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,Das Dritte Wunder’

4. April 2006 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Was steckt hinter Heiligsprechungen? Ein Hollywood-Film, der mittlerweile auf DVD erhältlich ist, bietet einen spannenden Einblick. Von Franziskus v. Ritter-Groenesteyn.


München (www.kath.net)
Das säkulare Hollywood (Mitproduzent: Francis Ford Coppola) hat einen ganz besonderen Film hervorgebracht. „Das Dritte Wunder“, sollte sich kein Priester entgehen lassen, der mit seinem Glauben ringt und auch mit dem Zölibat. Den Film sollte sich auch kein Laie entgehen lassen, der sich über Heiligsprechungen aufregt und sie für manipuliert hält.

Natürlich ist manches im Sinne einer spannenden Dramaturgie überzeichnet und in dieser dichten Form im täglichen Leben nicht anzutreffen, doch der Kern ist und bleibt sehenswert. Ed Harris verkörpert einen Priester der mit den Dämonen der Trinksucht um seinen Glauben ringt.

Die von ihm zu verfassende Positio im Rahmen eines Kanonisationsverfahrens bricht alte Wunden in ihm auf, führt ihn in die Nacht des Glaubens, und lässt ihn dann doch daraus gestärkt und seiner Berufung, durch alle Versuchungen hindurch, treu hervorgehen. „ Weide meine Schafe ...“

Erstmals wird hier, und das ist das Erstaunliche für Hollywood, gezeigt, mit welcher Akribie und Skepsis gegenüber der zu kanonisierenden Person die Kirche das Verfahren der Heiligsprechung durchzuführen sich verpflichtet fühlt. Da wird hinterfragt, geprüft, analysiert, da werden Gegenpositionen vom advocatus diaboli (hier von Armin Müller-Stahl verkörpert) vorgetragen und Fakten genauestens recherchiert.

Die Kirche macht es sich nicht leicht, dies wird hier deutlich. Denn zu den Ehren der Altäre werden nur jene erhoben, deren Leben für andere ein tugendhaftes Vorbild zu sein vermag und nicht jene, die das Volk dort sehen will. Wobei letzteres meist erst der Anlass ist ein Kanonisationsverfahren einzuleiten; so auch hier.

„Das Dritte Wunder“ ist ein Film, der wohltut und die Seele erbaut. Er ist gerahmt von sphärisch schöner Musik und zeigt, dass der Glaube eines kleinen Mädchens wahrhaft Berge todbringender Bosheit zu versetzen mag und sie zu verwandeln in den Flügelschlag des Heiligen Geistes. Wer erinnert sich da nicht an die Mahnung Jesu: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen ...“ Mt 18,3.

Zu Anfang des Filmes sehen wir ein kleines Mädchen im Bombenhagel des zweiten Weltkriegs davon rennen, so wie alle mit ihr, doch dann hält sie inne, kehrt um, und verweilt knieend im kindlichen Gebet vor einer Statue der Muttergottes, und das Wunder geschieht ...

Der Autor ist Jurist und Theologe. Er arbeitet in der internationalen Filmfinanzierung und schreibt Drehbücher.



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