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Erzbischof Lackner: Impfung auch Frage der gesellschaftlichen Solidarität - "Lasse mich impfen"

5. Februar 2021 in Österreich, 94 Lesermeinungen
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Impfung nicht das einzige Mittel gegen die Pandemie, "aber ein besonders wirksames" - Evangelischer Bischof Chalupka: "Vieles spricht für die Impfung" - Islam-Präsident Vural: "Sehe die Impfung als eine islamische Pflicht"


Salzburg (kath.net/KAP) Gegen einen Covid-Impfzwang hat sich der Salzburger Erzbischof Franz Lackner ausgesprochen. Zugleich gibt es aber, wie er betont, zahlreiche gute Gründe, sich impfen zu lassen. "Ich selbst habe mein Gewissen geprüft und nehme sowohl die Not als auch die Stimme der gewiss vertrauenswürdigen medizinischen Experten wahr. Ausgehend von diesen Orientierungspunkten lasse ich mich impfen", so der Erzbischof wörtlich. Er äußerte sich dieser Tage in den "Salzburger Nachrichten". Wie Lackner betonte, sehe er auch keinen anderen Weg aus der Krise. Und so verstehe er auch Papst Franziskus, wenn dieser sage: "Ich glaube, es ist ethisch, dass sich alle impfen lassen."

Mit Zwang sei nichts gewonnen. Jedenfalls seien aber alle gefordert, den Bedrohungen der Pandemie entgegenzuwirken. "Die Impfung ist hierzu nicht das einzige Mittel, aber ein besonders wirksames", so der Erzbischof. Somit sei die Impfung auch eine Frage der gesellschaftlichen Solidarität, gerade den Schwächsten und vulnerablen Gruppen gegenüber. Lackner: "Jeder Mensch, ob Christ oder nicht, ist daher aufgerufen, eine mögliche Impfung für sich zu prüfen." Dafür gebe es hilfreiche Kriterien: Zumutbarkeit, Angemessenheit, Verhältnismäßigkeit, die Frage von Alternativen. Unterstützend könne zudem ein Wort Jesu sein: "Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen."
Grundsätzlich sei es zu respektieren, wenn jemand aus gut abgewogenen Gründen - "und im Bewusstsein, dass er auf andere Weise zur Abmilderung der Pandemiefolgen beitragen muss" - für sich zu einer ablehnenden Entscheidung komme. Wem die Impfung möglicherweise schaden könne, weil medizinische Kontraindikationen vorliegen, dürfe auch nicht in einem moralischen Sinn zu ihr verpflichtet werden, erläuterte der Erzbischof.


Chalupka: "Vieles spricht für die Impfung"

Bei der Abwägung, ob man sich impfen lässt, dürfe nicht nur der eigene Schutz in die Waagschale gelegt werden, sondern auch der Nutzen für den Nächsten, so der evangelische Bischof Michael Chalupka: "Je mehr Menschen immun gegen das Virus sind, desto geringer sind dessen desaströse Folgen für die Gesundheit des Einzelnen, das Gesundheitssystem, die wirtschaftliche Entwicklung und die Bildung unserer Kinder. Vieles spricht für die Impfung." Trotzdem sollte sie nicht verpflichtend werden, "denn Verantwortung wird immer nur dort übernommen, wo das in Freiheit geschehen kann".

Breite Impfbereitschaft

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, hielt fest: "Ich werde mich aus solidarischer Haltung der Gesellschaft gegenüber impfen lassen, sobald ich an der Reihe bin, und sehe die Impfung als eine islamische Pflicht".

Ähnlich der Rabbiner Lior Bar-Ami von der liberalen jüdischen Gemeinde Or Chadasch in Wien: "Wenn Menschen an Covid-19 sterben, ist es unsere Pflicht, dies zu verhindern, und wenn eine Impfung Schutz bietet, ist es unsere Pflicht, uns impfen zu lassen."

Die buddhistische Nonne Carola Roloff bekräftigte ebenfalls, dass sie sich impfen lassen werde: "Der Schutz, den man für sich selbst und die anderen dadurch aufbaut, ist unvergleichlich größer als das Risiko von Impfschäden." Man könne aber nicht erwarten, dass alle so denken. Daher habe Druck keinen Zweck, "es muss in der Eigenverantwortung bleiben". Wichtig sei aber, "dass man gut informiert und an die Solidarität appelliert".

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Erzbischof Lackner (c) kathpress/Franz Neumayr


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