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Die Kirche - der Raum der Schrift

11. Februar 2026 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV.: Das Verhältnis von Wort Gottes und Kirche in der Auslegung von ‚Dei Verbum'. Zur Einheit von Bibel, Tradition und kirchlicher Gemeinschaft. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Darum danken wir Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern - was es in Wahrheit ist - als Gottes Wort angenommen habt; und jetzt ist es in euch, den Glaubenden, wirksam“ (1 Thess 2,13).

In der Katechese bei der Generalaudienz richtete Papst Leo XIV. den Blick auf den inneren Zusammenhang zwischen dem Wort Gottes und der Kirche, wie er in der Konzilskonstitution Dei Verbum entfaltet wird. Der Papst stellte den Zusammenhang als lebendig und wesentlich dar und hielt fest, dass „die Kirche der eigentliche Ort der Heiligen Schrift“ ist. Unter der Inspiration des Heiligen Geistes ist die Bibel aus dem Volk Gottes hervorgegangen und an das Volk Gottes gerichtet. In der christlichen Gemeinschaft findet sie ihren Lebensraum, in dem sie ihren Sinn erschließen und ihre Wirkkraft entfalten kann.

Von dort führte der Gedankengang zur Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dieses frufe in Erinnerung: „Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlaß das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht. In ihnen zusammen mit der Heiligen Überlieferung sah sie immer und sieht sie die höchste Richtschnur ihres Glaubens“ (Dei Verbum, 21).

Die Betrachtung ging weiter zur fortdauernden Reflexion der Kirche über den Wert der Heiligen Schrift. In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst an die ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode über „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“ (Oktober 2008) sowie an das nachsynodale Apostolische Schreiben Papst Benedikts XVI. Verbum Domini. Dort werde deutlich, dass „gerade durch die innere Verbindung zwischen Wort und Glauben deutlich wird, dass die authentische Bibelhermeneutik nur im kirchlichen Glauben angesiedelt sein kann, der im ‚Ja‘ Marias sein Urbild besitzt“, und dass „der ursprüngliche Ort der Schriftauslegung das Leben der Kirche“ sei (Verbum Domini, 29).


Innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft finde die Schrift den Raum, in dem sie ihre Aufgabe erfülle und ihr Ziel erreiche: Christus erkennen zu lassen und den Dialog mit Gott zu eröffnen. In diesem Zusammenhang betonte Leo XIV. das Wort des heiligen Hieronymus: „Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kenneni“ (Commentarii in Isaiam, Prolog). Die Offenbarung will der Papst im Licht von Dei Verbum als Dialog verstanden wissen, in dem Gott zu den Menschen wie zu Freunden spreche: „In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott (vgl. Kol 1,15; 1 Tim 1,17) aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde (vgl. Ex 33,11; Joh 15,14-15) und verkehrt mit ihnen (vgl. Bar 3,38), um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen“ (Dei Verbum, 2). Dieses Geschehen vollziehe sich dort, wo die Bibel in einer inneren Haltung des Gebets gelesen werde, sodass Gott dem Menschen begegne und in eine Beziehung mit ihm eintrete.

Die Heilige Schrift, der Kirche anvertraut und von ihr bewahrt und ausgelegt, beschrieb Leo XIV. als wirksame Kraft, die der christlichen Gemeinschaft Halt und Lebenskraft verleihe. Alle Gläubigen seien aufgerufen, aus dieser Quelle zu schöpfen, vor allem in der Feier der Eucharistie und der anderen Sakramente. Die Liebe zur Schrift und die Vertrautheit mit ihr sollten diejenigen leiten, die den Dienst am Wort ausübten: Bischöfe, Priester, Diakone und Katecheten. Zugleich wurde der Beitrag der Exegeten und der bibelwissenschaftlichen Forschung hervorgehoben sowie die zentrale Bedeutung der Schrift für die Theologie, die in ihr ihren Grund und ihre innere Gestalt finde. Der Gedankengang machte deutlich, dass die Kirche wünsche, dass das Wort Gottes jedes ihrer Glieder erreiche und den Weg des Glaubens nähre. Zugleich dränge dieses Wort die Kirche über sich selbst hinaus und öffne sie für die Sendung an alle Menschen. Inmitten vieler Worte, die den Menschen umgäben, trete das Wort Gottes als Antwort auf die Suche nach Sinn und Wahrheit hervor: „Es ist das einzige Wort, das immer neu ist: Indem es uns das Geheimnis Gottes offenbart, ist es unerschöpflich und hört nie auf, uns seinen Reichtum zu schenken“.

Im Leben der Kirche erschließe sich, so Leo XIV. abschließend, dass die Heilige Schrift vollständig auf Jesus Christus bezogen sei und dass darin der Grund ihres Wertes und ihrer Wirkkraft liege: „Christus ist das lebendige Wort des Vaters, das fleischgewordene Wort Gottes. Die gesamte Heilige Schrift verkündet seine Person und seine rettende Gegenwart für jeden von uns und für die gesamte Menschheit. Öffnen wir also unser Herz und unseren Geist, um dieses Geschenk anzunehmen, in der Schule Marias, der Mutter der Kirche“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, die Kirche hat die Aufgabe, das Wort Gottes zu bewahren und zu verkünden, damit es alle Menschen erreicht und das Leben der Gläubigen nährt. Daher lade ich euch ein, regelmäßig die Bibel zu lesen, um in der Erkenntnis Jesu Christi zu wachsen und das lebendige Wort Gottes mit eurem Leben zu bezeugen.

Foto (c) Vatican Media

 


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Lesermeinungen

 Hope F. 11. Februar 2026 
 

Das lebendige Wort Gottes

mit dem eigenen Leben zu bezeugen. Darauf kommt es an. Leider ist das bei vielen Mitchristen keineswegs der Fall. Sobald sie das Gotteshaus verlassen, ist von ihrem Christ sein nichts mehr zu spüren. Manches Mal sogar im Gotteshaus selbst. Hier haben m. E. die Priester versagt, weil sie die Ehrfurcht nicht gelehrt haben. Der Altarraum wird nicht mehr geachtet als das was er ist.


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