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Päpstliche Akademie für das Leben wirbt für bessere Sterbebegleitung

24. Mai 2019 in Prolife, 1 Lesermeinung
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Bischof Bode warnt, dass durch die Beihilfe zur Selbsttötung die Unantastbarkeit der Menschenwürde aufgegeben werde


Berlin (kath.net/DBK) Die Päpstliche Akademie für das Leben (Vatikan) hat heute (23. Mai 2019) in Berlin das „PAL-LIFE – Weißbuch zur weltweiten Förderung der Palliativversorgung“ vorgestellt. Es wurde von Experten der Palliativversorgung aus der ganzen Welt erarbeitet. In dem Weißbuch werden die wichtigsten Empfehlungen für alle gesellschaftlichen Gruppen vorgestellt, damit Palliativversorgung weiter entwickelt werden kann.

Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, ist überzeugt, dass sich in der Palliativpflege ein zutiefst religiöses und auch positives Menschenbild ausdrücke: „Diese Sichtweise ist die eigentliche Seele und Stärke der Palliativversorgung. Daher ist es mir eine Freude, an dieser Stelle ein Weißbuch zu präsentieren, das an die katholischen Universitäten und Krankenhäuser der Welt geschickt werden wird, um die Kenntnis und Praxis der Palliativversorgung zu unterstützen.“

Erzbischof Paglia forderte die Förderung einer „palliativen Kultur“. Dabei gehe es zum einen darum, auf die Versuchungen der Euthanasie und der Tötung auf Verlangen angemessen zu reagieren. Zum anderen müsse man eine „Kultur der Sorge“ heranreifen lassen, „die es möglich macht, eine liebevolle Begleitung bis an die Schwelle des Todes anzubieten“.

Erzbischof Paglia fügte hinzu: „Auch dort, wo keine Heilung möglich ist, können wir immer noch den Schmerz und das Leid lindern und uns dieses Menschen annehmen, der womöglich gerade die schwierigste Zeit seines Daseins durchlebt.“ Die Palliativversorgung habe maßgeblich zu einer Wiederentdeckung der ganzheitlichen Begleitung eines Kranken im Kontext der modernen Medizin beigetragen.


Bei der Vorstellung des Weißbuchs erklärte der Vorsitzende der Deutschen PalliativStiftung, Dr. Thomas Sitte: „Dieses Weißbuch repräsentiert den Konsens führender Experten aus der ganzen Welt. Das Weißbuch soll und kann eine praxisnahe Grundlage für alle Institutionen bilden, die in irgendeiner Form an der Gesundheitsversorgung beteiligt sind. Es ist ein Baustein, hierzu das notwendige, gut fundierte Wissen zu verbreiten, um ruhig und sachlich erklären zu können, dass wir geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung in Deutschland nicht zur Leidenslinderung brauchen.“

Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, würdigte das Weißbuch als entscheidenden Schritt in der Palliativarbeit. Als Kirche sei es ein vorrangiges Anliegen, dass Menschen in Würde sterben könnten. „Derzeit müssen wir ein Wiederaufflammen der Debatte um § 217 StGB erleben, in der die Selbsttötung als ein Grundrecht und die Beihilfe dazu als eine allgemein verfügbare Dienstleistung angesehen werden. Wenn so die Unantastbarkeit der Menschenwürde aufgegeben wird, betonen wir mit Nachdruck, was für uns ein Sterben in Würde bedeutet und wie wir es ermöglichen wollen“, so Bischof Bode. „Als Christen sind wir den Patienten nahe und geben sie nicht auf, auch wenn keine Aussicht auf medizinischen Erfolg mehr besteht; wir wollen ihnen bestmögliche Pflege zuteilwerden lassen und ihre Schmerzen lindern, ohne den Tod durch eine Behandlung im Übermaß hinauszuzögern und ohne ihn vorzeitig herbeizuführen.“

Es sei wichtig, dass schwer kranke und sterbende Menschen in all ihren Bedürfnissen – auch in ihren existenziellen Nöten – wahrgenommen würden. „Die palliative Fürsorge leistet all dies und ist damit die beste Antwort auf die Suizidwünsche kranker und hilfebedürftiger Menschen, die doch vor allem auf solidarischen Beistand und Zuwendung angewiesen sind. Sie nimmt vielen Patienten die Angst vor einem qualvollen Tod“, so Bischof Bode. Gleichzeitig unterstrich er die Notwendigkeit eines flächendeckenden Ausbaus der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland. Bischof Bode würdigte auch die solidarische Sorge, die sich in vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens ausgebildet habe. Bei der Vorstellung des Weißbuchs sprach er sich für eine Weiterentwicklung der kirchlichen Sterbebegleitung aus. Dazu gehöre eine multiprofessionelle Zusammenarbeit der Seelsorge mit den Gesundheitsberufen, die gegenseitige Ergänzung von Haupt- und Ehrenamtlichen, ein fruchtbarer Diskurs mit Spiritual Care und besonders auch das Wiederentdecken der Sakramente der Kirche am Lebensende. Es sei ein großes Anliegen, „die Sakramente, die uns in der Kirche geschenkt wurden, den vielen Menschen, die zu ihnen keinen Zugang mehr haben, in neuer und sensibler Weise angeboten werden.“

Hintergrund zum Weißbuch und zur Päpstlichen Akademie für das Leben

Das Wissen um die Möglichkeiten der Palliativversorgung ist nicht überall umgesetzt und bekannt. Der Vatikan gibt mit dem Weißbuch wichtige Empfehlungen, wie sich jede gesellschaftliche Gruppe dafür einbringen kann. Die Päpstliche Akademie engagiert sich damit für die verletzlichsten Menschen in der Gesellschaft. Ihnen kann durch die palliative Fürsorge die Angst vor einem qualvollen Sterben genommen werden. Die Basis der Versorgung ist ein Zusammenwirken der medizinischen, pflegerischen und spirituellen Begleitung.

Das Weißbuch betont, dass alle Beteiligten des Gesundheitssystems mitverantwortlich sind, den Zugang zur Leidenslinderung und damit Palliativversorgung als Grundrecht der Patienten und ihrer Familien sicherzustellen. Jährlich leiden und sterben über 25 Millionen Menschen unter lebensbedrohlichen und lebensverkürzenden Krankheiten. Die große Mehrheit dieser Menschen lebt in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen und hat keinerlei Zugang zu angemessener Leidenslinderung.

Regierungen und Gesundheitsversorger, gleich, ob sie religiös oder weltlich orientiert sind, können dieses Weißbuch als eine Checkliste einsetzen, die ihnen hilft, grundlegende Strategien zu entwickeln und umzusetzen, damit die Sorge für die leidenden Patienten und deren Familien auch bei lebensbegrenzender Krankheit verbessert wird.

Das PAL-LIFE-Projekt geht auf eine Initiative des früheren Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe und der Deutschen PalliativStiftung anlässlich eines Besuches in Rom im Herbst 2016 zurück.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine international anerkannte Definition für Palliative Care vorgenommen. Sie ist im Internet verfügbar unter http://www.who.int/cancer/palliative/definition/en/. Im Weißbuch findet sich auch eine ausführliche deutsche Übersetzung.

Hinweise:

„PAL-LIFE – Weißbuch für die weltweite Förderung der Palliativversorgung“ wurde zunächst auf Englisch veröffentlicht, die deutsche Übersetzung kann ab sofort von der Website www.pal-life.org heruntergeladen werden und ist für Multiplikatoren auch kostenlos erhältlich (E-Mail: [email protected] oder [email protected]).


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Lesermeinungen

 MSM 24. Mai 2019 
 

An sich...

...ordentlich klingende Worte. Doch erwecken die Namen derer, die sie sprechen, in mir ein Unbehagen, dass ich nicht abstreifen kann. Die Herren Paglia und Bode sind für mich so vertrauenerweckend wie ein Vermummter in der Sparkasse.


6
 

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