Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Segnen geht anders
  2. Kardinal Müller: „Die sogenannte Interkommunion zementiert die Kirchenspaltung“
  3. US-Berater Fauci meint: Geistliche sollen Gläubige von Covid-Impfung überzeugen
  4. Vatikan für Zurückhaltung in US-Debatte um Kommunionempfang
  5. Die Krise: ein Weckruf an die Menschheit
  6. 1521 – 2021: zur Klärung der Begriffe. Schisma und Häresie
  7. Franziskus von "konservativen Kräften" gefangen?
  8. "Bischof" darf nicht zum Schimpfwort werden!
  9. Juden-Haß und Islam-Verharmlosung 
  10. Die Glaubenskongregation ist Stellvertretungsorgan des Papstes
  11. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?
  12. Frankreichs Bildungsminister verbietet Gendern an Schulen
  13. China: Kein Zugang mehr zu Bibel-Apps und christlichen WeChat-Accounts
  14. USA unter Biden steigen aus Lebens- und Familienschutzerklärung aus
  15. Maria 1.0 ruft deutsche Bischöfe zur Einheit mit Rom auf

Patriarch Rai: "Libanon riskiert wirtschaftlichen Kollaps"

7. April 2019 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Strukturen der Sünde" bedrohen das Land - Kritik an mangelnder Bekämpfung der Korruption und fehlender Bereitschaft zu echter Sparpolitik


Beirut-Rom (kath.net/KAP) Der Libanon riskiert den wirtschaftlichen und finanziellen Kollaps, wenn der Kampf gegen die Korruption und die damit zusammenhängenden politischen Mechanismen erfolglos bleibt. Dies betonte der maronitische Patriarch, Kardinal Bechara Boutros Rai, wobei er laut dem vatikanischen Pressedienst "Fides" (Donnerstag) ausdrücklich von "Strukturen der Sünde" sprach. Dieser Begriff wurde im Rahmen der katholischen Soziallehre entwickelt, entsprechende Strukturen werden als Ergebnis einer Summe persönlicher und gesellschaftlicher Sünden gesehen. Diese Sünden richteten sich gegen das Gemeinwohl, die Gerechtigkeit und die Gleichheit der Menschen im Hinblick auf Rechte und Pflichten.


Der maronitische Kardinal-Patriarch kritisierte vor allem den Rückstand bei der Verwirklichung der von der internationalen Gemeinschaft verlangten Reformen, die internationale Gemeinschaft mache sich "offenbar mehr Sorgen um den Libanon als die libanesischen Politiker". Kein Minister wolle die notwendigen Einsparungsschritte im Rahmen der Austeritätspolitik auf sich nehmen. Nach wie vor stünden die Interessenkonflikte im Mittelpunkt des politischen Geschehens.

Es sei inakzeptabel, dass das Problem der Energieversorgung und der täglichen Verschwendung in diesem Sektor noch nicht angegangen wurde. Ebenso mangle es an "mutigen Entscheidungen" über die Aktivgehälter und Pensionen der Staatsbeamten und über alle anderen Ausgaben, die den Staat dem Konkurs nahebringen. Als "unannehmbar" bezeichnete der Patriarch die Tatsache, dass es kein verabschiedetes Budget für das laufende Jahr gibt. "Das sind Sünden gegen das libanesische Volk", so Rai wörtlich. Zugleich rief der Kardinal-Patriarch die libanesischen Politiker und das ganze libanesische Volk zu einem echten Sparprogramm auf, um den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes zu verhindern.

Am Familieninstitut der "Universite La Sagesse" in Beirut tagte am Dienstag und Mittwoch eine Konferenz über die "aktuelle Krise und die akademischen Antworten der Wissenschaften", bei der der Großkanzler des Päpstlichen Familieninstituts, Erzbischof Vincenzo Paglia, und der Direktor des Instituts, Msgr. Pierangelo Sequeri, referierten. Die Verbindung des Familieninstituts der "Universite La Sagesse" mit dem Päpstlichen Familieninstitut an der römischen Gregoriana war ein ausdrücklicher Wunsch von Papst Johannes Paul II. in seinem postsynodalen Dokument zur Libanon-Synode. Im letzten akademischen Jahr waren 100 Studentinnen und Studenten für unterschiedliche familienwissenschaftliche Studien am Institut der "La Sagesse" inskribiert.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Wunderer 8. April 2019 
 

Der Libanon ein Spielball der Weltpolitik

Die besondere geographische Lage des Libanon inmitten einer weltpolitischen Spannungszone einerseits und der "Teilung" des Landes andererseits in Christen und Moslems (Schiiten und Sunniten) und Drusen erschwert es wohl den Politikern, zu einem Konsens in den verschiedenen Bereichen zu finden.
Da ist die sunnitische Türkei, da ist der schiitische Iran, da sind Syrien und Israel und nicht zuletzt die beiden Großmächte Rußland und die USA, aber auch die EU, die alle ein Interesse am Libanon haben und die libanesischen Politiker für sich einzuspannen versuchen.
Patriarch Rai spricht als Libanese und hoffentlich werden die Politiker auf ihn hören und die dringlichen Aufgaben kurzfristig auch angehen.

Ich würde meinen, daß der Libanon, wo ja eigentlich der Sage nach die vom hellenischen "Göttervater Zeus" verführte und verschleppte Jungfrau Europa herstammt, eine Beitrittsperpektive zur EU bekommen sollte, um damit möglicherweise auch zur inneren Ruhe und zum Frieden zu kommen.


0

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Libanon

  1. Libanon: Ein Weihnachtswunder inmitten von Hitze, Verwüstung und Tod
  2. Beiruter Erzbischof: „Wir wollen die Wahrheit über die Explosion wissen”
  3. Libanon: „Die Menschen zählen darauf, dass wir ihnen zur Seite stehen“
  4. Der Libanon in der Krise: „Wir brauchen ein Wunder“
  5. Der maronitische Pater Charbel Eid Rizkallah spricht Klartext
  6. Libanon: Junge Christen leisten Nothilfe für Überlebende der Explosion von Beirut
  7. Libanon: „Explosion erschüttert die ganze Welt“
  8. Libanon: Syrisch-Orthodoxe starten Kirchensender ‘Suboro TV’
  9. Christen laden Muslime ein
  10. Anteil der Christen im Libanon wächst wieder








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie eine ROMREISE!
  2. „Alle Reformen der Kirche werden kein Heil bringen!“
  3. Segnen geht anders
  4. Osterspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre Hilfe!
  5. Maria 1.0 ruft deutsche Bischöfe zur Einheit mit Rom auf
  6. "Kraft apostolischer Vollmacht errichte ich den laikalen Dienst des Katecheten"
  7. 1521 – 2021: zur Klärung der Begriffe. Schisma und Häresie
  8. Franziskus von "konservativen Kräften" gefangen?
  9. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?
  10. Kardinal Müller: „Die sogenannte Interkommunion zementiert die Kirchenspaltung“
  11. "Biedern Sie sich nicht der Welt und ihren falschen Wegen an!"
  12. Sonst kann jeder tun, was ihm entspricht
  13. Erzbischof Gänswein weiht Priester in Altötting
  14. Die Glaubenskongregation ist Stellvertretungsorgan des Papstes
  15. "Bischof" darf nicht zum Schimpfwort werden!

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz