Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. „Das hier ist ein Satire-Account, oder? ODER????“
  2. #SegenFürAlle: Pfarreien erklären Ungehorsam
  3. Die große Flucht
  4. Belgien: Mann will Ordensschwester werden
  5. "Redet miteinander und habt Sex miteinander – Und geht niemals mit Groll zu Bett!"
  6. Rosenkränze für Weltjugendtag 2023 aus Recycling-Material
  7. Augsburger Bischof Meier fordert für Frauen ein diakonisches Dienstamt mit eigenem Profil
  8. New Yorker Elternteil möchte das eigene (erwachsene) Kind heiraten
  9. Mangel an Einheit in vielen grundlegenden Aspekten des Glaubens
  10. Antifa-Flagge über dem vor allem aus kirchlichen Spenden finanzierten Rettungsschiff „Sea-Watch 4“
  11. Ramadan-Wünsche vom Vatikan: Gemeinsam "Zeugen der Hoffnung"
  12. Gebetsstätte Wigratzbad bekommt neue Leitung
  13. Sonntag der Barmherzigkeit bei der heiligen Faustyna Kowalska
  14. Polnische Bischöfe gegen Corona-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson
  15. Kardinal Müller: „Ich halte Benedikt XVI. für einen Kirchenlehrer der Zukunft“

Der letzte Feind – Leseprobe 3

16. Juli 2020 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leseprobe 3 des neuen Romans von Giuseppe Gracia


Linz (kath.net)

Unter der Führung eines neuen Papstes - für viele ein rückständiger Traditionalist - plant die katholische Kirche in Rom das «Dritte Vatikanische Konzil»: eine Versammlung von über 3.000 Bischöfen und Kardinälen aus aller Welt, geprägt von heftigen Richtungskämpfen. Bereits im Vorfeld kommt es zu mysteriösen Todesfällen und schließlich, während des Konzils, zu einem brutalen Anschlag.

 

Leseprobe 3: 

Nein, sagt der Papst in seiner Ansprache, es sei jetzt nicht die Zeit, für Kuschelreden und den faulen Frieden der Heuchler! Zu drängend seien die Mächte der Gegenwart, mit denen sich die Menschen weltweit konfrontiert sähen. Zu groß die Wucht des globalisierten, digitalisierten Wettbewerbs, der Familien und Völker auseinanderreiße, der die Natur aussauge und die Würde des Lebens mit den Füssen der Gier zertrete.

 

Ein Kult der Optimierung, so der Papst, der das unerwünschte Leben schon am Anfang im Labor aussortiere und den leistungsschwachen, kranken Menschen am Ende des Lebens in die chemische Selbsttötung treibe. Sekundiert von einer globalistischen Elite, die in den armen Ländern Gott spiele und die Gezeiten des Lebens, die Geburtenraten, zu beherrschen trachte. Ein neuer, digitaler Turmbau zu Babel, gegen den die Kirche Widerstand leisten müsse. Dies könne aber nur von einer entschlossenen Kirche kommen. Die Kirche dürfe nicht länger unverbindliche Kuschelreden und eine Diplomatie der Anpassung mit Evangelisierung verwechseln, dürfe nicht länger der eigenen Irrelevanz und Selbst-Infantilisierung durch Feigheit zuarbeiten. Dürfe nicht länger, besonders in Europa, widerstandsfeige Hirten der politischen Korrektheit hervorbringen.


 

Wer, so der Papst, brauche solche Hirten? Und wer, wenn nicht die eine heilige, katholische und apostolische Kirche, wäre in der Lage, dem globalisierten Zeitgeist die Stirn zu bieten? Wer könne den Menschen die nötige Nahrung schenken, welche die Seele gegen den Jahrmarkt der Gegenwart stärke, gegen den abstumpfenden Bazar der Parteien und Wirtschaftsinteressen?

 

Während der Papst seine Ansprache hält, steht rund 1‘400 Kilometer von Rom entfernt, in Brüssel, steht Mister Kane von seinem Platz auf.

Er hält eine Kaffeetasse in der Hand und stellt sich vor das Panoramafenster des Büros, das auf die Gemeinde Kortenberg hinausgeht.

In der Ferne blinkt der Flughafen.

„Ich verstehe,“ sagt Mister Kane leise.

Alexander Martens, der Untergebene von Mister Kane, in dessen Büro sie sich befinden, wartet einige Sekunden schweigend. Dann erklärt er Kane, daß es nie seine Absicht gewesen sei, „das Leben des Erzbischofs zu gefährden“, so wie es nie seine Absicht gewesen sei, „unnötige polizeiliche Ermittlungen“ auszulösen. Die Sache sei aus dem Ruder gelaufen.

„Ich verstehe,“ wiederholt Mister Kane.

Er legt die Kaffeetasse auf den Tisch und greift nach dem Orangensaft.

 

Plötzlich beginnt er – in einem nahezu väterlichen Ton – von seinen ersten Dienstjahren für die Global Humanitarian Foundations. Vor zwanzig Jahren, so Mister Kane, habe man ihn als Spezialist für europäische Geistesgeschichte in eine Arbeitsgruppe gesetzt, die den Auftrag gehabt habe, dem Stiftungsrat eine Analyse der Postmoderne zu liefern, unter besonderer Berücksichtigung der Erfolgsfaktoren für Demokratie und Rechtsstaat. Ihnen sei klar gewesen, daß es die Freiheitsgeschichte in Europa und den USA niemals gegeben hätte, wären Religion und Aberglaube nicht zurückgedrängt worden, um eine aufgeklärte Gesellschaft zu begünstigen. Um diesen Zusammenhang zu sehen, genüge ein Blick in jene Weltregionen, in denen nach wie vor autoritäre Religionen und Machtsysteme das Leben bestimmten, ob in Südamerika, Afrika oder Asien, ob im Namen von Christentum, Islam, Hinduismus oder Buddhismus. Wo immer die herrschende Klasse nicht auf die Freiheit des Einzelnen setze, ernte man millionenfache Unterdrückung, Krieg und Armut. Gewiss seien die Religionen nicht die einzige Geißel der Menschheit, doch aber eine der schlimmsten und beständigsten.

 

„Natürlich,“ nickt Martens.

Die Religion sei nicht nur der erste, sondern auch der letzte Feind der Freiheit, erklärt Mister Kane. Nie wieder dürften religiöse Gruppen eine Hauptrolle in der Menschheitsgeschichte spielen. Sonst würden Aufklärung, Wissenschaft und Säkularisierung zugrunde gehen, noch bevor die westliche Kultur ihre volle Reife erreicht habe und alle Völker dazu bereit seien, aus voller Überzeugung den Fortschritt zuzulassen.

 

Giuseppe Gracia ist sizilianisch-spanischer Abstammung, verheiratet und hat zwei Kinder. Der Schweizer arbeitet als Publizist, Medienberater und Schriftsteller: «Das therapeutische Kalifat» (2018), «Der Abschied» (2017), «Santinis Frau» (2006), «Kippzustand» (2002) u.v.m. Gracia ist fester Kolumnist bei der Schweizer Zeitung «Blick» und publiziert Gastbeiträge in Medien wie NZZ und Focus Online. Als PR-Berater betreut er verschiedene Mandate, u.a. für das Schweizer Bistum Chur.

 

kath.net Buchtipp

Der letzte Feind

Von Giuseppe Gracia

Fontis Verlag 2020

ISBN: 9783038481966

Broschiert, 256 Seiten

Preis: 18,- Euro

 

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

 

Link zum kathShop

 

Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz: Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

 

Buchhandlung Provini Berther GmbH, Chur: Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

 

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Wer will „auf Augenhöhe“ in leere Kirchen blicken?
  2. Kirchen-Kartoffeln in Corona-Zeiten
  3. Das Verschwinden der kirchlichen Eheschließungen
  4. Altabt Henckel-Donnersmarck: "Kirche in Europa ist erschlafft"
  5. Norwegen: Arme Kirche in reichem Land

Papst

  1. Freude über geplante Papst-Reise in den Irak
  2. Omnia instaurare in Christo
  3. Die Päpste und die Leute
  4. Benedikt XVI. und Franziskus haben offenbar dasselbe Grab gewählt
  5. Vatikanist Edward Pentin: Franziskus-Nachfolger ist „wahrscheinlich konservativ“

Konzil

  1. Kardinal Zen: Vaticanum II hat die Lehre der Kirche nicht verändert
  2. Kardinal Zens Beitrag zur Konzils-Debatte: Wirken Gottes in der Kirche
  3. Der letzte Feind – Leseprobe 4
  4. Der letzte Feind – Leseprobe 2
  5. Der letzte Feind – Leseprobe 1








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie eine ROMREISE!
  2. „Das hier ist ein Satire-Account, oder? ODER????“
  3. Die große Flucht
  4. Gebetsstätte Wigratzbad bekommt neue Leitung
  5. Kardinal Müller: „Ich halte Benedikt XVI. für einen Kirchenlehrer der Zukunft“
  6. Belgien: Mann will Ordensschwester werden
  7. „Wenn meine Kirche jetzt auf dem Mittelmeer unter der Flagge der Antifa segelt, ist das der Bruch!“
  8. Kommen Sie mit - Familienwallfahrt ins Heilige Land mit P. Leo Maasburg - Oktober 2021
  9. #SegenFürAlle: Pfarreien erklären Ungehorsam
  10. New Yorker Elternteil möchte das eigene (erwachsene) Kind heiraten
  11. "Redet miteinander und habt Sex miteinander – Und geht niemals mit Groll zu Bett!"
  12. Mangel an Einheit in vielen grundlegenden Aspekten des Glaubens
  13. „Ratzinger ein Spalter, Küng ein Versöhner?“
  14. Gram und Schrecken des szientistischen Fideismus
  15. Polnische Bischöfe gegen Corona-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz