Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  3. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  4. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  5. Der stumme Gott unserer Zeit
  6. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  7. Beschließen ohne zu entscheiden?
  8. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  9. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  10. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  11. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  12. Frankreich: Neues Gesetz bestraft Versuch, von Suizidhilfe abzuhalten
  13. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  14. Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit
  15. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an

Psychiater Haller: Missbrauchsdiskussion nicht auf Kirche einengen

24. Jänner 2022 in Österreich, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mitglied der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft im Interview mit den Vorarlberger Nachrichten: Am wichtigsten ist, die Opfer ernst zu nehmen und ihre Interessen in den Vordergrund zu stellen.


Feldkirch (kath.net/ KAP)

Der Psychiater Reinhard Haller warnt davor, die Missbrauchsdiskussion auf die Katholische Kirche einzuengen. "Es sind nicht alle Missbrauchsfälle pauschal der Kirche zuzuweisen", sagte Haller im Interview der Vorarlberger Nachrichten (Freitag). Die Kirche als Institution habe sich immer klar gegen Pädophilie positioniert, "aber viele Mitglieder haben sich nicht daran gehalten". Es gebe Berechnungen, dass nur drei Promille aller Missbrauchshandlungen auf die Kirche zurückzuführen sind. Haller: "Man darf bei der Diskussion die anderen 99,7 Prozent nicht vergessen."

Bei weitem nicht alle Priester und Ordensleute seien potenzielle Täter. Innerhalb der Täterschaft seien es häufig neurotische und sexuell unreife Menschen, so Haller. Er ist Mitglied der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft (Klasnic-Kommission) und äußerte sich anlässlich des am Donnerstag veröffentlichten Missbrauchsgutachten in der Erzdiözese München.


Auf notwendige Präventionsmaßnahmen angesprochen betonte Haller: "Wichtig sind Enttabuisierung und Transparenz." Der Bereich Sexualität sollte mehr in der Auswahl sowie in der Aus- und Weiterbildung der Priester berücksichtigt werden. Und es stelle sich grundsätzlich die Frage, "wie in der Kirche mit dem Thema Sexualität, das ein wichtiger menschlicher Bereich ist, umgegangen wird". Der Zölibat könnte zum Beispiel freiwillig gewählt werden, auch die Rolle der Frauen in der Kirche könnte neu diskutiert werden, so der Psychiater.

Die Folgen für die Betroffenen würden von der Art der Missbrauchshandlungen, deren Dauer und deren Häufigkeit sowie dem Alter der Opfer abhängen. Betroffene würden häufig unter Selbstwertzweifeln, sexuellen Problemen und Angsterkrankungen leiden. In vielen Fällen würden Opfer auch zu Suchtmitteln greifen, um sich selbst zu "behandeln". In einem Teil der Fälle würden die Opfer später selbst zu Tätern, so Haller: "20 Prozent der Täter waren selbst einmal Opfer."

Geholfen werden könne in erster Linie durch Therapiemaßnahmen und zweitens durch finanzielle Entschädigungen als Form der versuchten Wiedergutmachung. Ganz wichtig sei es, die Opfer ernst zu nehmen und ihre Interessen in den Vordergrund zu stellen, so Haller.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  5. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  6. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  7. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  8. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  9. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  10. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  11. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  12. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  13. Beschließen ohne zu entscheiden?
  14. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  15. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz