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Warum die katholische Kirche kein Omelette ist

18. März 2010 in Aktuelles, 17 Lesermeinungen
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Priester, die Kinder schänden, sind noch schlimmer als Väter, die sich an ihren eigenen Söhnen vergehen. Eine größere Gotteslästerung ist nicht denkbar - Ein Kommentar von Paul Badde / Die Welt


Rom (kath.net/DieWelt)
Der Anteil der katholischen Kirche am Kindesmissbrauch bewegt sich im Promille-Bereich. Trotzdem: Ein faules Ei verdirbt das ganze Omelette. Für Papst Benedikt stellen die Missbrauchsfälle ein besonderes Problem dar, zeigt sich in ihnen doch in krasser Weise der Abfall der Priester vom katholischen Glauben.

Karte des Missbrauchs

Die katholische Kirche war immer schon eine Bande von Sündern – manche Päpste eingeschlossen, wie etwa Alexander VI. mit seiner „reifen erotischen Persönlichkeit“, wie es heute vielleicht heißen würde. Das Wunder der Kirche war hingegen, dass diese Bande von Sündern es auch immer wieder schaffte, große und kleine Selige und Heilige hervorzubringen, von Generation zu Generation, vom heiligen Stephanus über Franz von Assisi bis zu Kardinal Newman oder Mutter Teresa.

Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Das bleibt auch von dem ungeheuren Schock unberührt, mit dem nun ausgerechnet in dem vom Papst Benedikt XVI. ausgerufenen Priesterjahr schwere Verbrechen und teuflische Sünden von vielen Priestern in der Vergangenheit wie in einem Vulkanausbruch auf die Kirche herabregnen. Da hilft alles Entschuldigen nichts mehr, und das weiß wohl keiner besser als der Papst, wie sein Brief an die Bischöfe Irlands deutlich machen wird – aus der Wiege des christlichen Europa! –, den er heute in Rom unterschreibt.

Doch nicht nur das: Auch die naive Kultur des Verschweigens und Verschiebens und der Schutz der Täter aus den eigenen Reihen lässt sich endlich keinen Tag länger mehr verteidigen. Auch alles Relativieren hilft da nichts, erst recht nicht bei der Kirche, die sich ja wie keine Institution sonst dem Absoluten verschrieben hat. Es nutzt nichts, darauf hinzuweisen, dass über 80 Prozent solcher Delikte in Familien stattfinden, dass sich die Missbräuche in der Kirche im Promille-Bereich bewegen, dass sich solche Verbrecher immer wieder warme Vertrauensräume suchen, in Internaten, in Kibbuzim, in Kindergärten, wo auch immer Nestwärme vorherrscht.

Die Scham und der Holocaust

Es hilft nicht, darauf hinzuweisen, dass früher vor allem eine öffentliche Scham solchen Missbrauch geschützt hat, die jener kollektiven Scham nicht unähnlich war, mit der in den 50er-Jahren selbst ein Jahrtausendverbrechen wie der Holocaust zehn Jahre zuvor vor allem beschwiegen wurde in Deutschland. Es war eine Schande, ein atavistisches Tabu, das jedermann zu berühren fürchtete, um nicht selbst davon verschlungen zu werden. Schluss damit. Nun kommt all dies an ein Ende, und dass bei all dem die katholische Kirche nun eine fatale Vorreiterrolle spielt, obwohl sie prozentual wohl die wenigsten Kinderschänder in ihren Reihen hat, ist nicht nur schlecht. Das ist bei allem Unheil auch gut so.

Denn der Anspruch ist ja hier viel höher. Priester, die Kinder schänden, sind noch schlimmer als Väter, die sich an ihren eigenen Söhnen vergehen. Eine größere Gotteslästerung ist nicht denkbar. Das ahnen selbst hartgesottene Schwerverbrecher und Mörder in ihren Zuchthäusern, unter denen Kinderschänder überall den schäbigsten Rang einnehmen – und darum besonders geschützt werden müssen, weil sie hier oft an Leib und Leben bedroht werden. Da ist es nur gerecht, dass die überfällige Aufklärung in der katholischen Kirche nun am meisten schmerzt – unbesehen aller archaischen Instinkte zur allgemeinen Hexenjagd, die dabei auch noch wie nebenbei geweckt werden mögen.

Es ist eine Operation am offenen Leib, ohne Narkose. Es ist – endlich! – das Skalpell jener „Reinigung der Erinnerung“, die schon Papst Johannes Paul II. so dringend für die Kirche insgesamt angemahnt hat. Da ist es im Moment wirklich kein Vergnügen, katholisch zu sein. Aber als Vergnügen pur war die Nachfolge Christi ja auch nie gedacht. Im Gegenteil, wer zeigt besser, wohin es führt, wenn das Vergnügen pur zur obersten Leitlinie des Handelns wird als jene Priester, deren Untaten sie nun noch nach Jahrzehnten einholen – oder als der explodierende Markt für Kinderpornos in unserer Zeit.

Ein faules Ei verdirbt die ganze Pfanne

Was nun für viele in Deutschland aber schon als das Ende der Kirche erscheinen mag, weil ihre Aura praktisch über Nacht erloschen scheint, wird und muss de facto ein Neubeginn sein, unter Gott sei Dank völlig veränderten Bedingungen. Denn die Kirche ging ja noch nie ganz auf in dieser Welt. Neben dem Glanz Gottes ist ihr auch das „Mysterium des Bösen“ wohl vertraut. Deshalb versteht sie sich seit jeher auch als „semper reformanda“: als immer reformbedürftig.

Wäre die Kirche ein Omelette, müssten wir sie jetzt endlich in die Tonne treten wie vergifteten Fisch, weil ja schon ein einziges faules Ei in der Pfanne die ganze Chose ungenießbar verdirbt. Das ist in der Kirche grundsätzlich anders. Hier kann ein einziger Schweinepriester den Ruf aller Katholiken zwar nachhaltig beschädigen, nicht aber die Substanz der Kirche, die sich aus den Wunden Christi am Kreuz speist – und wo deshalb bis heute der überwältigend große Anteil an Priestern ihre Lebensform als Weg zur Heiligkeit gewählt haben.

Rund um den Erdball leisten sie dabei täglich bewundernswert Wunderbares – und natürlich auch weiterhin in Deutschland oder Irland, wo sie plötzlich zu Parias geworden sind: zur verachtesten Zunft, vor deren Vertretern Eltern ihre Kinder von der Straße holen. Es ist eine Katastrophe in ihrem dramatischen griechischen Wortsinn, als „Umkehrung der Ordnung“.

Der Papst ist kein Zauberer

Darauf kann die Antwort nur eine radikale Umkehr zu Gott hin sein, als Buße im klassischen Sinn in dieser vorösterlichen Bußzeit – und das sieht in der katholischen Kirche heute wahrscheinlich keiner klarer als der Papst selbst. Eine Steuerung in genau diese Richtung darf deshalb auch jeder von ihm in den kommenden Tagen erwarten: als riskantes Umkehrmanöver des Schiffes Petri in höchst stürmischer See, für einem Umkehrschub der Kirche auf ihren Ursprung hin.

Denn Benedikt XVI. ist ja kein Zauberer oder Magier, Wunder gehen ihm so wenig leicht von der Hand wie uns. Er ist aber auch kein Bundeskanzler oder Leitartikler. Wenn er am kommenden Sonntag also wieder an sein Fenster zum Angelus tritt, wird er auch diesmal mit den Menschen auf dem Petersplatz zuerst und zuletzt wieder den „Angelus“ beten, das Gebet vom „Engel des Herrn“, mit dem hier seit Jahrhunderten Sonntag für Sonntag neu die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in Erinnerung gerufen wird.

Sein Brief an die irischen Bischöfe (dem er wohl keinen Brief an die Deutschen folgen lässt) wird höchst strenge Richtlinien für eine rückhaltlose Aufklärung und zur Vermeidung jedes weiteren Missbrauchs haben, sowie klare Vorgaben zum rechten und gerechten Umgang mit den Opfern enthalten. Vor allem aber wird er auch in diesem Schreiben wieder tun, was er versucht, seit er vor fünf Jahren das Amt des Petrus „wie das Messer einer Guillotine“ auf sich zustürzen sah: nämlich all die Asche wegzuschaufeln, die die Glut der Kirche zu ersticken droht.

Missbrauch als Glaubenskrise

Denn es ist ja auch jedem Laien einsichtig, dass erst ein Erlöschen des spirituellen Feuers jedem Missbrauch von Geistlichen vorausgegangen sein muss. Dass ein Priester, der sich an Kindern vergeht, die Worte Jesu schon lang nicht mehr ernst genommen hat, wo es etwa heißt: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworden würde“ (Markus 9,42).

Wie sollte dies dem Papst verborgen sein? Deshalb kann er gar nicht anders, als hinter allen Missbräuchen auch eine fast noch tiefer reichende erschreckende Glaubenskrise monströsen Ausmaßes zu erkennen. Einen Abfall vom Evangelium. Eine Verhöhnung Gottes selbst unter Theologen. Keiner wird deshalb erwarten dürfen, dass der Papst die Ehelosigkeit der Priester auch nur im Traum zur Disposition stellen wird.

Vielmehr wird er gerade den Zölibat katholischer Priester neu zu stärken versuchen, der ja nicht anders verstanden werden kann als sichtbarster Ausdruck ihrer persönlichen Liebesbeziehung zu Gott, dem sie sich mit diesem Schritt doch einmal mit Haut und Haar verschrieben haben. Sicher wird der Papst das Feuer dieser Liebe noch einmal neu zu entfachen versuchen. Verstörend bleibt dennoch dies: Jetzt fallen die Sünden der 50er-, 60er- und 70er-Jahre auf uns zurück. Wie lange wird dieser Prozess wohl für jene neuen Sünden dauern, die wir heute unter uns verschweigen?

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Lesermeinungen

 M.Schn-Fl 19. März 2010 
 

Eiskalt?

@Elaxa
Daß die Kirche nur eiskalt um ihr Ansehen besorgt ist, ist einfach blanker Unsinn. Sie haben , liebe Elaxa, die Stellungnahmen des Papstes und der Bischöfe wohl nicht zur Kenntnis genommen. Die Kirche spricht viel mehr von den Opfern als die Medien.


2
 
 dominique 19. März 2010 
 

@Ester - Unverzeihliche Sünden

gibt es nicht. Die Gesellschaft hat einen eigenartigen Weg der Ächtung und Verteufelung genommen, nicht anders als die Politik: man produziert ausgewählte \"Vogelfreie\", \"Parias\", \"Sündenböcke\", \"Schurkenstaaten\", sonderhafte Verbrecher wie \"Terroristen\", das Ganze bekommt Voodoo-artige Züge. Wir sollten uns als Christen von solchem Neo-Obskurantismus nicht beirren lassen und dem Bösen im Menschen immer klar entgegentreten.


2
 
 chriseeb74 19. März 2010 
 

Was gibts denn hier noch zu verteidigen?!

Der Rauch Satans ist in die Kirche eingezogen! Dieser Ausspruch von P. Paul VI. vor gut 40 Jahren hat nicht nur eine abstrakte Bedeutung!! Priester, die derartige Verbrechen begehen haben mindestens diesen Rauch tief inhaliert, manche sind davon berauscht worden!!!
Nochmals! Was soll man hier noch verteidigen?! Was würde Christus sagen?! Ich erinnere nur an den Ausspruch: Wehe denen, die den Kleinsten schaden...
Dagegen geht die Kirche noch sehr moderat vor!!!!
Nochmals, es gibt nichts aber auch gar nichts zu verteidigen und zu beschönigen! Als Laie sollte man hier sehr demütig sein, beten, fasten und sentire cum eclesia!!!


2
 
 Ester 19. März 2010 
 

Meine Lieben

1. Wir müssen nicht alles glauben, was in der Presse steht.
2. Ist Cjristus meines Wissens gekommen um die Sünder zu berufen.
Stimmt das zwar im Falle von Mord (Abtreibung) und Ehebruch (Scheidung), aber im Falle von Missbrauch nicht mehr?
3. um im Bild zu bleiben, selbst wenn die Eier erstklassig sind, aber das Salz schal, taugt das Omelette auch nicht viel.
4. bin ich jetzt ehrlich besorgt um mein Seelenheil, weil ich immer, allen Unkenrufen auch von Frommen zum Trotz, fest an die Vergebung auch der allerschlimmsten (nämlich meiner) Sünden geglaubt habe.
5. Sind nach offiziellen Verlautbarungen Sünden des Missbrauchs, (auch wenn die noch gar nicht feststehen) unverzeihbar, ergo sind die schlimmeren Sünden erst recht unverzeihbar.
6. Wie verträgt sich das mit der immer wieder ins Feld geführten Hoffnung auf die \"leere\" Hölle?
7. Die Kirche wird nicht bestehen wenn sie ihre Leute nicht verteidigt, was sie gerade aber leider macht.
8, Wie schon öfter ausgeführt leben wir in Zeiten verrutschter Moralvorstellung, Die Neuevangelisation kann (wenn wir nciht auf bekehrte Moslems hoffen) nur funktionieren, mit Leuten die tief in den Sümpfen von \"Sex and drugs and Rock n\'roll\" stecken.
Es wäre an der Kirche hier ein Zeichen zu setzten.
So, wie es im Moment aussieht, gelingt es uns zwar den Dreck herauszuwerfen ,aber die von \"außen\" werden sich nun erst recht nicht offenbaren wollen.


1
 
 lolly 19. März 2010 
 

DENKE

wie sttn, dass der Missbrauch in der eigenen Familie nicht weniger schlimm ist. Was in diesen Väter vorgehen mag, will ich gar nicht wissen, da ich es vermutlich auch nicht verstehen kann! Was mich aber doch interessieren würde, da sicher viele Familien in denen Missbrauch passiert auch Christen sind - was die Kirche ihnen eigentlich überhaupt an Moral vermitteln konnte? Es sind Brüder und Schwestern! Was macht die Kirche, wenn so ein Fall öffentlich wird? Unterstützt sie diese \"Täter\" in Liebe? Wenn schon bei Ehebruch die Verweigerung der Eucharistie droht, was passiert bei Missbrauch? Da kommt vermutlich eher wieder die strafende Kirche ins Spiel....Ich will hier Missbrauch nicht billigen, aber wie hilft man den Tätern und Ofern als Kirche in richtiger Weise? Durch Disziplinarstrafen, weil es das Kirchenrecht so vorsieht?


0
 
 denkmal 19. März 2010 
 

Mißbrauch durch eine Vertrauensperson ist immer schlimm

Ich denke, daß rein von außen gesehen aus moralischer Sicht der Mißbrauch eines Priesters schlimmer bewertet wird, da der Priester ein Stellvertreter Gottes sein soll und Gott heilig ist. Doch durch Jesus haben wir gelernt, Gott \"Vater\" zu nennen. Daher denke ich, daß für das Kind ein Mißbrauch durch den eigenen Vater noch schlimmer sein, da es zu ihm eine viel engere, ja existentielle Beziehung hat, sich in einem gewissen Alter voll identifiziert und der Vater letztlich genauso von Gott die Aufgabe hat, ein Vorbild und Stellvertreter des Himmlischen Vaters für das Kind zu sein.


2
 
 Hannah 19. März 2010 
 

Ich denke wie Paul Badde,

aber meine Hoffnung setzt sich allein auf Gott.
Gerade darin unterscheidet sich der Missbrauch eines Vaters vom Missbrauch eines Priesters an Kindern.
Denn Kindern sagt man dass Gott alles sieht, und man der Kirche nicht schaden dürfe. Damit entsteht eine Schadloshaltung an Kindern, denen man eine schwere Verantwortung aufdrückt, für die der missbrauchende Priester Verantwortung tragen müsste. Dennoch wie hilflos steht die Kirche in dieser Situation da. Doch gerade hier offenbart sich, dass Gott diese Kirche durch das dunkle Tal geleitet und sie sich nicht selbst aus der Schlinge ziehen kann. Kirche ist das Werk Gottes in Jesus Christus im Heiligen Geist. Wie sehr wird nun ein Sturm des Heiligen Geistes ausbrechen um zu heilen und zu reinigen was verwundet ist.
Eine Freude und Barmherzig keit wird ausbrechen bei allen Menschen, die nach Heiligkeit und Reinheit hungern. Wir werden geschmäht und müssen schweigen. Doch Gott wird unser Herz neu aufjubeln lassen. Chiristus ist auferstanden, trotz des großen Steines am Grab. Vergessen wir das nicht.!!!!!!!


1
 
 dominique 19. März 2010 
 

@Bartholomäus

In der Tat: Was wäre Keuschheit ohne spirituelle und religiöse Sinnhaftigkeit? Man müsste hier Fragen wie Askese, geistige Askese mit/ohne körperliche Askese erörtern. Und die zentrale Aussage des religiösen Friedens: nicht die Befriedigung, sondern die Befriedung des Menschen ist die Wahrheit. Und zu dieser Wahrheit gehört, dass der Weg zum Frieden nun mal nicht über die Befriedigung führt (die Anhäufung immer mehr Akte der Erfüllungen von Leerstellen, die unsere Triebe scheinbar unendlich in uns auftun), der Mensch ist eben fundamental keine \"love machine\" (wie es ein Pop-Song besingt), sondern die Leerstelle aller Leerstellen ist eben Gott (und nichts fälschlich \"Vergöttertes\"). Vermutlich kann dies nur der Asket glaubhaft \"verkörpern\". Gäbe es den Asketen nicht, würde sich vielleicht das wahre Gottesbild auf Dauer nicht aus dem Strudel der Befriedigungen und ihres falschen \"selbstgemachten\" (eingebildeten) Friedens lösen können.


1
 
 Elaxa 19. März 2010 
 

Jammer Jammer

Wann hört die Kirche endlich auf sich SELBST zu BEJAMMERN... wie arm ist das?
Während sie sich um sich selber dreht und ihre Wunden leckt, sollte sie sich umdrehen und mal sehen: WIE GEHT ES DEN OPFERN? WIE DEN MÄRTYRRERN die wegen IHR starben? WIE DEN MENSCHEN die ihr blind vertrauten? Stattdessen ist sie nur bekümmert über ihr Ansehen - EISKALT.


2
 
 chronotech 19. März 2010 

lieber Umstrukturierung als Bekehrung

...und in Deutschland? Anstatt Bekehrung, Anbetung und Re-Evangelisierung kämpfen die Domkapitulare um die typisch deutsche Umstrukturierung. Es wird der Erfolg durch \"die Ruhe\" in den Pfarreien gemessen und nicht durch die Zahl der Beichtenden, der Anbetenden, der Bekehrten. Es ist oft den Generalvikaren lieber, wenn die Pfarrer gar nichts machen (außer Verwaltung der Papiere), aber dann doch die RUHE in den Pfarreien behalten - das ist die wahre deutsche Katastrophe... QUO VADIS???


2
 
 Bartholomäus 19. März 2010 
 

Deshalb sollte in Abwandlung eines bekannten Wortes

von Karl Rahner gelten:

DER ZÖLIBAT DER ZUKUNFT WIRD MYSTISCH SEIN ODER ER WIRD NICHT SEIN!

Die Mystik und Übernatürlichkeit des Zölibates wird von Psychologen, die rein weltlich-natürlich denken, nicht verstanden, sondern eher behindert. Der hl. Pfr. von Ars könnte vor keinem heutigen Psychologen-Tribunal bestehen, auch wenn es noch so kirchenloyal wäre (dies sollte Daniel Deckers zu seinem heutigen FAZ-Artikel ergänzend bedenken).


1
 
 fesoj 19. März 2010 
 

Danke Paul Badde!


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 kreuz 19. März 2010 

riskantes Umkehrmanöver des Schiffes Petri

harte Worte von PB, aber leider wahr!
keine Relativierung mehr, kein Vergleich mit Anderen.
ein Vergleich mit allen Anderen würde heßen, daß die Kirche von dieser Welt wäre.
Sie ist in dieser Welt, aber nicht von dieser.
also weiter, auf SEINEM Weg Mt 7, 13+14.
ohne Selbstmitleid, aber geläutert!

www.kathtube.com/player.php?id=8138


2
 
 M.Schn-Fl 19. März 2010 
 

Ein faules Ei......

Paul Badde nennt die Gründe beim Namen: \"hinter all dem steht eine fast noch tiefer reichende Galubenskrise monströsen Ausmaßes\". So ist es! Deshalb genügt es einfach nicht hier an Mißbrauchfällen herumzudoktern, sondern diese Glaubenskrise muß wirklich erkannt und analysiert werden. Schon vor 25 Jahren hat Kardinal Ratzinger gesagt, daß die Krise der Kirche eine Krise der Bischöfe ist. Und solange diese das nicht erkennen, ist alle Hoffnung auf Besserung vergeblich. Aber wir Laien haben die Pflicht, Ihnen bei dieser Erkenntnis behilflich zu sein.
Abfall vom Evangelium, Verhöhnung Gottes selbst bei Theologen, sagt Badde und trifft hier den Nerv. Das wollten und wollen die Bischöfe nie hören. Wie sieht es aus seit Jahrzehnten mit der Lehre an den Fakultäten, der Verkündigung, dem Religionsuntericht und der seit Jahrzehnten nicht mehr stattgefundenen Katechese? Saarländische Gymnasiasten berichten, daß in 4 Jahren Religionsuntericht der Name Jesus Christus nicht einmal genannt wurde.
(siehe www.agtrier.de hier \"Von Rossen und Rennpferden\" und \"Der Christ in der säkularisierten Welt\" Vortrag vor der Internationalen Gesellschaft fürr Menschenrechte IGFM)
Daß ein Dekan einer katholischen Fakutät im Priesterjahr den heiligen Pfarrer von Ars einen Psychopathen nennt wirft einen Blick auf den Zustand der meisten katholischen Fakultäten. Wenn der heutige Papst von der Krise der Bischöfe spricht, so ist damit auch eingeschlossen der gesamte Welt und Ordensklerus. Der Abtprimas der Benediktiner hat das mit seinen letzten Äußerungen (hier auf kath.net berichtet) noch einmal verdeutlicht. Hier fehlt jede Einsicht für die Gründe der Krise: Das Verdunsten des geistlichen Lebens in weiten Teilen des Welt- und Ordensklerus. Und da diese Verhältnisse nun schon seit Jahrzehnten andauern, kann man vielen Priester und Ordensleuten kaum vorwerfen,daß sie gar nicht mehr wissen, was ein geistliches Leben eigentlich ist. Über die Situationen in den Priesterseminaren ist ja auch hier oft genug berichtet worden. Was nötig ist, ist eine gründliche Bestandsaufnahme allen kirchlichen Lebens auch des Geschäftsgebahrens der Kirche. Ich glaube, dieses alles kann man nur erbeten


2
 
 Christa Dr.ILLERA 19. März 2010 
 

Danke

Danke für diesen ausgezeichneten Artikel, der unter die Haut geht und ins Herz trifft, sehr nachdenklich macht und doch die Hoffnung nährt, den lebendigen Gott unter uns zu haben und Ihn in der Liebe zu begegnen: den einzigen Kompass für das Schiff Petri! Nachfolge kann sehr schwer sein - aber da müssen wir durch!


3
 
 clamarel 19. März 2010 
 

perspektivenwechsel bitte

also: kein Selbstmitleid sondern Schmerz mittragen, und zwar den Schmerz der Opfer und den Schmerz darüber, dass wir als Christen unsere Kinder nicht schützen konnten. Wie schaut einen Gemeinde aus, in der ein missbrauchtes Kind niemand findet der ihm glaubt- so war das doch meistens! Jetzt aber: Das nicht gehört werden können ist vorbei. Ab sofort!!! Und das müsste heissen: alle wieder eintreten!!!! Die ihr damals ausgetreten seid, aus Empörung über die Vertuschungen etc. Lasst uns jetzt alle wieder zusammen arbeiten und weiterpilgern in unserer Kirche!! Bitte!!!


2
 
 sttn 18. März 2010 
 

Ein Vater der seine Kinder missbraucht ...

Sorry, aber als Vater kann ich mich der Meinung nicht anschließen das ein Priester mit einem Missbrauch etwas schlimmeres begeht - als ein missbrauchender Vater.
Als Vater missbraucht man sein eigenes Fleisch und Blut., das was einem nach der natürlichen Ordnung das nächste ist.
Deshalb meine ich das man hier keine Abstufung machen darf - sorry...

www.politikstube.de


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