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Kardinal Duka: Katholischer Weltjugendtag 2022 nicht in Europa

14. April 2018 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Prager Erzbischof erläutert bei Bischofskonferenz vatikanische Ablehnung von tschechischer Bewerbung für das weltkirchliche Großereignis.


Prag-Bratislava (kath.net/ KAP)
Der internationale katholische Weltjugendtag im Jahr 2022 wird auf Wunsch von Papst Franziskus offenbar nicht in Europa, und damit auch nicht in Prag stattfinden. Das hat der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Kardinal Dominik Duka, erklärt. Der Prager Erzbischof überbrachte nach der gemeinsam mit der Slowakischen Bischofskonferenz abgehaltenen Vollversammlung der tschechischen Bischöfe in dieser Woche in Nitra die Nachricht von der vatikanischen Ablehnung der Bewerbung der tschechischen Hauptstadt für das kirchliche Großereignis.

Die Entscheidung der zuständigen vatikanischen Kurienbehörde beruhe demnach auf der Feststellung des Papstes, wonach etliche der wichtigsten Kirchentreffen in jüngster Zeit in Europa stattgefunden haben. Franziskus sei daher "zur Überzeugung gelangt" so Duka, dass das übernächste Weltjugendtreffen in einer anderen Region stattfinden soll. Kardinal Duka dankte allen, die in den vergangenen Monaten die Initiative für Prag unterstützt und ihre Mitarbeit angeboten hätten. Er glaube, "dass wir die gewonnenen Erfahrungen und Kontakte werden ausnützen können".


2019 wird das in der Regel alle drei Jahre stattfindenden katholische Großjugendtreffen in Panama ausgerichtet. Von den acht internationalen Weltjugendtagen seit 1997 fanden fünf in Europa - zuletzt 2016 im polnischen Krakau - und je eines in Südamerika, Nordamerika und Australien statt. Die Veranstalter-Bewerbungsfrist für 2022 schließt erst Ende 2018.

Die Tschechische Bischofskonferenz hatte eine Kandidatur für das weltkirchliche Großereignis angesichts zweier Tatsachen angemeldet, die durch eine zu Ostern publik gemachte Untersuchung der Londoner Saint Mary's University Twickenham und des Institut Catholique Paris bestätigt wurden: Einerseits gehört die Tschechische Republik mit 91 Prozent zu jenen Ländern Europas mit dem höchsten Anteil von Jugendlichen, die keiner Glaubensgemeinschaft angehören. Andererseits ist unter den jugendlichen Katholiken der Anteil derer, die wöchentlich eine Messe besuchen mit 24 Prozent ungewöhnlich hoch. In Österreich etwa liegt dieser Wert laut der Studie bei nur drei Prozent.

Zu ähnlichen Ergebnissen wie in Tschechien kommt Imrich Gazda, Kirchenanalytiker an der Katholischen Universität Ruzomberok, bezüglich der Slowakei: Junge Menschen gingen "häufiger in die Kirche als ihre Eltern". Freilich seien ihre "religiösen Kenntnisse weitaus schwächer als bei den vorangegangenen Generationen". Die Slowakei befinde sich in einem "sehr interessanten Raum" zwischen Ländern mit unterschiedlichen Stellenwerten im Ranking. Tschechien sei "ein ausgeprägt atheistisches Land, Österreich ausgeprägt säkularisiert und Polen intensiv katholisch gläubig". Anders als in Tschechien spiele aber in der Slowakei, wo es nach wie vor in sei, am Sonntag den Gottesdienst zu besuchen, vermutlich die "Macht der Gewohnheit" eine Rolle.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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