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Lackner in Fastenhirtenbrief: "Gott stellt keine Fallen"

26. Februar 2020 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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Salzburger Erzbischof setzt sich mit Thema Versuchung auseinander - Schweres im Leben eine Zumutung Gottes, um Wachstum und Reifung des Menschen zu ermöglichen


Salzburg (kath.net/KAP) Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner setzt sich in seinem Fastenhirtenbrief mit dem Thema Versuchung auseinander. Die Gegensätzlichkeit von Gott als liebender Vater und als jener, der das Versuchtwerden des Menschen zulässt, erklärt Lackner so: "Was immer Gott tut, ist von Anfang bis zum Ende auf das Gute hin ausgerichtet. Gott stellt keine Fallen. Aber er mutet uns das Leben mit all seinen Schattierungen zu, auf dass der Mensch wachse, zur Fülle des Lebens reife."

Für den heutigen Menschen sei das schwer zu verstehen. Darauf habe jüngst auch der Papst aufmerksam gemacht, sagte Lackner. Um den Teil des Vaterunser-Gebetes, der von der Versuchung spricht, ist erst kürzlich von Italien ausgehend eine Debatte ausgebrochen. Die Bitte "führe uns nicht in Versuchung" lautet in der offiziellen neuen italienischen Fassung künftig sinngemäß "überlass uns nicht der Versuchung".


Der Weg zur Nachfolge Christi sei oft dort steinig und eng, wo er zum Guten führe, erklärte Lackner. Hingegen breit, angenehm, weit ausgetreten, führe er ins Oberflächliche des Zeitgeistes. Gott traue Gläubigen mitunter das Schwere zu. Es sei deshalb deren Aufgabe, "klug und arglos im Vertrauen auf unserer Sendung das Leben zu wagen".

Mit dem Heiligen Augustinus meinte Lackner: "Nicht kennt der Mensch sich, wenn er sich nicht in der Versuchung kennenlernt." Auch der Sohn Gottes habe über den Weg der Versuchung "Mensch-Sein gelernt". Das Leben biete viele Möglichkeiten, doch nicht alle seien gut, so Lackner. In letzter Konsequenz würden Leben und Glauben eine Grundehrlichkeit der Motive verlangen. "Jesus hat trotz Hunger auf Brot verzichtet, um so den Heilswillen Gottes ganz zu erfüllen. Sind auch wir heute bereit, für das Reich Gottes von morgen zurückzutreten?"

Nur im Miteinander und Gegenüber der verschiedenen Aufgaben und Charismen können Gläubige laut Lackner gemeinsam einen Weg bereiten für den, "der nach uns kommt und immer schon mitten unter uns ist". Das sensibilisiere dafür, was die Absicht Gottes sei, nämlich: "Sein Reich unter den Menschen je neu aufzubauen wie Jesus - ganz von Gott her und auf den Nächsten hin, mit gläubigem und ehrlichem Herzen."

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto Erzibischof Lackner (c) Erzdiözese Salzburg/Sulzer


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