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Nachwuchssorgen: Schweizergarde steht vor harten Zeiten

22. April 2018 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Verantwortlicher Gardistenrekrutierer verweist auf Geburtenrückgang in der Schweiz - "Generation Z" steht nicht mehr auf Militär


Zürich (kath.net/KAP) Für die vatikanische Schweizergarde wird es in nächster Zukunft schwieriger, Nachwuchs zu finden. Damit rechnet der für die Rekrutierung der päpstlichen Schutztruppe zuständige Schweizer Personalmanager Bernhard Messmer. Aktuell habe die Garde zwar noch keine Mühe, Nachwuchs zu finden, sagte er in einem Interview mit dem Schweizer katholischen Nachrichtenportal "kath.ch" am Donnerstag. Aber, so der frühere Schweizergardist und Inhaber einer Personalmanagement-Firma: "Es kommen einige schwierige Jahre auf uns zu."

Sorgen macht Messmer vor allem der Geburtenrückgang in der Schweiz. Aber auch die wirtschaftliche Entwicklung spielt eine Rolle. "Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, ist es für uns tendenziell einfacher, Kandidaten zu finden", so der 56-Jährige. Heute machten Arbeitgeber einem Lehrabgänger mit gutem Abschluss Angebote, mit denen die Garde nicht mithalten könne.


Die sogenannten "Generation Z" der zwischen 1995 und 2010 Geborenen zeige zudem andere Werte und Vorstellungen, meint Messmer. Ihr sei etwa der Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit wichtig. "Da büßen militärische Organisationen und auch wir an Attraktivität ein."

Gesucht sind für die Schweizergarde nicht nur junge Männer mit einer Affinität zum Militär, sie müssen auch aktiv am Kirchenleben teilnehmen. "Wir leben unseren Glauben und gehen jeden Sonntag zur Messe. Da macht jeder mit. Da diskutieren wir nicht", so Messmer.

Insgesamt suche man nach Gardisten mit einer "vernünftigen Mischung". Nicht ideal in diesem Sinne seien "Ausprägungen ganz an den Rändern". "Wir sind kein Priesterseminar", sagt Messmer. "Unser Auftrag ist nicht die Verkündigung des Glaubens." Genauso wenig hätten "Kampfmaschinen" in der Garde einen Platz, "die aus jeder Position schießen können, aber vom Rest keine Ahnung haben."

"Die ganze Welt kommt nach Rom. Als Gardist kann ich an Ereignissen teilnehmen, wie es später nie mehr möglich sein wird", schwärmt Messmer, der von 1982 bis 1984 selbst in der Garde diente, vom Dienst im Vatikan. Für ihn ist die Schweizergarde denn auch "eine der besten Lebensschulen, die es überhaupt gibt".

Die Schweizergarde ist die militärische Schutztruppe der Päpste. Hauptaufgabe der Garde mit einer Sollstärke von 110 Mann ist, über die Sicherheit der Person und der Residenz des katholischen Kirchenoberhaupts zu wachen. Zudem begleiten Gardisten den Papst auf Reisen, kontrollieren die Eingänge zum Vatikanstaat und nehmen Ordnungs- und Ehrendienste wahr.

Um den Eintritt in die Garde können sich ausschließlich 19- bis 30-jährige Katholiken mit schweizerischem Bürgerrecht bewerben. Weitere Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss einer Rekrutenschule in der Schweizer Armee.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

  23. April 2018 
 

Diese Nachwuchssorgen

begleiten das Korps der Schweizergarde seit Jahrzehnten bereits und sie hat es auch bereits Anfang des 20 Jh. schon gegeben als Pius X. gar an ihre endgültige Auflösung gedacht hat da die seinerzeit noch existierende päpstliche Gendarmerie, die Palatingarde und die Nobelgarde als Ehrengarde sich wesentlich leichter rekrutieren ließen.
Seit Ende des alten Kirchenstaates 1870 lag die Sollstärke der Schweizergarde bei 147 Mann. Diese musste dann im Laufe des 20.JH. immer wieder wegen Rekrutierungsschwierigkiten herabgesetzt werden. Man hatte auch während des Jubiläums 2000 größte Mühe die Beschickung der Garde mit zusätzlichen Hellebardieren zu erreichen.


2
 
 Stefan Fleischer 23. April 2018 

"Wir leben unseren Glauben und gehen jeden Sonntag zur Messe. Da macht jeder mit. Da diskutieren wir

Doch wo in unserer Kirche (nur in der Schweiz?) ist das nicht bereits fundamentalistisch?


4
 

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