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Dialogseligkeit und Dialogressentiment – Ein Aufruf zur Mäßigung

14. August 2011 in Kommentar, 20 Lesermeinungen
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Eine wahre Reform der Kirche muss immer auch erbetet, vom Heiligen Geist inspiriert und durch Heilige beispielhaft vorgelebt werden - Ein Gastkommentar von Andreas Püttmann über den "Dialog von Mannheim"


Bonn (kath.net) Mal drüber zu reden kann nie schaden. Sagt man so. Dabei dürfte manche Beziehung ihre lange Stabilität auch der Tatsache verdanken, dass nicht alles diskutabel war und die Beteiligten es manchmal vorzogen einen Dissens oder Ärger schweigend auszuhalten. Dafür fand der Volksmund das Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen Gold. Doch bei uns heute hat der Glaube an Sinn und Vernunft des Diskurses den Glauben an sich weithin abgelöst. Was gelten soll, sei immer wieder neu zu verhandeln.

Die Ausrichtung am kulturellen Erkenntnisspeicher der Tradition, die man mit Chesterton als „Demokratie mit den Toten“ verstehen kann, ist dem täglichen Plebiszit gewichen. Seine Erkenntnisquelle ist die Dauergeschwätzigkeit unserer TV-Talkshows, seine Manifestation die Umfrageschwemme.

„Nimmst Du nicht an der Wahrheit Maß, dann bleibt Dir nur der Habermas“, lautet ein Bonmot des Professors für Christliche Gesellschaftslehre, Lothar Roos. Er hält es offensichtlich mehr mit Ratzinger, dem Naturrecht und der Lehrtradition als mit dem berühmten „Diskursethiker“.

Zwischen der Erkenntnislehre dieser beiden „Päpste“ haben die deutschen Katholiken in gewisser Hinsicht jetzt zu wählen. Denn unter dem Schock des Missbrauchsskandals hat die Deutsche Bischofskonferenz dem Drängen der Laiengremien auf mehr innerkirchlichen „Dialog“ nachgegeben und einen auf fünf Jahre angelegten „Gesprächsprozess“ ins Leben gerufen.

Der Auftakt fand mit rund 300 Teilnehmern aus den 27 deutschen Diözesen im Juli in Mannheim statt unter dem Motto: „Im Heute glauben – Wo stehen wir?“. In Stuhlkreisen zu etwa acht Personen, die mal per Zufallsauswahl, mal nach kirchlichen „Ständen“ zusammengesetzt waren, diskutierte man Kraftquellen, Probleme und Zukunftsvisionen des Katholizismus in Deutschland. Beschlüsse gab es nicht, wohl aber ein „Meinungsbild“. Denn alle Stuhlkreise hatten drei Prioritäten einer zukünftigen Kirche „mit großer Ausstrahlungskraft“ zu wählen und von dieser wiederum die wichtigste, die dann coram publico vorgetragen wurde. Hierbei dominierten – ohne dass es dazu im Plenum Widerworte der anwesenden Bischöfe gab – die bekannten „Reizthemen“: Frauenpriestertum (oder –diakonat), Zölibat, Machtverteilung zwischen Geweihten und Laien sowie Fragen des Sechsten Gebotes, insbesondere zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen.

Darüber lässt sich trefflich debattieren, mit guten Argumenten auf beiden Seiten. Modifikationen kirchlicher Morallehre unter veränderten zivilisatorischen Bedingungen und humanwissenschaftlichen Erkenntnissen gab es früher schon, etwa bei den „Ehezwecken“, der Todesstrafe, der Sklaverei, oder dem Zinsverbot. Wo „Glaube und Vernunft“ wirklich voneinander lernen sollen, ist die geistig-geistliche Anstrengung auch zur Überprüfung kirchlicher Lehren legitim, zumal wenn diese nicht zum „Credo“ des Christentums gehören.


Man kann dies der „Reformpartei“ zugestehen und dennoch finden, dass die „Reizthemen“-Fixation an der radikalsten Herausforderung, der Glaubenskrise, vorbeigeht: An den Zweifeln an unserer christlichen Auferstehungshoffnung, der göttlichen Allmacht und Güte angesichts von Leid und Katastrophen, der Realpräsenz Christi in der Eucharistie, am Sinn des Bußsakraments, am Auftrag zur Mission. Von all dem hörte man aber kaum etwas in Mannheim.

Mehr Skepsis gegenüber allzu leichtfüßigem „Reform“-Eifer sollte auch wecken, dass die Reformideen der Mannheimer Wunschliste (1.) genau die Agenda widerspiegeln, die der Kirche von der säkularen Gesellschaft und ihren Medien ständig aufgedrängt werden; sie (2.) im noch rascher geschrumpften deutschen Protestantismus bereits weitgehend realisiert sind; und dass sie (3.) nicht von der deutschen Kirchenprovinz, sondern nur von der römisch-katholischen „Weltkirche“ zu entscheiden sind, in der die Deutschen kaum 2 Prozent der Mitglieder auf die Waage bringen. Rom aber hat in diesen Fragen schon klar gesprochen, teilweise definitiv wie Johannes Paul II. zum Priestertum der Frau. Man kann trotzdem, wie Andrea Ypsilanti, mehrmals „mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen“. Vernünftiger wäre es, das nicht zu tun.

In solche berechtigte Kritik am Beginn des Dialogprozesses mischt sich bei manchen Konservativen aber auch ungerechte. Etwa dort, wo die katholische „Tagespost“ schon an der Mannheimer Raumgestaltung herumgenörgelte, obwohl diese ein schönes, erhöhtes Kruzifix in den Mittelpunkt stellte und mit klug gewählten Psalmversen auf Wandplakaten geistlich inspirierte. Im gleichen Blatt klagte der Vorsitzende des „Bundesverbandes Lebensrecht“, man habe bei der Teilnehmerauswahl die Lebensschützer wohl „vergessen“.

Die Erklärung ist viel einfacher: Sie gehören dort als Organisationen nicht hin. Denn die "Aktion Lebensrecht für Alle" oder die "Christdemokraten für das Leben" sind aus gutem Grund überkonfessionell konzipiert. Ihre Sprecher dürfen nicht selbst dazu beitragen, den Lebensschutz als eine katholische Sondermoral erscheinen zu lassen und so das Geschäft ihrer Gegner zu betreiben, die das Thema gern in die Kirchenecke abdrängen.

Fatal wäre auch der Eindruck, die 300 am Gesprächsforum beteiligten Katholiken hätten sich nicht alle um das menschliche Lebensrecht zu sorgen, weil es dafür spezielle Organisationen gebe. Die Beschwerden eines nicht nach Mannheim Berufenen wirken da etwa ähnlich peinlich wie die legendäre Frage von Heide Simonis: „Und wo bleibe ich?“. Jedes Bistum konnte Vertreter aus katholischen Gremien und Gruppen, aber auch Einzelpersönlichkeiten entsenden. „Lebensrechtler“ waren insofern nicht ausgeschlossen. Teil der katholischen Kirche sind ihre Organisationen aber zumeist nicht.

Auch einen anderen „Zahn“ muss man den konservativen Kritikern ziehen: Sie spekulieren bereits darüber, ob der „Reform“-seligen Mehrheit der 300 Delegierten nicht eine „schweigende Mehrheit“ an der Basis gegenüberstehe, die ganz anders denke. Falsch: Der Veränderungsdruck, den die Mannheimer Stuhlkreise ventilierten, entspricht durchaus der letzten großen Repräsentativbefragung deutscher Katholiken im „Trendmonitor“ 2010: Vier von fünf Katholiken kritisieren den Zölibat, drei von vier „die Rolle der Frau in der Kirche“, eine Zweidrittelmehrheit „den Umgang mit Kritikern innerhalb der katholischen Kirche“. Noch breitere und wachsende Mehrheiten stören sich an der „Haltung zur Sexualität“ (79%), am „Umgang mit Homosexuellen in der Kirche“ (68%) und an der Lehre zur Empfängnisverhütung (85%). Zwar stimmten hierbei auch areligiöse und randständige Kirchenmitglieder mit, deren Votum qualitativ weniger Gewicht hat, und zwar weiß die Kirche, die ja keine Demokratie, sondern „Christokratie“ ist, Wahrheit von Mehrheit zu unterscheiden. Doch wer Meinungsmehrheiten, die ihm nicht genehm sind, einfach leugnet, riskiert seine Glaubwürdigkeit auch beim Zeugnis für die großen Wahrheiten.

Es ist deutsche Sprachmode geworden, aus allem gleich eine „Kultur“ zu machen. Und so warnen Vertreter der „Reformkatholiken“ die Bischöfe schon vor einer „Kultur der Folgenlosigkeit“, so der ZdK-Vorsitzende Alois Glück. Eine Unkultur gegenwartsegozentrischer „Verheutigung“ des Glaubens mit der Brechstange muss es aber auch nicht sein. Alle Teilnehmer des Gesprächsprozesses sollten sich ein Wort aus der Enzyklika „Ecclesiam Suam“ Pauls VI. von 1964 zu Herzen nehmen, das auch im Tagungsbuch steht: „Der Dialog ist nicht hochmütig, verletzend oder beleidigend. Seine Autorität wohnt ihm inne durch die Wahrheit, die er darlegt, durch die Liebe, die er ausstrahlt, durch das Beispiel, das er gibt. Er ist weder Befehl noch Nötigung. Er ist friedfertig und meidet die heftigen Ausdrücke; er ist geduldig und großmütig“.

Wo der Dialog nur als Mittel zur Durchsetzung der eigenen Einsichten betrachtet wird, muss er in Frustration enden. Er sollte stattdessen, wie der französische Dominikaner Dominique Dubarle sagt, „das Wachstum der Freiheit des anderen suchen“ und es dieser Freiheit überlassen, selbst das Prinzip der Wandlung ihres Urteils zu finden: „Man muss das, was man für die Wahrheit hält, im Gewissen des anderen für sich selber sorgen lassen“.

Mehr Mut zum Beharren gegenüber dem säkularen Anpassungsdruck wünscht der evangelisch getaufte Philosoph Rüdiger Safranski der katholischen Kirche: „Ich will, dass es diese Kirche gibt, stolz und unangepasst, und nicht wie die Protestanten immer zu Kreuze kriechen, nein, ich will sie als stolze Institution, die ein paar Fehler schon abgelegt hat, die aber ihre Identität bewahrt.

Das ist auch für die Restgesellschaft das Beste, was geschehen kann“. Bleiben wir also römisch-katholisch. Bleiben wir als Reformer und Bewahrer miteinander im Gespräch. Nur wer seine eigenen Standpunkte im kritischen Dialog überprüft, entgeht auf Dauer der Borniertheit und der Dummheit. „Prüfet alles, das Gute behaltet“ ist uns aufgetragen, nicht: „Prüfet alles, und was euch ins Konzept passt, behaltet“.

Bleiben wir uns vor allem bewusst, dass wir nicht selbst „von unten“ Kirche „machen“, sondern der Inspiration von oben bedürfen. Eine wahre Reform der Kirche muss immer auch erbetet, vom Heiligen Geist inspiriert und durch Heilige beispielhaft vorgelebt werden. Ein Christsein „zu billigeren Preisen“, ohne Provokation unseres hedonistischen, materialistischen Zeitgeistes, würde nicht anziehender sein, im Gegenteil.

„Fortschrittliches Christentum“ heißt wachsende Nähe zu Christus und nicht wachsende Übereinstimmung mit den aktuellen säkularen Wertorientierungen. Einer der eindrucksvollsten „Reform“-Dialoge ist von Mutter Teresa überliefert: Als sie einmal gefragt wurde, was sich in der katholischen Kirche ändern müsse, antwortete sie mit drei Worten: „Sie und ich“.


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Lesermeinungen

 Tilda 18. November 2011 
 

Der schlechte Religionsunterricht der letzten Jahre kommt zum Tragen, wer kennt denn noch die Grundsätze der kath. Lehre. Zuerst muss das Wort wieder verkündigt werden. viele Katholiken sprechen einfach nach, was ihnen von einer kirchenfreindlichen Presse vorgesagt wird. Die Gelder von Weltbild wären in einer Schulung der Gläubigen besser angelegt. Wer kennt noch den Sinn im Opferberuf des Priesters? wer dasselbe in der Ehe, die auch ein Opfer ist und sein kann.
In der Erziehung unserer Kinder und Enkel sind große Fehler gemacht worden. Der Egoismuss hat auch in der Kirche Einzug gehalten. Nur durch Gebet und Umkehr ist eine Veränderung möglich, Jesus hat gesagt: ihr seid das Salz der Erde, Salz ist eine Minderheit in der Rezeptur.
Wo der Weg der Gläubigen mit der Marienverehrung verbunden geblieben ist, ist die Verbindung mit der Kirche noch größer.
Alle, die im Dialogprozess ihre Meinung durchsetzen wollen, sollten sich fragen ob sie sich nicht instrumentalisieren lassen.


1
 
 Johann Martin 15. August 2011 
 

Dialogprozess nd Glaubenskrise

Unsere Kirche steht in einer extrem schweren Glaubenskrise. Der wahre Glaube, wie er uns von den Aposteln übermittelt wurde, ist uns abhanden gekommen. Wir haben - dank der Aufklärung - die Verbindung zu allem Übernatürlichen abgebrochen. Deshalb ist uns auch der Heilige Geist abhanden gekommen, also der Geist der Wahrheit und der Heiligkeit. Stattdessen lassen wir uns bedenkenlos auf die Sünde ein, ja sogar auf die Todsünde, von der wir doch wissen, dass sie alle Verbindung zwischen uns und Gott zunichte macht. Wie kann da ein Dialogprozess Abhilfe schaffen, wo die dort Versammelten doch nicht einmal die Glaubenskrise und ihre Ursachen in den Blick zu bekommen scheinen?


4
 
 Johann Martin 15. August 2011 
 

Unsere Kirche steht in einer extrem schweren Glaubenskrise. Der wahre Glaube, wie er uns von den Aposteln übermittelt wurde, ist uns - dank der Aufklärung - abhanden gekommen. Wir haben die Verbindung zu allem Übernatürlichen abgebrochen - also zu jenem Bereich, aus dem Jesus zu uns gekommen ist. Dabei ist uns besonders der Heilige Geist abhanden gekommen, also zum Geist der Wahrheit und der Heiligeit. Stattdessen lassen wir uns ganz selbstverständlich auf die Sünde ein, ja auch auf die Todsünde, von der wir wissen, dass sie unsere Verbindung mit Gott zunichte macht.

Was soll in dieserSituationein \"Dialogprozess \". Wie soll er


1
 
  15. August 2011 
 

Auswahlverfahren der Delegierten nach Mannheim erfolgte vermutlich über direkte Ernennung

d.h. dass die Katholiken, die sich gegen Pfarrverbunde und Liqudiation der Pfarrgemeinden und der Priesterstellen zur Zeit deutschlandweit versuchen zu wehren, sehr wahrscheinlich überhaupt keine Chance hatten in Mannheim bzw. im ganzen strukturierten Dialogprozess erhört zu werden, da sie einfach höchstwahrscheinlich von den zuständigen Ordinariaten nicht ernannt worden sind. Die Ernennung selbst erfolgte nicht über die demokratische Auswahl der Delegierten. Damit entstand die Möglichkeit ausschließlich unter sich im Dialogprozess zu bleiben. Wir wissen auch nicht ob diese Möglichkeit ausgenutzt wurde. Als ausschalggebend könnte der % Anteil der Angestellten und der Ehegatten der Angestellten der Kirche unter den Delegierten betrachtet werden. So eine Zahl wurde auch nicht veröffentlicht. Mir fehlen die Ton-und Bildaufnahmen von Mannheim sowie ausländische neutrale Beobachter der Weltkirche vor Ort. Es gibt leider mehr Fragen als Antworten selbst zum Ablauf des Prozesses.


2
 
 WoNe 15. August 2011 
 

Der Artikel ist nicht Fisch, nicht Fleisch...

Folgende Aspekte zeigen doch ganz deutlich, dass es vielen Katholiken gar nicht mehr um die SUBSTANZ des katholischen Christentums geht, sondern nur noch darum, wie sich das religiöse Christentum ABSCHAFFEN läßt:
(1) Die immer selben Forderungen werden seit Jahren (Jahrzehnten) in verbohrter Manier gestellt. Meist verbunden mit dem Drohpotential, im Falle der Nichtdurchsetzung die Kirche zu verlassen.
(2) Die erpresserische Art, mit der Kryptoargumente für die Forderungen vorgebracht werden.
(3) Das Schutzsuchen unter den Fittichen der Feinde der Kirche, um die Themen durchzupauken; nämlich unter den Fittichen der kirchenfeindlichen Medien.
(4) Die Beschimpfung und Bedrohung rechtgläubiger Kleriker und der Gläubigen, welche die Forderungen nicht teilen: Im günstigsten Fall hält man diese für erzkonservativ, vielfach zweifelt man an deren geistiger Gesundheit, was einer Entmündigung gleichkommt.
Diese Liste stellt nur einen Auszug dessen dar, was mir spontan einfällt.


4
 
 Karlmaria 15. August 2011 

Wenn sich die Eltern vor den Kind über die Erziehung streiten

Dann macht das Kind natürlich was es will. Christus hat auch mit den Sündern gesprochen und mit ihnen gegessen. Darin gibt es überhaupt kein Problem. Ein Problem ist es aber, wenn der eine Bischof Seinen Priestern klar machen will, dass sie endlich aufhören sollen vom Abschaffen des Zölibats zu träumen, und der nächste Bischof gibt einen Erkundungsauftrag zu diesem Thema. Es muss auch einmal ein Punkt gemacht werden und gesagt werden: Jetzt ist Ende der Diskussion und jetzt gibt es nur noch Gehorsam!


2
 
 Quirinusdecem 15. August 2011 
 

Dialog, aber worüber...

Ich tendiere nicht dazu, Mehrheitsvoten zu ignorieren. Jedocjh spiegeln Mehrheiten weder Wahrheit noch Erkenntnis wieder sonder allein den Wissens- und Gefühlsstand einer Gesellschaft. Die Aussage, dass sich jedwede Entwicklung in der Modifikation moralische wie ethische Standpunkte wiederspiegeln muss, teile ich auch nicht. Z.B. Homosexualität: Zu Jesu Zeit waren Homosexualität und Knabenliebe im römische und griechischen Sprachraum hoch im Kurs, ja es gehörte schon fast zum guten Ton. Trotzdem ist die Schöpfungsaussage von Jesus oder den späteren Aposteln weder modifiziert noch angepasst worden. Und das auch in biologischer und anthropologischer Hinsicht mit gutem Grund: Wären alle Mensche homosexuell, es gäbe uns gar nicht. Daraus folgt, der Mensch ist als Mann und Frau geschaffen, zum Bilde Gottes, und zur Fähigkeit der Teilnahme am Schöpfungswerk: Das bedeutet, gelebte Sexualität ist SÜNDE.Da helfen auch die 68 % nicht.....


2
 
 rosi110 15. August 2011 
 

\"Interessant\"

Es geht in der Kirche Christi um Sophia (Gerechtigkeit, Wahrheit, Liebe) und nicht um Gnosis (Intellektualismus, Funktionalismus, Progressismus).
Diejenigen aber, die so gerne dialogisieren sind Wegbereiter/Anhänger der Gnosis: so reden und argumentieren doch diese Damen und Herrn.
Wenn Papst Benedikt zitiert wird, daß er diesen \"Dialog\", eigentlich Monolog, \"interessant\" fände, dann darf man seine Schlüsse daraus ziehen. Dazu braucht man kein Astrologe zu sein.


3
 
 Ulrich Motte 15. August 2011 
 

\"Noch rascher geschrumpft\"

Sicher ist in den letzten Jahrzehnten der deutsche Protestantismus noch rascher geschrumpft als der deutsche Katholizismus.
Weltweit wächst aber der Protestantismus schneller als der Katholizismus, obwohl er etwa insgesamt den Zölibat nicht als Bedingung für Geistliche kennt und Laien stärker mitregieren lässt. Und die Einwanderung nach Deutschland und die DDR-Sonderlage könnte man auch berücksichtigen. Und die EKD-Bilanz aus aktuellen Ein- und Austritten ist seit einigen Jahren besser als die der RKKD. Zudem wachsen insgesamt die evangekalen Freikirchen in der BRD. Sonntags besuchen regelmäßig mehr Menschen EKD-unabhängige evgl. Gottesdienste denn die der EKD.


1
 
 frajo 15. August 2011 

Fortsetzung

vielleicht um 2015 herum wird der Zeitpunkt wohl sein. Bis dahin wird hoffentlich auch eine verbindliche Aussage aus Rom vorliegen, wie dieser Vorgang zu handhaben sein wird.


0
 
 Aventin 15. August 2011 
 

Dialogprozess

Der Artikel von Herrn Püttmann suggeriert, dass es zwischen Aggiornamentokatholiken und katholischen Katholiken immer noch ausreichende gemeinsame Grundlagen gibt, auf deren Basis sie mittel Dialog zueinander finden können. Daran glaube ich nicht. Erstere Gruppe nimmt einfach für sich in Anspruch, die Klügere zu sein, und den Stein des Weisen gefunden zu haben. Dass der Blick hinüber zu den evangelischen Kirchen und deren Erfolglosigkeit alle ihre Thesen widerlegt, interessiert sie nicht. Für einen echten Dialog müsste diese Gruppierung, für die solche Namen wie Heiner Geißler und Hans Küng stehen, von ihrem hohen Ross absteigen, auf das sie sich gesetzt haben. Dazu sehe ich in diesem Lager aber keinerlei Bereitschaft. Der von den deutschen Bischöfen angestoßene Dialogprozess ist nichts anderes als ein Dokument ihrer Ratlosigkeit. Aber ich kann unseren deutschen Bischöfen keine Hoffnung machen: Ihr werdet in 5 Jahren noch genaus ratlos sein wie jetzt!


6
 
  15. August 2011 
 

Ein Vorschlag:

alle sollten, bevor sie den Begriff \"Dialog\" in den Mund nehmen und mit ihrem Geschwurbel begin- nen, ein Gesätz des Rosenkranzes beten müssen - da würde auf der Stelle himmlische Ruhe einkeh-
ren. Wetten?

Trendmonitor? Wo machen die bloß ihre Umfrage?
Beim lokalen Homo- und Feministenclub?


2
 
 Bodmann 14. August 2011 
 

Sehr guter und objektiver Kommentar.
Wenn die Glaubenskrise überwunden wäre,könnten auch Reizthemen-soweit dann noch vorhanden- angegangen werden.


1
 
 Wildrosenöl 14. August 2011 
 

Nachtrag

Wenn bei diesem Trendmonitor \"arreligiöse und randständige Katholiken\" mit abgestimmt haben, also alle Taufschein-Katholiken, welchen Wert haben diese Zahlen? Bei dem Minus-Rekord von ca 13 % praktizierenden Katholiken können die immer mit 87 % überstimmt werden. Man will ja niemandem den Kirchenaustritt nahelegen. Aber würden sie mehr oder wenig gehen, würde die Kirchensteuer dementsprechend sinken, und die kath. Kirche in Deutschland könnte nur noch das Geld für wesentliche Aufgaben ausgeben. So ganz unattraktiv finde ich die Vorstellung nicht. Und die Bischöfe müssen entscheiden: Ist das Geld wichtiger oder der authentische Glaube. Sie haben sich entschieden...


3
 
 Wildrosenöl 14. August 2011 
 

Nun hat der Herr Püttmann

sich aber schön nach allen Seiten verneigt. Was will er eigentlich sagen? Also, der Dialog wird die Kirche nicht retten, aber die \"konservativen Kritiker\" sollen endlich einsehen, dass die Dialogisierer die richtigen Fragen haben.
Die Kernfragen stellt Püttmann leider nicht: Wie sollen Katholiken den Zölibat schätzen, wenn er seit ca. 40 Jahren selbst innerhalb der Kirche nicht nur nicht erklärt, sondern klein- bis schlechtgeredet wird? Und wenn er, der Zölibat, nicht mehr begriffen wird, wenn die Rolle des kath. Priesters grundsätzlich nicht mehr anders gesehen wird als die des evangelische Pfarrers, warum soll es dann nicht auch die Frauenordination geben? Warum war der zölibatäre Priester bei Katholiken bis vor ca. 50 Jahren hochgeachtet und das Frauenpriestertum überhaupt kein Thema? Welche Rolle spielt die Theologie, an die die Bischöfe längst ihr Lehramt abgetreten haben?
Nein, die entscheidenden Fragen stellt der Herr Püttmann nicht.


4
 
 Elisabeth53 14. August 2011 
 

Die Krise hat 1952 mit dem Abschied der Rosenkönigin begonnen.

Dann war alles schon nicht mehr wie früher, Kinder wurden verfolgt und wir auch nicht wie früher, unsere schöne Kirche ist jetzt wie protestantisch. Sie haben auch viele schöne heilige Figuren und Bilder aus den Kirchen entfernt.

Jetzt haben wir nur noch unseren Papst Benedetto in Rom und sie verbieten uns wenigstens nicht mehr nach Heroldsbach oder nach Medjugorje mit Bus zu fahren.


3
 
  14. August 2011 
 

Vier von fünf Katholiken kritisieren den Zölibat

drei von vier „die Rolle der Frau in der Kirche“, eine Zweidrittelmehrheit „den Umgang mit Kritikern innerhalb der katholischen Kirche“. Noch breitere und wachsende Mehrheiten stören sich an der „Haltung zur Sexualität“ (79%), am „Umgang mit Homosexuellen in der Kirche“ (68%) und an der Lehre zur Empfängnisverhütung (85%).

Heutige Krise scheint Ergebnis von ca letzten 50 Jahre zu sein, ab der Königsteiner Erklärung geht nur abwärts.
Symbolisch scheint die Krise der Kirche mit dem Tod von solchen Männer der deutschen Amtskirche wie Kard. von Galen ( war u.A. Lebenschützer), Kard. Bertram oder Kard Faulhaber zu beginnen- dann bis auf ein paar Ausnahmen, wie Joseph Ratzinger u.A. kam Verdrängungswettbewerb, für die Kirche tödliches Amtsstreben und Kampf um Gunst des Volkes, der Politiker, der Protestanten, oder heute der Medien


3
 
 Waldi 14. August 2011 
 

Der über fünf Jahre angelegte Dialogprozess...

wird die katholischen Kirche in Deutschland so gewaltig verändern, dass sie nach dieser Zeit nicht mehr wieder zu erkennen sein wird. Man denke nur daran, was das II. Vatikanum in nur drei Jahren angerichtet hat. Da den Deutschen Bischöfen und ihren romfeindlichen Dialogpartnern aber fünf Jahre zur Verfügung stehen, wird das Zerstörungswerk um so gründlicher ausfallen.
Allein die kurze Antwort von Mutter Teresa auf die Frage, was sich in der katholischen Kirche ändern müsse: \"Sie und ich\", birgt mehr Weisheit, als sämtliche Bischöfe und Dialogisierer in fünf Jahren für sich beanspruchen können. Der Dialog hat nur ein einziges Ziel. nämlich, dass der Papst und die Kirche sich dem Elaborat der Dialogisierer anpassen müssen!


3
 
 Bastet 14. August 2011 

Volle Zustimmung
Bleiben wir röm. kahtolisch!


4
 
  14. August 2011 
 

Bravo

mal eine ausgleichende und sachliche Stellungnahme zum Dialog! Weiter so!


4
 

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