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Statt Machtworte: Worte in Vollmacht

28. Juni 2021 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
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Regensburger Bischof Voderholzer weiht 8 Diakone zu Priestern - Mit Kurzvideo


Rgensburg (kath.net/pek) Am Samstagvormittag hat Bischof Rudolf Voderholzer im Hohen Dom St. Peter acht Diakone zu Priestern geweiht. Die Priesterweihe war der Höhepunkt der Wolfgangswoche 2021. Trotz aller Corona-Auflagen konnte der Ritus der Handauflegung gut vollzogen werden. Die kurz zuvor erfolgten Corona-Tests bei Beteiligten waren allesamt negativ ausgefallen. Im Hohen Dom waren alle Abstandsregeln einzuhalten, sodass in der Hauptsache die Familien bzw. die geistlichen Familien und Gemeinschaften der Weihekandidaten anwesend sein konnten. Der Bischof sagte: „Der Herr hat seiner Kirche acht Neupriester geschenkt, wir danken ihm für diese Berufungen.“

Die vielen stillen Beterinnen

Er verwies auf die vielen stillen Beterinnen und Beter, die in der Vergangenheit um Beru-fungen gebetet hatten und dies auch weiter tun. Der Herr selbst mache die Männer in der Priesterweihe zu vollmächtigen Kündern des Wortes und Spendern der Sakramente. 5 Kandi-daten wurden für die Diözese geweiht, 2 Kandidaten gehören zu den Augustiner-Chorherren von Windesheim in Paring und 1 Kandidat zum Oratorium in Aufhausen. Beide Gemeinschaf-ten stehen in enger Beziehung zum Bistum Regensburg.

Hände ausbreiten statt auflegen

Zu Beginn hatte Regens Msgr. Martin Priller die 8 Kandidaten bei ihrem Namen aufgerufen und den Bischof um die Erteilung der Weihe gebeten, nachdem er die Würdigkeit der Kandi-daten bezeugt hatte. Auch die Gemeinde bekundete ihre Zustimmung. Die Weihe erfolgte nach der Anrufung des Heiligen Geistes durch die Handauflegung des Bischofs und das Wei-hegebet. Die anwesenden Priester breiteten wegen der Einschränkungen durch die Pande-mie die Hände über den Kandidaten aus (statt sie ihrerseits aufzulegen), um die Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester zu verdeutlichen. Dann kam es zum Anlegen der priesterli-chen Gewänder und zur Salbung der Hände sowie zur Überreichung von Brot und Wein durch den Bischof.


Verneigung, angedeutete Umarmung

Mit einer Verneigung als angedeutete Umarmung besiegelte der Bischof, dass er die Neupriester als neue Mitarbeiter annimmt. Mit den Neupriestern feierte Bischof Voderhol-zer die Eucharistie. Als Danksagung wurde das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ ange-stimmt. Im Segen der Neupriester sprachen diese den Gläubigen Gottes Nähe zu. Der Got-tesdienst endete mit dem Gruß an die Gottesmutter Maria: „Segne du, Maria“.

Eine irreale Debatte

In seiner Predigt zuvor ging Bischof Voderholzer auf den „Synodalen Weg“ ein: „Es ist viel die Rede von Macht.“ Dies erscheine ihm jedoch oft als eine irreale Debatte. An die Kandidaten gewandt, erklärte Dr. Voderholzer vielmehr, sie hätten dies vermutlich längst erlebt: „Eure Ohnmacht bei der Weitergabe des Glaubens.“ Sie sei nicht durch ein Macht-wort zu erzielen, sondern durch Worte des Bekennens und der Glaubenserfahrung. Nämlich seien dies gar nicht „Eure Worte, sondern Worte, die ihr in Vollmacht sprechen dürft“. Es gehe nicht um menschliche Machworte, sondern „um Euch anvertraute Worte“.

Kirche: Familie, nicht Konzern

Am 29. Juni werden im Übrigen 70 Jahre vergangen sein, seitdem Papst em. Benedikt XVI. in Freising zum Priester geweiht wurde, erinnerte Bischof Dr. Voderholzer. Auch erinnerte der Bischof daran, dass Benedikt vor einem Jahr „gerade noch rechtzeitig“ zu seinem Bruder nach Regensburg geeilt war, um von ihm Abschied in dieser Welt zu nehmen. Bei seinem Aufenthalt im Priesterseminar bei dieser Gelegenheit habe Papst em. Benedikt den Semina-risten mit auf den Weg gegeben, dass die Kirche nicht eine Idee und auch kein Konzern, son-dern wie eine Familie sei. In ihr könne es hin und wieder Schwierigkeiten geben. Aber es gebe in dieser Familie: Vater, Mutter, Schwestern und Brüder. Bischof Voderholzer: „Uns alle hat Papst Benedikt in seiner Hinfälligkeit gestärkt, der wie kein zweiter eine Theologie des Priestertums vorgelegt hat.“ Dr. Voderholzer weiter: „Ich möchte Euch diese Theologie mit auf den Weg geben.“

Franziskus: Jugendarbeit!

Dann erinnerte der Bischof von Regensburg an Papst Franziskus, der immer wieder die „elementare Aufgabe“ der Jugendarbeit darlege. Für die Notleidenden ein Herz haben, „das ist in der jetzigen Stunde der Kirche eine vordringliche Aufgabe“.
Die bewegende musikalische Gestaltung des Weihegottesdienstes lag bei dem Vokalensem-ble der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß. Als Domorganist wirkte Prof. Franz Josef Stoiber.

Von Herzen froh stellte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Ende des Pontifikalamtes mit der Spendung des Sakraments der Priesterweihe fest: „Es ist schon fast wieder wie früher.“ Froh auch gratulierte er gleich zweien der Neupriester, die an diesem 26. Juni ihren Geburtstag begingen.

Foto: altrofoto

Kurzvideo: Bistum Regensburg - Impressionen von der Priesterweihe 2021

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Lesermeinungen

 Norbert Sch?necker 30. Juni 2021 

Handauflegung?

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat der Bischof bei der Weihe durchaus die Hände aufgelegt. Das ist auch ein unverzichtbarer Bestandteil der sakramentalen Handlung.
Verzichtet wurde auf die Handauflegung durch die anderen anwesenden Priester. Die ist nämlich eine schöne Geste, aber nicht Bestandteil der Sakramentenspendung.
Man kann nun über Ängstlichkeit und hygienische Vorsicht diskutieren. Aber sakramental war hier wohl alles in Ordnung. Gottes Segen meinen neuen Mitbrüdern!


0
 
 SalvatoreMio 28. Juni 2021 
 

Ja, was ist los?

In meiner Umgebung zähle ich zu den "unchristlichen Querdenkern", die sich längst hätte impfen lassen müssen (aber nicht will). Meine Meinung: eine echte Handauflegung hätte doch stattfinden können und müssen. Was die Umarmung anbelangt: Da sollte man vorläufig Verzicht üben.


2
 
 read 28. Juni 2021 
 

Hände auflegen

Angst vor Berührung. Das ist nicht normal.
Und wenn nun einer der Neugeweihten zu einem Sterbenden gerufen wird, wird er ihn dann auch nicht salben, und ihm die Hand halten?
Was ist los?


1
 

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