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Keine öffentlichen Oster-Gottesdienste, aber Lockerungen

2. April 2021 in Chronik, keine Lesermeinung
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Slowakische Bischofskonferenz-Sprecher sieht in Regierungsbeschluss zur Öffnung der Kirchen für das individuelle Gebet und zu Ausnahmen vom Ausgehverbot "Schritt in die richtige Richtung".


Bratislava (kath.net/ KAP)

Als "Schritt in die richtige Richtung" hat die Slowakische Bischofskonferenz die zumindest minimalen Lockerungen bei den insgesamt sehr strikten Corona-Regeln für das religiöse Leben bezeichnet. Auch über Ostern gilt ein generelles Verbot von Gottesdiensten mit physischer Präsenz von Gläubigen, zumindest erwägt man nun aber die Ermöglichung der Abhaltung von Gottesdiensten im Freien, betonte der Bischofskonferenz-Sprecher Martin Kramara nach einem Ministertreffen am Mittwoch. Weiterhin hoffe die Kirche jedoch inständig auf baldige Zulassung von Gottesdiensten.

Obwohl die zentralen liturgischen Feiern an den Kartagen und am Ostersonntag in der Slowakei weiterhin ausschließlich online stattfinden müssen, werden die Kirchen nach dem jüngsten Regierungsbeschluss nun zumindest zum individuellen Gebet geöffnet. Unter Einhaltung der hygienischen Vorschriften sollen Gläubige nicht mehr von der Polizei am Betreten der Gotteshäuser gehindert werden, hieß es. Weiters gilt ab sofort eine Ausnahme vom allgemeinen Ausgehverbot, wenn jemand die Bezirksgrenzen überschreiten muss, um individuelle geistliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wie etwa zu beichten.


 

Zvolensky informierte Heger

Der Bischofskonferenz-Vorsitzende Stanislav Zvolensky hatte am Montagnachmittag in einem Gespräch den damals noch designierten, am heutigen Donnerstag ernannten Ministerpräsidenten Eduard Heger über Probleme der Kirche infolge der fehlenden Ausnahmebestimmungen vom Ausgehverbot sowie durch die wiederholte Schließung der Kirchen für das private Gebet informiert.

Heger versprach dem Pressburger Erzbischof, sich umgehend dafür einzusetzen, dass die individuelle geistliche Fürsorge "in angemessener Weise garantiert wird". Auch werde er sich für eine Lösung einsetzen, "dass bei strikter Einhaltung sämtlicher Bedingungen möglichst bald wieder Gottesdienste unter Teilnahme von Gläubigen möglich werden". Am Sonntag hatte sich auch Parlamentspräsident Boris Kollar für eine Erlaubnis der individuellen "eins-zu-eins-Seelsorge" ausgesprochen.

Den nunmehrigen Lockerungen war ein dreiwöchiges Ringen der Kirche um Berücksichtigung ihrer Anliegen im Lockdown vorausgegangen. Ein Brief der Bischöfe an Ministerpräsident Igor Matovic mit der Bitte um ein persönliches Treffen blieb angesichts der sich schon damals abzeichnenden möglichen Ablöse des Regierungschefs unbeantwortet.

In der vergangenen Woche hatte ein weiterer Brief Erzbischof Zvolenskys, diesmal an den damals interimistisch auch als Gesundheitsminister amtierenden Finanzminister Heger, Aufsehen erregt. In ungewohnt scharfer Weise hatte Zvolensky die "Ignorierung der fundamentalen Forderungen der Kirche" als "unhaltbar" bezeichnet. Es sei "überflüssig zu analysieren, unter welchem Druck wir schon Monate lang stehen - von Menschen, die zumindest die grundlegendste geistliche Fürsorge einfordern".

 

Religionsfreiheit als Tauschobjekt

Während Ärzte und Wissenschaftler in den Konsilien für die legitimen Ausformungen der Religionsfreiheit auch im Notzustand Verständnis äußerten, sei diese auf Regierungsebene zum "Tauschobjekt für politische Zweikämpfe geworden", sprach Zvolensky den erneut eskalierten Streit des konservativen Populisten Matovic und seines liberalen Widerparts in der Regierungskoalition, Wirtschaftsminister Richard Sulik, an.

Der Prager Erzbischof und frühere Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Kardinal Dominik Duka, hat "seinem Bruder in Christo" ein Solidaritätsschreiben übermittelt, in dem er die Haltung der slowakischen Bischöfe würdigte. Nicht zuletzt schätze er den freiwilligen Einsatz von Priestern, die in Krankenhäusern mit Covid-19-Patienten Hilfsdienste leisteten. Desgleichen schätze er den "slowakischen Katholizismus, der so oft einen Dienst nicht nur dem eigenen Volk, sondern auch unserem Kontinent im Kampf um die unteilbare Freiheit geleistet" habe.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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