Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  3. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  4. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  5. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  6. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  7. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  8. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  9. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  10. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  11. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  12. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  13. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  14. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang
  15. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!

Österreichischer Seniorenrat will Schutz gegen Sterbehilfe-Missbrauch

5. Mai 2021 in Prolife, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ohne Schutzkonzept würde der Druck auf Ältere, Schwerkranke, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung stark steigen. "Unter keinen Umständen sollen sich diese Menschen dafür rechtfertigen müssen, dass sie weiterleben wollen".


Wien (kath.net/KAP) Im Anschluss an das in der vergangenen Woche abgehaltene "Dialogforum Sterbehilfe" fordert der Österreichische Seniorenrat "ein klares und wirksames Schutzkonzept gegen den Missbrauch des assistierten Suizids". In einer Stellungnahme gegenüber der Austria Presseagentur  (APA) verlangen die beiden Präsidenten Ingrid Korosec (ÖVP) und Peter Kostelka (SPÖ) am Wochenende eine Sicherstellung des freien Willens Sterbewilliger, einen Rechtsanspruch auf Hospiz- und Palliativversorgung sowie ein Verbot geschäftsmäßiger Sterbeassistenz.

Ohne ein solches Schutzkonzept würde der Druck auf Ältere, Schwerkranke, Pflegebedürftige sowie Menschen mit Behinderung stark steigen. "Unter keinen Umständen sollen sich diese Menschen dafür rechtfertigen müssen, dass sie weiterleben wollen und die Möglichkeiten des assistierten Suizids nicht in Anspruch nehmen. Es darf zu keiner Kostendebatte über den Wert des Lebens kommen. Der Schutz der Schwächsten unserer Gesellschaft muss oberste Priorität haben", betonten die beiden Präsidenten der gesetzlichen Interessensvertretung der älteren Generation.


Deswegen sollen ausschließlich volljährige und vollständig entscheidungsfähige Personen, welche an einer unheilbaren Krankheit leiden, die in absehbarer Zeit zum Tod führt, assistierten Suizid in Anspruch nehmen dürfen. Das müsse von zwei Ärzten bestätigt werden und es dürfe keine Einflussnahme Dritter geben. Assistierten Suizid für Kinder, Jugendliche und psychisch Erkrankte lehnt der Seniorenrat klar ab.

Auch bei Sterbehilfe bei Demenzkranken, die nicht mehr selbst entscheiden können, muss für die Seniorenvertreter klar eine rote Linie gezogen werden. "Es darf keine zweite Person über das Leben eines anderen entscheiden. Der freie, ernsthafte und dauerhafte Wille muss klar abgesichert sein - dafür hat die Politik Sorge zu tragen", betonte Korosec.

Um diesen freien Willen abzusichern, fordert der Seniorenrat unter anderem die verpflichtende und unabhängige Aufklärung über Alternativen sowie verpflichtende Bedenkzeit. Vor allem bestehen die Seniorenvertreter auf einen Rechtsanspruch auf Hospiz- und Palliativversorgung und den damit verbundenen flächendeckenden Ausbau der Angebote. "Eine gute und ausgebaute Hospiz- und Palliativversorgung ermöglich schwerkranken Menschen einen würdevollen Abschied. Darüber hinaus belegen Studien, dass der Großteil der Menschen bei ausreichender Hospiz- und Palliativversorgung vom Sterbewunsch Abstand nimmt", hielt Kostelka fest.

Außerdem fordert der Seniorenrat ein Verbot der geschäftsmäßigen Suizidassistenz, unter anderem mittels Werbeverbot, Verbot der Gewinnorientierung und Begrenzung der geleisteten Assistenzen für Vereine. "Sterben darf kein Geschäftsmodell werden. Diesen Weg dürfen wir als Gesellschaft nicht beschreiten", so Korosec und Kostelka.

Das von der Regierung eingerichteten "Dialogforums Sterbehilfe" hatte die ganze letzte Woche intern beraten. Die Ergebnisse sollen nun in den kommenden Wochen zu einem Bericht zusammengefasst und auf der Homepage des Justizminisgteriums veröffentlicht. Im Sommer soll dann ein entsprechender Gesetzesentwurf vorliegen.

Grund für die Initiative war der Entscheid des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) vom Dezember, wonach die Strafbarkeit der Beihilfe zum Selbstmord unzulässig ist. Das Justizministerium hatte daher Religionsgemeinschaften, Organisationen und Wissenschafter aus den verschiedensten Bereichen eingeladen, Vorschläge zu machen, wie ein neu gestaltetes verfassungskonformes Gesetz aussehen könnte.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  5. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  6. Grösse
  7. Angeklagt, weil er einen schismatischen Bischof nicht rehabilitierte: Armeniens Patriarch Karekin II
  8. ALfA startet „von-Galen-Projekt“ zum 85. Jahrestag der Predigt von St. Lamberti
  9. William Donohue: Bürgermeister Mamdani soll nicht an Gedenkveranstaltung zu 9/11 teilnehmen
  10. „Warum ich katholisch bin“
  11. Was Papst Leo XIV. in Südamerika erwartet
  12. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang
  13. Wenn der Sturm den Glauben prüft - Der Friede Christi mitten im Gegenwind
  14. Expertin fordert nach Aufsichtsversäumnissen in den Provinzen nun nationalen Sterbehilfe-Watchdog
  15. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz