Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  8. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  9. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  10. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  11. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  12. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  13. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  14. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  15. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela

Keine Angst vor der Zukunft!

14. Jänner 2009 in Österreich, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ansprache des Apostolischen Nuntius in Österreich Erzbischof Edmond Farhat beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Heinz Fischer.


Wien (kath.net) Kath.net dokumentiert im Wortlaut die Neujahrsansprache von Nuntius Erzbischof Edmond Farhat vor dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer und dem Diplomatischen Corps am 13. Jänner.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident!

Auch in diesem Jahr ist es mir als Doyen des in Österreich akkreditierten Diplomatischen Corps noch einmal vergönnt, und es ist mir zugleich eine große Ehre, im Namen aller meiner Kolleginnen und Kollegen Euerer Exzellenz und dem Österreichischen Volk alles erdenklich Gute, Wohlergehen und Gottes reichen Segen für das begonnene Jahr 2009 zu wünschen.

In großer Verbundenheit danken wir alle Ihnen für Ihr Wohlwollen und Vertrauen und für die ruhige Hand, mit der Sie, Herr Bundespräsident, politisch spannungsreiche Situationen einer Lösung näher bringen und weitsichtige Ziele setzen.

Der Rückblick auf das hinter uns liegende Jahr 2008 führt uns notwendigerweise zu einer differenzierten Sicht des Geschehenen und – je nach eigenem Standpunkt – zu unterschiedlichen Beurteilungen der Ereignisse in Österreich, in Europa und in der Welt.

Unter manchen problematischen Entscheidungen, menschlich schmerzvollen Situationen, traurigen Vorfällen und beunruhigenden Überraschungen gab es aber auch eine ganze Reihe positiver Ereignisse, gab es Aufbrüche und Zeichen der Hoffnung.


Zu den negativen Erinnerungen an 2008 gehören gewiß die konstant bedrohlichen und für die betroffenen Menschen mit unsäglichem Leid verbundenen Situationen in einigen Regionen und Ländern der Welt, sowie die weltwirtschaftliche Krise, die so plötzlich in die moderne Unbeschwertheit eingedrungen ist.

Gerade deswegen wollte Papst Benedikt XVI. den Zusammenhang von Armut und Unfrieden ins Bewußtsein rufen. In seiner Friedensbotschaft an alle Nationen zum Jahresbeginn 2009 lädt der Papst dazu ein, "die Armut zu bekämpfen, um den Frieden zu schaffen".

In Österreich, wegen der immer neuen Spannungen innerhalb der alten Regierung, sollte die Neuwahl am 28. September zum Durchbruch in eine größere Stabilität und Entschlossenheit zum Wohle und Nutzen des ganzen Volkes führen, um sich "den Zielen einer humanen und lebenswerten Gesellschaft weiter anzunähern", wie Sie in Ihrer Neujahrsansprache angemahnt haben.

Ich möchte an dieser Stelle an die Verantwortlichen appellieren, keine Angst vor der Zukunft zu haben. Wenn echte, ehrliche und friedliebende Flüchtlinge in Österreich ein menschenwürdiges Leben suchen, mögen sie hier offene Türe finden!

Unter den vielen positiven Dingen, die ich nennen könnte, möchte ich die im Sommer in Österreich vorbildhaft veranstaltete Fußball-Europa-Meisterschaft hervorheben. Mit großer Umsicht und Fairneß hat Österreich die Organisation und Motivation für diese Meisterschaft durchgeführt. Wir danken der Republik für dieses Engagement und für die Wochen sportlicher Begeisterung.

Positiv zu bewerten ist unter anderem auch die Umsicht, mit der man versucht, in der wirtschaftlichen Krise Stabilität zu schaffen und den Bürgerinnen und Bürgern finanzielle Sicherheit sowie der Volkswirtschaft zukunftsträchtige Garantien für den konjunkturellen Aufschwung zu geben. Innerhalb der Europäischen Gemeinschaft ist Österreich ja ein wichtiger Faktor für die wirtschafts- und finanzpolitische Bewältigung der gegenwärtigen Krise.

Exzellenz, Herr Bundespräsident!

Positiv, beruhigend und ermutigend war Ihre Rede zum Festakt des 90. Geburtstags der Republik Österreich. Mit Gelassenheit, Hochachtung für die Geschichte und die Menschen, mit Takt und Feingefühl haben Sie eine objektive und respektvolle Bilanz der 90 Jahre der Republik gezogen.

Sie haben von Thesen und Antithesen, Schatten und Licht, von Hoffnung und Idealismus, von Brot und Arbeit, von Enthusiasmus und Widerstand gesprochen. Im Hinblick auf die aktuelle Welt-Situation und auf die Gefahren für die Konjunktur haben Sie sich gegen jeden Versuch der Flucht in die Angst oder in den Radikalismus gewandt.

Der Rückblick auf die positiven Realitäten der Geschichte läßt in uns die Hoffnung wachsen, daß sich durch das gemeinschaftliche Bemühen der Nationen alles zum Guten wenden möge.

"Viribus unitis" (mit vereinten Kräften) war seit alters her der Wahlspruch österreichischer Politik. Und dieses Motto möchte ich uns allen gerade in den gegenwärtigen Zeiten - Zeiten der gemeinsam erfahrbaren Krise, aber auch der ernsthaft angestrebten Solidarität - ins Bewußtsein rufen.

Mit den vereinten Kräften der Solidarität und des Friedenseifers werden wir die heute gegebenen, und von gestern ererbten Schwierigkeiten meistern. "Mit vereinten Kräften" möge Österreich und seine neue Bundesregierung, unter der weisen Präsidentschaft Eurer Exzellenz voranschreiten und gedeihen!

Cum renovatis votis omnia fausta ac prospera pro eventuro anno MMIX ominor et exopto Felix Austria, vivas, crescas, floreas!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Oesterreich

  1. Schönborn würdigt verstorbenen Wiener Pfarrer Stockert
  2. Sozialethiker Rhonheimer verteidigt Recht auf Privateigentum
  3. "Österreich betet gemeinsam" von 13. Mai bis Pfingstmontag
  4. Kapellari an Pfarrerinitiative: Vom Gashebel steigen
  5. Vatikan: Peter Stephan Zurbriggen wird neuer Nuntius für Österreich
  6. Nuntius Farhat: ‚Non in tumultu Deus’
  7. ‚Erst die Menschwerdung Gottes gibt dem Menschen die ewige Würde’







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Erschütterndes Historiendrama: Netflix-Serie „Fauda“ verarbeitet den Terror des 7. Oktober
  5. Muslimische Organisation: ‚In 45 Jahren wird Frankreich wieder katholisch‘
  6. Frankreichs neue „Generation Leo“: Warum die Jugend plötzlich wieder zum Papst strömt
  7. „Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Psalm 91)
  8. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  11. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  12. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  13. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  14. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  15. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz