöfe unterstützen allzu gerne alles, was der jeweiligen Regierung gerade einfällt. Zum Glück geht das "Ruinenschaffen" bei uns wenigstens ohne Waffen ab - in jeder Hinsicht. Jetzt versucht man, die Fehler im Zeitraffer und völlig überteuert zu korrigieren, die uns gerade schmerzhaft auf die Füße fallen (v.a. die weitgehende Demilitarisierung der Bundeswehr und die Energiew-Ende, die in langen Winternächten ohne Sonne und mit nur wenig Wind - und jetzt auch noch bedrohter Gasversorgung - ein Spiel mit dem Blackout ist) |  1
| | | | | Cejazar 28. Februar 2022 | | | | Diesen Mann hat Kardinal Marx ernsthaft als Vermittler im Ukraine-Krieg vorgeschlagen Sowohl der Patriarch von Moskau als auch der Erzbischof von München und Freising sollten bei ihrer „Kernkompetenz“ nämlich der Glaubensverkündigung bleiben und sich nicht an politischen Fragen versuchen. Das geht in der Regel schief. |  1
| | | | | chriseeb74 28. Februar 2022 | | | | "Die Kräfte des Bösen"... wirken wohl bei diesem Patriarchen.
Für mich ein "Mißbrauch" seiner Position und der russisch-orthodoxen Kirche.
Er sollte sich schämen! |  2
| | | | | Chris2 28. Februar 2022 | | | | Putin selbst sprach ja von "Nazis". Hat er da etwa eine in Deutschland äußerst beliebte und erfolgreiche Taktik kopiert, die hier jegliche Diskussion, jegliche Oppositionsarbeit und jeglichen Protest gegen Grundrechtseinschränkungen, ja jede Meinungsäußerung Andersdenkender überhaupt, im Keim erstickt. Denn wer will schon ein nasiewissenschon sein oder mit denen gesehen werden? Unser Zensurgesetz hatte ja bereits Erdogan ausdrücklich zum Vorbild für sein eigenes genommen... |  1
| | | | | winthir 28. Februar 2022 | |  | dazu fällt mir ein: "Wes Brot ich ess,
des Lied ich sing." |  0
| | | | | stephanus2 28. Februar 2022 | | | | Ich kann nur schreiben.. ..was ich denke und wie es mir erscheint. Die Kriegshandlung Putins ist eine Katastrophe. An der Eskalation haben aber viele gezündelt,und, so weit ich sehe, hat die westliche Diplomatie totalversagt, z.T. vielleicht mit Absicht. Denn Russland war früher sowjetisch-atheistisch, der hl. JPII hatte dann Russland der Gottesmutter geweiht, ich glaube 1987. Heute bekennen sich dort rund 67% zum Christentum (orthodox), wird dort die heilige Eucharistie verehrend gefeiert, das heilige Messopfer dargebracht. Das ist genau das, was der Böse zu vernichten trachtet , darum er ja auch die kath. Kirche zerstören will.An dieser Eskalation in der Ukraine ist Putin nicht allein schuld, m.E. sind Strippenzieher am Werk, denn am Ende wird sich alles gegen ihn und das arme, schöne, heilige (hieß es nicht mal so ?) Russland richten. |  3
| | | | | Fischlein 28. Februar 2022 | | | | Es ist traurig für die glaubenden Russen orthodoxen Glaubens. Es ist kein großes Geheimnis, dass der Patriarch von Moskau ein Spitzel von KGB war, genauso wie sein Vorgänger.
Es freut mich aber, dass im dortigen Klerus ein neuer Geist wächst. |  2
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