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Schweizergarde gedachte der Plünderung Roms im engsten Kreis

9. Mai 2020 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Traditionelle Vereidigung neuer Rekruten wegen Corona-Pandemie auf 4. Oktober verlegt - Gedenken an Plünderung Roms 1527 durch spanische und deutsche Söldner


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Mit einer Feier in kleinem Rahmen hat die Päpstliche Schweizergarde jener 147 Gardisten gedacht, die bei der Plünderung Roms 1527 ums Leben kamen. Bei einer Messe mit anschließender Kranzniederlegung am Mittwochabend wurde an das für die Garde wichtige Datum des 6. Mai 1527 erinnert. Die an diesem Tag traditionelle Vereidigung neuer Rekruten ist wegen der Corona-Pandemie auf den 4. Oktober verlegt.

Die Messe fand in der Kirche des Campo Santo Teutonico statt. Diese hat für die Schweizergarde eine besondere Bedeutung: in einer Seitenkapelle sind die sterblichen Überreste gefallenen Gardisten beigesetzt. Im Mai 1527 hatten rund 22.000 spanische und deutsche Söldner Rom erobert und geplündert. 42 Schweizergardisten gelang es damals, Papst Clemens VII. in die Engelsburg in Sicherheit zu bringen.


In seiner Predigt wies Luigi Roberto Cona vom vatikanischen Staatssekretariat auf die Bedeutung des Opfers in christlicher Sicht hin. Aus dem Märtyrertod der ersten Christen, die im nahe gelegenen Zirkus des Nero getötet wurden, über die gefallenen Gardisten beim "Sacco di Roma" zur Rettung des damaligen Papstes Clemens VII. bis zu den alltäglichen Opfern im Einsatz für andere, sei stets etwas Größeres gewachsen. Möglich seien Verzicht, Selbstverleugnung und Hingabe nur aus dem Glauben an etwas, das größer ist, als das, auf was man verzichtet.

Die Kranzniederlegung nach der Messe fand am "Platz der Protomärtyrer" statt. An dieser Stelle zwischen Campo Santo und Petersdom stand in der Antike der Obelisk des Zirkus des Nero, in dem unter anderem der Apostel Petrus starb. In einer kurzen Ansprache in drei Sprachen erinnerte Oberst Christoph Graf an die besonderen Umstände des diesjährigen Gedenktages. Die Illusion der modernen Gesellschaften, eine solche Pandemie problemlos meistern zu können, sei zerplatzt. Opfer seien vor allem alte und kranke Menschen gewesen.

Im Anschluss wurden anwesende Gardisten für langjährige Verdienste für den Heiligen Stuhl ausgezeichnet. Die dieses Jahr neu zu vereidigenden Gardisten nahmen nicht wie üblich komplett an der Zeremonie teil, sondern wurden durch je einen Kameraden ihrer jeweiligen Landessprache vertreten.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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