Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. „Das hier ist ein Satire-Account, oder? ODER????“
  2. #SegenFürAlle: Pfarreien erklären Ungehorsam
  3. Die große Flucht
  4. Rosenkränze für Weltjugendtag 2023 aus Recycling-Material
  5. Belgien: Mann will Ordensschwester werden
  6. "Redet miteinander und habt Sex miteinander – Und geht niemals mit Groll zu Bett!"
  7. Ramadan-Wünsche vom Vatikan: Gemeinsam "Zeugen der Hoffnung"
  8. Augsburger Bischof Meier fordert für Frauen ein diakonisches Dienstamt mit eigenem Profil
  9. New Yorker Elternteil möchte das eigene (erwachsene) Kind heiraten
  10. Mangel an Einheit in vielen grundlegenden Aspekten des Glaubens
  11. DBK-Vorsitzender Bätzing: Debatte um selbstbestimmtes Sterben „sehe ich mit großer Sorge“
  12. Antifa-Flagge über dem vor allem aus kirchlichen Spenden finanzierten Rettungsschiff „Sea-Watch 4“
  13. Gebetsstätte Wigratzbad bekommt neue Leitung
  14. Polnische Bischöfe gegen Corona-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson
  15. Kardinal Müller: „Ich halte Benedikt XVI. für einen Kirchenlehrer der Zukunft“

Die Gefahr der Praxis ‚sekundärer Gepflogenheiten’

9. Februar 2021 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft, um eure eigene Überlieferung aufzurichten. Die Gefahr einer falschen Religiosität. Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Als das Volk sich im Land niederlässt und Hüter des Gesetzes ist, verfällt es der Versuchung, seine Sicherheit und Freude auf etwas zu setzen, das nicht mehr das Wort des Herrn ist: auf Güter, auf Macht, auf andere ‚Gottheiten’, die in Wirklichkeit nichtig sind, die Götzenbilder sind“.

„So geht die Religion ihres wahren Sinns verlustig, der darin besteht, im Hören auf Gott zu leben, um seinen Willen zu tun – der die Wahrheit unseres Seins ist – und so gut zu leben, in der wahren Freiheit, und sie beschränkt sich auf die Praxis sekundärer Gepflogenheiten, die vielmehr das menschliche Bedürfnis befriedigen, sich mit Gott im Reinen zu fühlen.“

Lehrgespräch über die Reinheit (Dienstag der fünften Woche im Jahreskreis):

„Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, versammelten sich bei Jesus. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben; so halten sie an der Überlieferung der Alten fest. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln.


Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?

Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Vergeblich verehren sie mich; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft, um eure eigene Überlieferung aufzurichten. Denn Mose hat gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter! und: Wer Vater oder Mutter schmäht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Wenn einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Korbán – das heißt: Weihgeschenk sei, was du von mir als Unterstützung erhalten solltest –, dann lasst ihr ihn nichts mehr für Vater oder Mutter tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen“ (Mk 7,1-13).

Benedikt XVI., Angelus am 2. September 2012:

Im Wortgottesdienst des heutigen Sonntags tritt das Thema des Gesetzes Gottes hervor, seines Gebots: ein wesentliches Element der jüdischen und auch der christlichen Religion, wo es seine volle Erfüllung in der Liebe findet (vgl. Röm 13,10). Das Gesetz Gottes ist sein Wort, das den Menschen auf dem Weg des Lebens führt, es läßt ihn aus der Knechtschaft des Egoismus heraustreten und führt ihn hinein in das »Land« der wahren Freiheit und des Lebens. Deshalb wird das Gesetz in der Bibel nicht als eine Last, als eine einengende Beschränkung gesehen, sondern als kostbarstes Geschenk des Herrn, das Zeugnis seiner väterlichen Liebe ist, seines Willens, seinem Volk nahe zu sein, sein Verbündeter zu sein und zusammen mit ihm eine Geschichte der Liebe zu schreiben.

So betet der fromme Jude: »Ich habe meine Freude an deinen Gesetzen, dein Wort will ich nicht vergessen. […] Führe mich auf dem Pfad deiner Gebote! Ich habe an ihm Gefallen« (Ps 119,16.35). Im Alten Testament ist es Mose, der im Namen Gottes dem Volk das Gesetz übermittelt. Nach dem langen Weg durch die Wüste ruft er an der Schwelle zum Gelobten Land aus: »Und nun, Israel, höre die Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich euch zu halten lehre. Hört und ihr werdet leben, ihr werdet in das Land, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen« (Dtn 4,1).

Und da stehen wir vor dem Problem: Als das Volk sich im Land niederläßt und Hüter des Gesetzes ist, verfällt es der Versuchung, seine Sicherheit und Freude auf etwas zu setzen, das nicht mehr das Wort des Herrn ist: auf Güter, auf Macht, auf andere »Gottheiten«, die in Wirklichkeit nichtig sind, die Götzenbilder sind. Gewiß, das Gesetz Gottes bleibt, doch es ist nicht mehr das Wichtigste, die Regel des Lebens; es wird vielmehr zu einer äußeren Hülle, zu einem Überzug, während das Leben anderen Wegen, anderen Regeln folgt, oft egoistischen Einzel- oder Gruppeninteressen. Und so geht die Religion ihres wahren Sinns verlustig, der darin besteht, im Hören auf Gott zu leben, um seinen Willen zu tun – der die Wahrheit unseres Seins ist – und so gut zu leben, in der wahren Freiheit, und sie beschränkt sich auf die Praxis sekundärer Gepflogenheiten, die vielmehr das menschliche Bedürfnis befriedigen, sich mit Gott im Reinen zu fühlen.

Doch das ist eine große Gefahr für jede Religion, auf die Jesus zu seiner Zeit gestoßen ist, zu der es aber leider auch in der Christenheit kommen kann. Daher müssen die Worte Jesu gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer im heutigen Evangelium auch uns zu denken geben. Jesus macht sich die Worte des Propheten Jesaja zueigen: »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen « (Mk 7,6–7; vgl. Jes 29,13). Und dann schließt er: »Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen« (Mk 7,8).

Auch der Apostel Jakobus warnt in seinem Brief vor der Gefahr einer falschen Religiosität. Er schreibt an die Christen: »Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst« (Jak 1,22). Die Jungfrau Maria, an die wir uns nun im Gebet wenden, helfe uns, offenen und aufrechten Herzens das Wort Gottes zu hören, damit es alle Tage unseren Gedanken, unseren Entscheidungen und Handlungen Orientierung verleihe.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 matthieu 9. Februar 2021 
 

So verständlich

Tja, ich kann auch nur sagen: Das verstehe ich sofort und fühle mich auch angesprochen. Ich danke Gott für diesen Theologen. Einer der vier Pfeiler meines Glaubens :)


2

2
 
 lesa 9. Februar 2021 

Gottes Gebot nicht preisgeben

"Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen« (Mk 7,8).
Mit Überlieferung der Menschen ist natürlich nicht die geistgewirkte Lehrüberlieferung der Kirche gemeint, sondern das, was sich Menschen ausgedacht und zusamenebastelt haben unter Hintanstellung Seiner Wahrheit, die Er selber ist. "Mainstream", "Lebenswirklichkeit" etc.
Der synodale Weg z.B. redet davon, im Namen der Kirche unterwegs zu sein, setzt aber alles daran, um Gottes Gebote und die Lehre der Kirche auszuhebeln frei nach Gusto.
Selbstverständlich ist aber, wie immer, das Wort zuerst an jeden von uns persönlich gerichtet. "Folge MIR nach" ...(Joh)


3

2
 
 UnchurchedSpiritual 9. Februar 2021 
 

Die Gefahr einer areligiösen, antireligiösen verweltlichten Kirche.

Ich vermisse unseren Philosophenpapst Benedikt XVI. Seine Worte rühren uns spirituell an, bereichern uns intellektuell und sind zeitlos gültig. Wie das von ihm genannte Bibelzitat:
»Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen «
Warum fällt mir bei diesem Zitat, die deutsche Amtskirche ein und auch ganz besonders der jetziger Papst? In wolkigen unverbindlichen Politikersprachhülsen rettet er permanent die Welt, während die Kirche verkommt. Gott kommt in seiner Rede gar nicht mehr vor.
Wie in der letzten Neujahrsansprache des Papstes über die Gesundheitskrise, Umweltkrise, Wirtschaftlichen und sozialen Krise, Migrantenkrise, Krise der Politik, anthropologischen Krise, Klimawandelkrise, Pandemie und den von ihm (vor und nach der Wahl)klar favorisierten US-Abtreibungs-präsidenten.


2

3
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BenediktXVI-Lumen fi

  1. Drei Geburtstage und ein Danke: eucharistomen!
  2. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben
  3. ‚... damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat’
  4. Ich gehe fischen – Petrus, der Menschenfischer im eucharistischen Kontext
  5. Petrus... es war aber Nacht...
  6. Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft?
  7. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn. Das leise Handeln Gottes
  8. Dante – die Liebe, die kreisen macht die Sonne wie die Sterne.
  9. Kreuzerhöhung
  10. Ein besonderes Evangelium für diese Zeit – anamártetos








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie eine ROMREISE!
  2. „Das hier ist ein Satire-Account, oder? ODER????“
  3. Die große Flucht
  4. Gebetsstätte Wigratzbad bekommt neue Leitung
  5. Kardinal Müller: „Ich halte Benedikt XVI. für einen Kirchenlehrer der Zukunft“
  6. Belgien: Mann will Ordensschwester werden
  7. „Wenn meine Kirche jetzt auf dem Mittelmeer unter der Flagge der Antifa segelt, ist das der Bruch!“
  8. Kommen Sie mit - Familienwallfahrt ins Heilige Land mit P. Leo Maasburg - Oktober 2021
  9. #SegenFürAlle: Pfarreien erklären Ungehorsam
  10. New Yorker Elternteil möchte das eigene (erwachsene) Kind heiraten
  11. "Redet miteinander und habt Sex miteinander – Und geht niemals mit Groll zu Bett!"
  12. Polnische Bischöfe gegen Corona-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson
  13. Mangel an Einheit in vielen grundlegenden Aspekten des Glaubens
  14. „Ratzinger ein Spalter, Küng ein Versöhner?“
  15. Gram und Schrecken des szientistischen Fideismus

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz