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Kardinal Schönborn: Ämterfrage "wichtig", aber nicht entscheidend

21. Oktober 2019 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
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Wiener Kardinal verwundert, wie wenig bisher in Amazonien offensichtlich die Möglichkeit des Einsatzes von Diakonen ausgeschöpft worden ist, sagte er auch mit Blick auf die guten Erfahrungen mit Ständigen Diakonen in Österreich.


Vatikanstadt (kath.net/KAP) In mehren Interviews mit den verschiedenen Sprachredaktionen des Portals "Vatican News" äußerte sich Kardinal Schönborn am Wochenende u.a. auch zu den Inhalten seines eigenen Redebeitrags im Synodenplenum. Er habe in den bisherigen zwei Wochen der Amazonien-Synode vor alle intensiv zugehört, wolle auf keinen Fall mit "fertigen Rezepten" kommen und habe daher stattdessen eher Fragen gestellt, schilderte der Kardinal. So hab es ihn gewundert, wie wenig bisher in Amazonien offensichtlich die Möglichkeit des Einsatzes von Diakonen ausgeschöpft worden ist, meinte der Wiener Erzbischof auch mit Blick auf die guten Erfahrungen mit Ständigen Diakonen in Österreich.

Das große Thema für sehr viele Bischöfe und auch Laienteilnehmer der Synode sei der Weg von einer sogenannten "Besuchspastoral", bei der Priester wegen der großen Entfernungen nur ein oder zwei Mal jährlich in eine Gemeinde kommen, hin zu einer Pastoral der Präsenz. In Amazonien gebe es viele Frauen, die bereits jetzt das Leben dieser kleinen, weit verstreuten Gemeinden tragen, so Schönborn unter Bezugnahme auf entsprechende Berichte in der Synode. Diese hätten auch die Erlaubnis zu taufen, würden Ehepaare und auch Sterbende begleiten. Hier sei der Wunsch, dass diese Dienste einen offizielleren Charakter bekommen "was sicher möglich ist, da hat die Synode gute und praktische Vorschläge gemacht", sagte der Kardinal.


Hinsichtlich der Diskussion um eine Weihe von "viri probati", habe er eben die Frage gestellt, warum man in Amazonien nicht stärker mit der Weihe von Ständigen Diakonen, also "viri probati diakoni" begonnen habe. Man könne dann sehen, ob sich diese bewähren und auch für den presbyterialen Dienst geeignet wären.

Es gebe insgesamt eine weite Palette pastoraler Möglichkeiten zur Sicherstellung der seelsorglichen Präsenz der Kirche vor Ort. Dieses Dasein sei aber "nicht zuerst die Aufgabe von Ämtern, sondern von Christinnen und Christen", betonte Schönborn unter Verweis auf das gemeinsame Priestertum aller Getauften. "Die Kirche ist da, wo immer Menschen zusammenkommen und ihren christlichen Glauben leben."

An der "wichtigen" Ämterfrage in der Kirche, "wird gearbeitet, da entwickelt sich viel", so der Kardinal, "aber das Heil liegt nicht bei der Frage 'viri probati - ja oder nein'". Entscheidend sei vielmehr, als wanderndes Gottesvolk gemeinsam unterwegs zu sein und Christus in die Mitte zu stellen. "In dieser Gemeinsamkeit als Volk Gottes finden dann auch das Amt und die Dienste ihren richtigen Platz", sagte Schönborn.

Wiener Kardinal Christoph Schönborn aus der Synodenaula


Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto oben: Kardinal Schönborn (c) Erzdiözese Wien


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Lesermeinungen

 Ehrmann 24. Oktober 2019 

Jedes Glied des Leibes Christi hat seine Aufgabe- warum nicht indigene Priester?

Das Da-Sein ist sehr viel- aber in einem Missionsgebiet-einem Bereich, in dem die Menschen Christus noch nicht kennen- ist es zunächst wichtig, "zu lehren, was Er uns aufgetragen hat" - da geht es um kein Amt,keine Weihe, da ist die Ausbildung wichtig.Die Fähigkeit zur kirchlichen Sendung durfte seinerzeit jeder Maturant,jede Maturantin, erwerben, der (die) eine priesterliche Empfehlung vorweisen konnte. Mit diesem Wissen wirkte eine Freundin von mir als Missionsärztin im Amazonasgebiet durch 20 Jahre und trug viel zur Ausbreitung des Glaubens bei.Sie hatte sicher einen intensiveren Kontakt mit den Indigenen als jeder Bischof, der nur selten zur Spendung der Sakramente in die einzelnen Orte kommen konnte, aber die Verbindung zu dieser Schwester (SSpS) hält bis heute an, obwohl sie schon lange in Pension ist.Eine andere Schwester ist Hebamme in Indonesien,als letzte Ausländerin-alle Aufgaben haben bereits Einheimische übernommen,auch die Glaubensweitergabe! Episkopi bewachen die Lehre!


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 Eisenherz 22. Oktober 2019 
 

Lieber Herr Galvani, auch wenn man im Vatican einen sehr familiären Umgang mit Bischoefen pflegt,

wäre es wohl angebracht, dass man sich bei einem Interview mit einem Kardinal einen Kameramann besorgt und nicht die minimalistisch Version des do it yourself Fernsehens liefert. Das wird der Sache und Persönlichkeit des Amtes nicht gerecht und schon gar nicht Radio Vatikan... irgendwie hat Kardinal Schönborn (und nicht Schöborn) mehr Qualitaet verdient!


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 Montfort 22. Oktober 2019 

Werter @Bernhard Joseph! Wenn schon, denn schon ; -)

"bevor man mit der "Idee" eines "viri probati" aufwartet..."

Wenn man die Einzahl von plural "viri probati" schon nicht mit "vir probatus" wiedergibt, schlage ich vor, in der Einzahl wenigstens gleich "virus probatus" zu setzen! ;-)


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 Federico R. 21. Oktober 2019 
 

Ich halte die Heranbildung Ausbildung) ...

... und den verstärkten Einsatz von indigenen Ständigen Diakonen im Amazonasbecken für äußerst sinnvoll. Ist doch mal ein guter Gedanke! Zumal sogar zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen sind: Wenn hinter einem verheirateten Ständigen Diakon eine kluge, besonnene, gläubig-konsequente Ehefrau steht, hätten sich nicht nur „viri probati“, sondern auch die Frauenweihe wie von selbst erledigt. Nur dürften beide nicht der Versuchung des „Klerikalismus“ unterliegen. @Bücherwurm weiß sicher, was ich damit meine.


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 Stefan Fleischer 21. Oktober 2019 

Apropos Ämterfrage

Sollte man in unserer immer komplexeren Welt nicht vielleicht das Amt, oder besser gesagt den Beruf der/des Pfarreischreiberin/Pfarreischreibers schaffen? Das Berufsbild könnte demjenigen eines Gemeindeschreibers entsprechen, welcher bei uns den Gemeindepräsidenten von vielem administrativen Kram entlastet und organisatorisch unterstützt. Natürlich bräuchte er gewisse theologische und krichenrechtliche Kenntnisse, aber in erster Linie adminstratorische und organisatorische, eventuell auch buchhalterische Fähigkeiten. In Pastoral und Liturgie aber hätte er nicht mehr Rechte und Pflichten als jeder andere Laie auch.


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 Stefan Fleischer 21. Oktober 2019 

@ bernhard_k

Sie haben schon recht, wenn man den Begriff "viri probati" nicht eng genug auslegt. Wirkliche "viri probati" aber, also ERPROBTE Männer, könnten aus meiner Sicht auch sehr hohen Anforderungen gerecht werden. Man müsste also zuerst einmal definieren, was man unter «viri probati» genau versteht. Ich habe das schon vor einiger Zeit einmal versucht.
PS: Was die theologische Rechtfertigung betrifft, so bin ich als Laie natürlich überfordert.

www.stefanfleischer.ch/EINZELTEXTE/viriprobati.html


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 winthir 21. Oktober 2019 

Ein Diakon IST kein Priester (eigentlich ...)

danke, Diadochus, für den Beitrag!

ich hatte Theologie studiert, bin dann "weltlich" geworden, wie man so schön sagt, (danke wieder mal an meinen damaligen Bischof Joseph Ratzinger, der mir "meinen" Weg gezeigt hat.)

ich meine, ich hatte keine Berufung zum Priester (manche meiner Priesterfreunde sind da sehr viel ganz anderer Ansicht),

aber - und jetzt kommts: eine Berufung zum Diakon.

also habe ich mich beworben, und bin dann endlich abgelehnt worden. (ich wartete über ein Jahr, und mußte mehrmals im Sekretariat anrufen, was damit denn sei).

Ablehnungsbrief kam, weiß ich noch, am 31.10.

also: ich geweint, Frau war da (wichtig!),

und - nach langem Abstand: bin ich froh, dass ich nicht als "Reservekaplan" "verheizt" wurde.


(mein "Lieblingsheiliger" ist der sel. Winthir von Neuhausen. Er hat ohne kirchlichen Auftrag das Evangelium verkündet. Seine Verehrung wird von der Kirche geduldet.)

:-)


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 Bernhard Joseph 21. Oktober 2019 
 

Der Ansatz von Kardinal Schönborn ist richtig

Zu Recht fragt Kardinal Schönborn, warum man den Weg des ständigen Diakons nicht längst im Amazonas Gebiet gegangen ist, bevor man mit der "Idee" eines "viri probati" aufwartet.

Die ehrliche Antwort auf seine Frage könnte offen legen, dass es den Agenten der Synode eben nicht um drängende Fragen der Seelsorge geht, sondern um die Beseitigung der kirchlichen Lehre von der Schöpfungsordnung.


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 Diadochus 21. Oktober 2019 
 

@Bücherwurm

Da haben Sie mich möglicherweise missverstanden. Die Berufung zum ständigen Diakon möchte ich nicht "in die Tonne klopfen", so wie Sie das nennen. Das ist ein wertvoller Dienst. Jetzt, wo so viel auf dem Spiel steht, vermisse ich eindeutige Aussagen zum Zölibat. Ich möchte auch keinen Priester auf Probe, so wie ihn Kardinal Schönborn vorschlägt: "Man könne dann sehen, ob sich diese bewähren und auch für den presbyterialen Dienst geeignet wären." Das sehe ich als Eingangstor für die Abschaffung des Zölibates.


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 bernhard_k 21. Oktober 2019 
 

Kard. Schönborn müsste völlig anders vorgehen ...

Er müsste die zölibatären Priester hochschätzen, diese Lebensform loben, preisen, sie als das benennen, was sie ist: vorbildlich und segensreich-kraftvoll!!

Im Sport etwa werden die Besten geehrt und gelobt, alles andere wäre unvorstellbar.

Viri probati erreichen diese hohe Jesu-Lebensform niemals. Es ist wie bei den Extrembergsteigern: nur die besten erreichen den Everest ohne künstlichen Sauerstoff! Die Sauerstoff-Flaschenatmer sind sozusagen die viri probati ...


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 bücherwurm 21. Oktober 2019 

@Diadochus: interessant, wie leichtfertig Sie die Berufung zum ständigen Diakon in die Tonne klopfen

Notabene: auch eine Ordensfrau kann keinen Priester ersetzen, trotzdem lebt sie in ihrer Berufung die Ganzhingabe (im Idealfall, man kennt auch Ausnahmen). SIE haben möglicherweise auch ständige Diakone kennengelernt, die Sie nicht überzeugten. Nuuun… ich habe auch Priester und sogar schon Bischöfe/Kardinäle kennengelernt, bei denen mir viele Fragezeichen kamen - das ist für mich aber kein Grund, eine Berufung völlig abzuwerten. Beste Grüße - ich bin Ehefrau eines ständigen Diakons und ich nehme meine (sehr kleine) Berufung sehr ernst!


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 wedlerg 21. Oktober 2019 
 

Immerhin eine Gegenstimme

Schönborn gibt hier zu, dass die Debatte um viri probati gar nichts mit dem Problem im Amazonas-Gebet zu tun hat. Immerhin hat er erkannt, dass viri probati im Amazonas gar nicht gebraucht werden.


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 Diadochus 21. Oktober 2019 
 

Ganzhingabe

Ein Diakon kann keinen Priester ersetzen. Der Vorschlag funktioniert vielleicht in Österreich, wo gewachsene Strukturen vorhanden sind, im Berufschristentum. Das Amazonasgebiet ist ein Missionsgebiet. Da überzeugt nur die Ganzhingabe an Jesus Christus. Da haben viele ein Problem, nämlich alles für Jesus Christus hinzugeben.


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 bernhard_k 21. Oktober 2019 
 

Leider keine Verteidigung des Zölibates ...

... sehr traurig das Ganze!


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