Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. ‚Gehorsamstraining’: Kommentator verurteilt Maskenverordnungen
  3. Donald Trump: "Jesus Christus ist der berühmteste Mensch der Geschichte"
  4. Botschaft zum Globalen Bildungspakt
  5. "Tun wir so als wäre da nichts"
  6. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm träumt von „gemeinsamer Feier des Abendmahls“
  7. Das Schweigen zur Verfolgung der Christen im Orient ist wirklich dramatisch
  8. Vertuschungsvorwürfe – Hamburger Erzbischof Heße gerät weiter unter Druck
  9. CoV: Mehrere Staaten verschärfen Schutzregeln für Gottesdienste
  10. „Eindruck, dass die Teilnehmer des Synodalen Weges die Kirche hier und jetzt neu erfanden“
  11. Paris: 18-jähriger Tschetschene enthauptet Lehrer - 'Allahu akbar'
  12. Covid-19-Pandemie hat ‚neue Ekklesiologie, neue Theologie’ gebracht
  13. Papst Franziskus: Dante hilft in den ‚dunklen Wäldern’ des Lebens
  14. Augsburger Bischof Bertram Meier: "Die Rede von einer deutschen Ortskirche ist nicht ganz korrekt"
  15. „Sind es nicht wir Katholiken, die sich für den bedingungslosen Schutz des Lebens einsetzen?“

Genom-Editing: Weltweite Empörung über gentechnisch veränderte Babys

7. Dezember 2018 in Prolife, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


IMABE: „Bedauerlich, dass die Forschergemeinschaft nicht mit einer Stimme spricht“ - Das chinesische Experiment ist „erschreckend“


Wien (kath.net/pm) Nach der mutmaßlichen Genmanipulation an Babys in China dürfen die beteiligten Wissenschaftler ihre Arbeit vorerst nicht fortsetzen. Das Wissenschaftsministerium sei strikt gegen die Gen-Manipulation bei Babys und habe bereits verlangt, „dass die betroffene Organisation die wissenschaftlichen Aktivitäten des betreffenden Personals aussetzt“, sagte ein Vertreter dem Staatssender CCTV (vgl. Deutsches Ärzteblatt, online, 29.11.2018).

Nach Angaben des Biotechnologen He Jiankui auf dem internationalen Genomforscher-Kongress in Hongkong (vgl. ORF, online, 28.11.2018) soll derzeit noch eine weitere Frau mit einem genmanipulierten Kind schwanger sein. Während Wissenschaftler weltweit empört auf die Nachricht der Geburt von genveränderten Zwillingen reagierten, sagte Jiankui, er sei „stolz“ auf seinen Versuch und bereit, die „Kritik auf sich zu nehmen“ (vgl. Tagesspiegel, online, 26.11.2018).

Jiankui soll es nach eigenen Angaben gelungen sein, mittels der Genschere CRISPR/Cas9 das Erbgut im frühsten Teilungsstadium der Embryonen so manipuliert zu haben, dass diese gegen HIV/Aids-Viren resistent seien. Durch die Entfernung eines Gens für den Rezeptor CCR5 habe er den Viren jene „molekulare Eintrittspforte“ entfernt, durch die sie in Zellen gelangen können. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung über das Gelingen des Experiments existiert aber bisher nicht.


Die Southern University of Science and Technology in Shenzhen distanzierte sich von Jiankui und zeigte sich „schockiert“. Sie sei nicht informiert gewesen, der Biotechnologe wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Dass der Versuch in China stattfand, überrascht allerdings nicht. Staats- und Parteichef Xi Jinping hat CRISPR/Cas9-Forschungzu einem der 5-Jahres-Ziele des Landes erklärt. Um weltweit führend zu werden, fließen jährlich milliardenhohe Investitionen in die Genforschung.

Als „Schlag ins Gesicht“ für alle, die sich um einen verantwortungsvollen Umgang mit Forschung bemühen, bezeichnet die Wiener Ethikerin Susanne Kummer die Keimbahnveränderung bei menschlichen Embryonen. Der betreffende chinesische Wissenschaftler habe sich „über alle Maßstäbe der klinischen Forschung hinweggesetzt“ und einen „Menschenversuch mit nicht vorhersehbaren Folgen durchgeführt“, so die Geschäftsführerin des Instituts für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) im Interview mit Kathpress (online, 27.11.2018).

Das chinesische Experiment sei „erschreckend“, weil jegliche Vorsichtsgebote, die sonst in der klinischen Praxis geboten sind, missachtet wurden, betont Kummer. „Kein Medikament etwa für Parkinson darf am Menschen angewendet werden, wenn es gleichzeitig das Risiko für das Auftreten eines Gehirntumors signifikant erhöht“, verdeutlichte die Expertin das ungelöste Problem von unerwünschten Nebenwirkungen (sog. Off-Target-Effekte) des Genome Editing-Verfahrens.

Eine Veränderung der Keimbahn bedeutet zweitens, dass die Manipulation auch an zukünftige Generationen vererbt wird. Daher brauche es eine besondere sorgfältige und bedächtige Risikofolgenabschätzung, betont Kummer. Drittens sei die embryonale Forschung auch per se ethisch umstritten, aufgrund der vielen Embryonen, die zur Erreichung eines Ergebnisses vernichtet werden.

He Jinkui erntete aus eigenen Reihen scharfe Kritik, unter anderem von 122 Fachkollegen aus China, die in einem gemeinsamen Protestbrief von einem „Öffnen der Büchse der Pandora“ sprechen. IMABE-Geschäftsführerin Kummer bedauerte, dass trotz internationaler Proteststürme die Forschungsgemeinschaft dennoch nicht mit einer Stimme spreche. Grund dafür seien die vielfältigen Interessen, vor allem auch finanzielle, die im Hintergrund mitspielten. In Großbritannien etwa hatte erst kürzlich der Britische Ethikrat eine Empfehlung für Eingriffe in die menschliche Keimbahn abgegeben.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 wedlerg 7. Dezember 2018 
 

Heuchler

Als der dt. Forscher Brüstle embryonale Stammzellen Patentieren lassen wollte, gab es keinen Aufschrei. Wenn zum Zwecke der künstlichen Befruchtung, Emryonen vernichtet werden, gibt es keinen Aufschrei, wenn Kinder im 6.MOnat abgetrieben werden, gibt es keinen Aufschrei. wenn in teilen Europas das Down-Syndrom ausgemerzt wird (sprich: die so diagnostizierten Kinder zerstückelt werden), kommt Zustimmung von Forschung und ev. Kirche.


10

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bioethik

  1. Französische Nationalversammlung stimmt für neues Bioethikgesetz – „So sterben Zivilisationen“
  2. Pariser Erzbischof Aupetit nennt Humanae Vitae eine „Prophetie“
  3. Japan: Chimären sollen bis zu Geburt heranwachsen
  4. Bischof Fürst: Präna-Test lässt Druck auf die Eltern steigen
  5. Schweizer Parlamentarier lehnen Legalisierung der Eizellspende ab
  6. "Kritik der Medien und vieler Wissenschaftler unglaubwürdig"
  7. "Schockierender Verstoß gegen die Menschenrechte"
  8. Ethikerin: Keimbahneingriff für Forschung ein Schlag ins Gesicht
  9. Anwendung von Keimbahneingriffen derzeit ethisch nicht vertretbar
  10. DBK: „Klonierung von Affen wirft erhebliche ethische Fragen auf“







Top-15

meist-gelesen

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. ‚Gehorsamstraining’: Kommentator verurteilt Maskenverordnungen
  3. Das Schweigen zur Verfolgung der Christen im Orient ist wirklich dramatisch
  4. "Tun wir so als wäre da nichts"
  5. Donald Trump: "Jesus Christus ist der berühmteste Mensch der Geschichte"
  6. „Eindruck, dass die Teilnehmer des Synodalen Weges die Kirche hier und jetzt neu erfanden“
  7. Paris: 18-jähriger Tschetschene enthauptet Lehrer - 'Allahu akbar'
  8. Die geheimnisvollen drei Kreuzchen
  9. Vertuschungsvorwürfe – Hamburger Erzbischof Heße gerät weiter unter Druck
  10. 'We are pro Life' - Als Kommissar Rex den Wiener Lebensschützern helfend beistand.
  11. „Welt“: „Konservative fühlen sich von diesem Papst nicht mehr repräsentiert“
  12. Augsburger Bischof Bertram Meier: "Die Rede von einer deutschen Ortskirche ist nicht ganz korrekt"
  13. „Wortlaut der Interviewäußerung ist mir nicht bekannt, aber die Wirkung ist fatal“
  14. "Es gibt mittlerweile sehr gute Gottesdienstkonzepte" angesichts von Corona!
  15. Papst sprach mit seinem Botschafter in Deutschland

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz