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Vatikan will Abkommen mit China "ad experimentum" verlängern

15. September 2020 in Weltkirche, 14 Lesermeinungen
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Kardinalstaatssekretär Parolin: Erneuerung des Abkommens mit Peking soll wieder nur vorläufig geschehen


Rom (kath.net/KAP) Sollte das Abkommen des Vatikan mit China über die Ernennung von Bischöfen bis Anfang Oktober erneuert werden, so soll dies nach Aussage des vatikanischen Kardinalstaatssekretärs Pietro Parolin wieder nur vorläufig geschehen. "Wir beabsichtigen, dieses Abkommen mit der Formel 'ad experimentum' zu verlängern", sagte Parolin in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Il Messaggero" (Dienstag). Damit wolle man "wie bisher den weiteren Weg zur Einheit der Kirche in China evaluieren".


Angesprochen auf die Kritik an dem Ende September 2018 geschlossenen Abkommen räumte Parolin ein, dass die bisherigen ersten Ergebnisse nicht augenfällig seien. "In diesen zwei Jahren hat es Probleme gegeben", so der Kardinal, "aber es wurde eine wichtige Richtung eingeschlagen, die es wert ist, verfolgt zu werden." Ein "Diskurs zur Zusammenarbeit" sei es jederzeit wert, geführt zu werden, "auch in Bezug auf ein großes Land wie China".

In dem am 22. September 2018 geschlossenen vorläufigen Abkommen, dessen Text bislang nicht öffentlich gemacht wurde, vereinbarten der Heilige Stuhl und die Volksrepublik einen Modus zur Ernennung von Bischöfen und Errichtung von Diözesen. Demzufolge werden die Kandidaten von der chinesischen Religionsbehörde ausgesucht und vom Papst ernannt.

Die Ernennung von Bischöfen durch den Papst ist eines der wesentlichen Strukturmerkmale der katholischen Kirche. Die Regierung in Peking hingegen sieht solche Entscheidungen als rein innerchinesische Angelegenheit und verbittet sich jede ausländische Einmischung. Während etwa der frühere Hongkonger Erzbischof, Kardinal Joseph Zen, die Vereinbarung mehrfach als Verrat der Katholiken in China kritisierte, urteilten andere Experten differenzierter; angesichts der Situation in der Volksrepublik habe der Vatikan kaum eine andere Chance.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten

 


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