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Irak: Christen beten für Papstbesuch

20. Jänner 2021 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Chaldäischer Patriarch lädt zum Gebet für den Papstbesuch ein - Kardinal-Patriarch Sako würdigte gute Zusammenarbeit mit politischen und zivilgesellschaftlichen Kräften


Bagdad (kath.net/KAP) Der chaldäisch-katholische Patriarch, Kardinal Mar Louis Raphael Sako, lädt die Gläubigen seiner Kirche ein, ab 17. Jänner jeden Sonntag für den angekündigten Besuch von Papst Franziskus im Irak zu beten. Das Gebet, dessen Text vom chaldäischen Patriarchat bereits veröffentlicht wurde, gelte vor allem den "Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen", damit Papst Franziskus den "erwarteten Besuch tatsächlich durchführen kann". Ebenso wird für die Anliegen des Papstes gebetet, "den Dialog und die brüderliche Versöhnung zu fördern, das Vertrauen zu stärken, die Werte des Friedens zu festigen". Die Iraker seien "Zeugen schmerzlicher Ereignisse", heißt es in dem Gebetstext mit Verweis auf die langen Kriegsjahre und die noch heute andauernden Spannungen.

Der Besuch von Franziskus im Irak wäre die erste Visite eines Papstes in dem Zweistromland. Ein detailliertes Besuchsprogramm für die Reise von 5. bis 8. März gab der Vatikan noch nicht bekannt. Neben der Corona-Pandemie stellt auch die Sicherheitslage die Organisation vor Herausforderungen.


Motto und Logo des geplanten Papstbesuchs stehen jedoch bereits fest: Das Bildmotiv zeigt Franziskus vor einem Umriss des Irak mit den Flüssen Euphrat und Tigris sowie einer Palme, im oberen Teil die vatikanische und irakische Flagge unter einer Friedenstaube. Ein umlaufendes Schriftband in Arabisch, Chaldäisch und Kurdisch nennt das Motto "Ihr alle seid Brüder", ein Zitat aus dem Matthäusevangelium (23,8).

Papst Franziskus hat in einem am 10. Jänner ausgestrahlten Interview mit dem italienischen Fernsehsender "Canale 5" jedoch bereits angedeutet, dass die Reise noch unsicher sei; der chaldäische Kardinal-Patriarch setze die Vorbereitungen dennoch entschlossen fort, meldete der "Pro Oriente"-Informationsdienst. In einem Interview mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR sagte Mar Louis Raphael Sako, "die Vorbereitungen gehen gut voran". Die Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden sei optimal.

Im Zuge der Vorbereitungen habe es auch Treffen mit einer Delegation des schiitischen Geistlichen und Politikers Muqtada al-Sadr gegeben sowie mit Repräsentanten der Nationalen Kommission für die Menschenrechte und mit Exponenten des Irakischen Rates für Frieden und Solidarität, berichtete der Pro-Oriente-Informationsdienst am Samstag. Alle diese Begegnungen dienten dazu, das Terrain für die erhoffte Papstreise vorzubereiten, meinte Sako. Die Begegnungen zeigten aber auch, dass es nötig sei die Menschenrechte alle Iraker zu verteidigen, auch für die Christen unter ihnen. Das werde aber erst möglich sein, wenn es im Irak einen demokratischen, säkularen und nicht religiös bestimmten Staat gebe, betonte Sako.

Als Ziele gab der Vatikan lediglich Bagdad, Erbil, Mossul, Karakosch und Ur bekannt. Laut chaldäisch-katholischen Patriarchen gebe es auch Überlegungen zu einem Besuch des Papstes in Nadschaf, der "heiligen Stadt" der Schiiten, und eine Begegnung mit deren geistlichem Führer, dem Großayatollah Ali al-Sistani.

Als wichtig erachtete der Kardinal-Patriarchen auch die Begegnung des Papstes mit dem Klerus in der syrisch-katholischen Marienkathedrale in Bagdad. Die Kathedrale war am 31. Oktober 2010 Ziel eines islamistischen Terroranschlags bei dem 48 Christen getötet wurden.

Wenn Papst Franziskus im Rahmen seines Besuchs im Irak die Stadt Bagdida (Qaraqosh) besucht, werde er auch die große Marienstatue sehen, die wieder den Glockenturm der "Al Tahira"-Kirche krönt, so der "Pro Oriente"-Informationsdienst. Die Installierung der Statue, die am 11. Jänner stattgefunden hat, sei von großer symbolischer Bedeutung und ein "Zeichen der Wiedergeburt" der Stadt in der Ninive-Ebene, die von 2014 bis 2016 unter der Herrschaft der IS-Terroristen stand. Der Komplex des Heiligtums von "Al Tahira" mit seinen zwei Kirchen - eine aus dem 13. Jahrhundert und die neue aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - ist das bekannteste christliche Monument der Stadt. Die Dschihadisten nutzten die Anlage u.a. als Schießstand und Waffenlager. Während und nach der Besetzung durch die Dschihadisten wurde die Kirche geplündert und verwüstet. Die Restaurierung sei nun mit der Installierung der Marienstatue auf dem Turm des Heiligtums symbolisch beendet worden.


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