Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  3. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  4. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  5. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  6. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  7. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  8. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  9. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  10. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  11. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  12. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  13. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  14. Wir können NICHT schweigen!
  15. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'

Über strukturelle Gewalt in der Kirche

20. Oktober 2021 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bernhard Meuser, Theologe und Buchautor, beschreibt auf Facebook, warum es Pfarrer und Theologieprofessoren gibt, die zwar voll hinter dem „Reform Manifest“ stehen, aber dies nicht öffentlich machen können.


Augsburg (kath.net) kath.net dokumentiert Facebook-Bemerkungen des Augsburger Theologen und Buchautors Bernhard Meuser in voller Länge:

Gestern schrieb uns ein junger Priester: „Ich stehe voll hinter dem Reform Manifest. Ich würde das ja gerne unterschreiben, aber ich bin quasi noch in Ausbildung, zusammen mit vielen gleichgestellten Laientheologen, insofern bin ich ohnehin schon das ‚schwarze Schaf‘ in der weißen Herde. Seien Sie versichert: Ganz viele Priester und Priesteramtskandidaten meiner Diözese würden liebend gerne unterzeichnen, denn auch in unserem Bistum werden die Sakramente vom Tisch gefegt und durch weiche, laienkompatible Dienstleistungen ersetzt. Die Gläubigen sehen das nicht, aber als Priester bewegst du dich heute in einem ziemlich gnadenlosen professionellen Umfeld. Selbst als Pfarrer kannst du es dir nicht einfach erlauben, öffentlich - für Gott-weiß-wen-alles sichtbar - zu unterschreiben. Im Moment können wir Sie nur im Gebet unterstützen…“
Darauf habe ich dem jungen Priester geschrieben: „… dann unterschreiben Sie halt anonym, aber mit Berufsbezeichnung. Die anderen Unterzeichner werden das schon zu deuten wissen.“


Wäre diese Zuschrift ein Einzelfall, man könnte sie ignorieren. Aber ein namhafter Professor der Theologie hat das gleiche Problem. Er klopft uns auf die Schultern, aber sagt: „Was glaubt Ihr, was an der Fakultät los wäre, wenn ich das unterschreiben würde! Ich könnte einpacken. Ich hab´ noch ein paar Jährchen bis zur Emeritierung.“ Ein Dogmatiker berichtet: “Auf Fachkongressen gibt es Eucharistie für die Priesterfraktion und ein paar Unbelehrbare, und Wortgottesdienst für die Freunde kirchlichen Fortschritts.“

Nun darf man erstens nicht in den Fehler verfallen, Laientheologinnen und Laientheologen pauschal zu verurteilen. Wir haben nun einmal wenige Priester. Und mancherorts wäre die kirchliche Struktur längst in sich zusammengebrochen, wenn es nicht gläubige, für Gott und die Kirche brennende Laienchristen gäbe, die kooperativ mit dem Priester zusammenarbeiten und sich nicht ein pastorales Arbeitsfeld neben den Kernaufgaben der Kirche suchen. Es fehlt da ja wahrlich nicht an Beratern, Volkserziehern und Seelsorgern im Seitausfallschritt. Die Laien aber, die beruflich für die Kirche arbeiten und um die Priorität von Sakrament und Katechese wissen, sind ein Geschenk für die Kirche – und man kann nicht dankbar genug für sie sein. Zum zweiten erklärt sich ein Teil des Ressentiments gegen den Priester auch aus der Tatsache, dass es den „Klerikalismus“, den Papst Franziskus immer wieder moniert, wirklich gibt. Unter der Kategorie „Priester“ findet sich eben nicht nur der wunderbare, Gott und den Gläubigen hingegebene Mensch. Dabei muss man nicht einmal an Missbrauch denken. Leider entfalten sich auch Psychopathen und Sonderlinge im Amt; es gibt immer noch solche, die sich nicht für „Diener“ (Kol 1,25), sondern für „Herren“ halten und von oben herab auf die die B-Klasse der Laien schauen. Und es gibt genug Konkubinarier jedweder sexuellen Orientierung, die sich weiter den Gemeinden zumuten. Sie fielen ja auch ökonomisch ins Nichts, würden sie die Konsequenzen ziehen.

Es tobt so vieles unter der Decke – und man kann dem Synodalen Weg nur dankbar sein, dass die Dinge einmal ans Licht kommen und nicht mehr gut katholisch weggemauschelt werden. Was den laikalen Betreibern kirchlichen Umbaus nicht so gefallen wird: Auch ihr ideologischer Ansatz wird sichtbar – und die Gewalt, mit der er notfalls gegen die ganze Kirche durch die Instanzen durchgepeitscht werden soll. Es ist ein Alarmzeichen erster Ordnung, dass man in der Katholischen Kirche in Deutschland nicht einmal mehr laut seine Meinung sagen darf, ohne Gefahr zu laufen gemobbt zu werden. Du darfst Dir jede Abweichung vom Glauben der Kirche leisten, du darfst Gott für ein Gerücht und Jesus für einen guten Mann halten, – und seine Mutter darfst du auf 2.0 umfrisieren. Aber wehe, du weichst von der Parteilinie ab, dann gnade dir …

Nein – dann sind wir dir ja sowas von böse! Dann schauen wir dich nicht mehr an! Dann gehörst du nicht mehr zu uns! Dann müssen wir dich mal einer genaueren Inquisition unterziehen! Dann grenzen wir dich aus und exkommunizieren dich! Irgendeine Ordnung muss es in der Kirche doch geben! Sonst kommen wir mit der Toleranz ja nie voran ...

Haben Sie Mut! Outen Sie sich! Bischöfe tun es. Äbte tun es. Mutige Theologen tun es. Unterschreiben Sie hier: https://neueranfang.online/manifest/#unterzeichnen


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  3. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  4. ‚Mundus reconciliatus Ecclesia‘ – Die Sendung der Kirche in der Welt
  5. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  6. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  7. Satire aus den USA: Ungeborene tarnen sich als Todestrakt-Häftlinge, um Schutz zu erhalten
  8. Verwandtenheirat: Darwin vs. Heilige Schrift - Die Bibel hat Recht!
  9. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  10. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  11. Ein moderner Menschenhandel: Die Ersatzmutterschaft durch Kauf eines Kindes
  12. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?
  13. Jakobsweg steuert auf neues Pilger-Rekordjahr zu
  14. Finnische Langzeitstudie: Anstieg an psychiatrischen Erkrankungen nach ‚Geschlechtsumwandlung‘
  15. Papst ab Dienstag im Gemelli-Krankenhaus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz