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Bischof Muser: „Kirche steht für Würde des Menschen von seiner Empfängnis bis zu seinem Sterben ein“

17. Juni 2026 in Prolife, 1 Lesermeinung
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Bischof ist für Palliativversorgung und gegen assistierten Suizid


Bozen (kath.net/Diözese Bozen-Brixen) Die geplante Regelung zum medizinisch assistierten Suizid in Südtirol betrachtet Bischof Ivo Muser mit Sorge. Er warnt davor, schwerkranken Menschen den assistierten Suizid als Ausweg anzubieten, und fordert stattdessen mehr Begleitung, menschliche Nähe und einen konsequenten Ausbau der Palliativversorgung. Krankheit, Leid und Sterben nähmen einem Menschen niemals seine Würde, betont der Bischof in einer Stellungnahme zur aktuellen Gesetzesdebatte.

„Die Kirche steht für die Würde des Menschen von seiner Empfängnis bis zu seinem Sterben ein“, erklärt Bischof Muser. Auch Krankheit, Leid und Sterben nähmen einem Menschen nicht seine Würde. Gleichzeitig beobachtet der Bischof, dass immer mehr Menschen Angst vor einem schmerzhaften Sterbeprozess oder vor langem Siechtum hätten und deshalb im assistierten Suizid einen Ausweg sähen.


Hilfe statt Suizid

Die Antwort auf diese Ängste könne jedoch nicht darin bestehen, Menschen beim Suizid zu unterstützen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir der Not von Menschen nicht dadurch entsprechen, dass wir ihren Sterbewunsch erfüllen, sondern dass wir alles tun, was medizinisch, psychologisch und seelsorgerisch möglich ist“, betont Muser. Ziel müsse es sein, die Lebenssituation schwerkranker Menschen so erträglich wie möglich zu machen. „Ich erinnere auch daran, dass es nicht die Pflicht gibt, das Leben um jeden Preis zu verlängern. Therapien dürfen abgebrochen werden, wenn sie medizinisch keinen Sinn machen oder den Sterbeprozess unnötig hinauszögern“, sagt der Bischof.

Der Bischof befürchtet zudem, dass die geplante Regelung eine gesellschaftliche Entwicklung fördern könnte, in der Menschen in ihrer verletzlichsten Lebensphase nicht mehr ausreichend begleitet werden. „Als Bischof bringe ich meine tiefe Sorge zum Ausdruck, dass wir Menschen in ihrer sehr verwundbaren Phase von Krankheit, Schmerz und Lebensende nicht mehr angemessen begleiten werden“, erklärt er.

 Palliativversorgung stärken

Muser spricht sich deshalb mit Nachdruck für den weiteren Ausbau der Palliativmedizin aus. Jeder Schmerzpatient und jede Schmerzpatientin müsse Zugang zu einer qualifizierten Betreuung erhalten. Ebenso ruft er Angehörige, Freunde und alle Begleitenden dazu auf, schwerkranken Menschen beizustehen und ihnen zu vermitteln, dass ihr Leben wertvoll bleibt.

 Abschließend dankt der Bischof den vielen Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Angehörigen und Ehrenamtlichen, die schwerkranke und sterbende Menschen begleiten. „Stehen wir ein für den Wert eines jeden Lebens und helfen wir Menschen, damit sie nicht den medizinisch assistierten Suizid als letzten Ausweg sehen“, appelliert Muser.

Archivfoto Bischof Muser (c) Diözese Bozen-Brixen


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