Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  2. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  3. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  4. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  5. Der stumme Gott unserer Zeit
  6. Vom Elend der Fürbitten
  7. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  8. Realitätsverlust im Bistum Chur
  9. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  10. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  11. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  12. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  13. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  14. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen
  15. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte

Eine kleine Mitra für den Pfarrer

20. Juli 2020 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Pfarreien werden über Kurz oder Lang räumliche Ausdehnungen annehmen, die nur noch der Verwaltung, nicht aber der Seelsorge zuträglich sind - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Der Titel dieses Montagskicks geht auf einen alten Witz zurück, der einen wahren Kern hat. Ob man denn nicht, wenn ein Domkapitular - statt eines Weihbischofs - zur Firmung käme, diesem nicht wenigstens eine kleine Mitra geben könne, fragte eine Dame aus dem Pfarrgemeinderat bei der Visitation den anwesenden Bischof. Die Antwort des Bischofs ist nicht überliefert.

 

Der Grund dafür diesen Titel zu wählen, ist kein Witz. Erneut kommt mit Freiburg derzeit ein Bistum in die katholischen Schlagzeilen, die ihre Pfarreien zu sogenannten XXL – Pfarreien zusammenlegen will. XXL ist eine Kleidergröße für recht großzügig gebaute Menschen. In logischer Konsequenz wäre die XXL- Pfarrei eine Pfarrei die einen großzügig gebauten, anders gesagt, sehr lebendigen Glauben hat. Weit gefehlt! Die XXL- Pfarrei ist in Wirklichkeit eher eine XXXS- Pfarrei. Seelsorge und Sakramentenspendung sind in der Fläche längst massiv ausgedünnt. Im Schnitt geht in Deutschland nicht einmal jeder zehnte Katholik regelmäßig in die Sonntagsmesse. Das hat Folgen.


 

Die Größe XXL für Pfarreien bezieht sich daher ausschließlich auf die xxl-große Anzahl der getauften und (noch) nicht aus der KdöR kath. Kirche ausgetretenen Personen. Dabei haben diese Verwaltungseinheiten schon mal locker eine Größe von 20.000 und mehr Mitgliedern. Nach der gescheiterten Pfarreideformation im Bistum Trier dürfte nun klar sein, dass man die Laien nicht dadurch stärkt, indem man ihnen die Aufgaben ihrer Priester aufbürdet. Die Leitung einer Pfarrei gehört in die Hände eines Pfarrers und der hat gefälligst ein geweihter Priester zu sein. So weit Rom. Warten wir ab, welche kirchenrechtlichen Winkelzüge man sich in deutschen Ordinariaten ausdenkt, um das erneut zu umgehen.

 

Nachvollziehbarer ist da eine Aussage aus dem Bistum Freiburg, dass die Zahl der mittel- und langfristig zur Verfügung stehenden Pfarrer die Anzahl der Pfarreien festlegt. In Freiburg ist von 40 die Rede. Andere Bistümer werden folgen. Eine zweistellige Zahl von Pfarreien scheint das Maß für deutsche Diözesen zu sein. Nun sind, stellt man Vergleiche mit dem Rest der katholischen Welt an, deutsche Diözesen geradezu riesig, man könnte von XXL- Bistümern reden. Ist es angemessen, dass XXL- Bistümer aus XXL- Pfarreien bestehen? Scheinbar ist das so.

 

In Wirklichkeit ist dieses Plattmachen über die Fläche natürlich tödlich für die ohnehin schon kranken Strukturen. Besser wäre es, starke Strukturen weiter zu stärken, auf dass sie den Glauben vertiefen und dadurch verbreiten. Kranke und sterbende kirchliche Strukturen sollte man nicht noch stärken. Ungleichzeitigkeiten sollte man nicht einebnen sondern ausnutzen. Die Menschen seelsorglich und mit Sakramenten zu betreuen ist eine Sache. Die Strukturen auf Krampf zu erhalten ist eine andere. Letzteres hat an den grünen Tischen deutscher Kirchenverwaltungen klar Vorrang.

 

So wird es kommen, wie es kommen muss. Die Pfarreien werden über Kurz oder Lang räumliche Ausdehnungen annehmen, die nur noch der Verwaltung nicht aber der Seelsorge zuträglich sind. Mit Blick auf diese Entwicklung ist damit zu rechnen, dass eine große Zahl deutscher Pfarreien künftig mehr Katholiken umfasst als das Bistum Görlitz. Und da wird die Frage nun wirklich virulent: Kann man dem Pfarrer einer XXL- Pfarrei nicht wenigstens eine kleine Mitra geben?


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  2. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  3. Der Tod der Theologie in Deutschland
  4. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  5. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  6. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  7. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  8. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  9. Hippe Missionare sind brandgefährlich
  10. Bischof sein in Opferperspektive






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  5. Realitätsverlust im Bistum Chur
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  8. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  11. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  12. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  13. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  14. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  15. Der stumme Gott unserer Zeit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz