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Bartholomaios: "Russische Propaganda schüchtert mich nicht ein"

1. Februar 2026 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Ökumenischer Patriarch in Interview: "Fürchte weder die falschen und erfundenen Informationen, die sie verbreiten, noch die schmutzigen Angriffe verschiedener Geheimdienste" - Leise Hoffnung auf baldige Wiedereröffnung der Hochschule von Chalki.


Istanbul/Athen (kath.net/ KAP) 
Der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hat am Wochenende in einem Interview für die griechische Zeitung "Ta Nea Sabbatokyriako" betont, dass ihn die beständigen russischen Angriffe auf seine Person und das Patriarchat nicht einschüchtern würden. Wörtlich sagte Bartholomaios: "Die russische Propaganda schüchtert mich nicht ein. Ich fürchte weder die falschen und erfundenen Informationen, die sie verbreiten, noch die schmutzigen Angriffe verschiedener Geheimdienste, noch die Verleumdungen gegen unser Patriarchat und mich persönlich, noch die russischen Internettrolle oder deren Sprachrohre."
Letztlich ließe sich die Wahrheit nicht verschleiern. Vielmehr sollten die für den Krieg Verantwortlichen und deren Unterstützer "den Tag des Jüngsten Gerichts fürchten, wenn sie denn glauben".

Der Patriarch betonte zugleich, er sei von Anfang an an der Seite des ukrainischen Volkes gestanden, das durch die russische Invasion schwer geprüft werde. Die Solidarität des Patriarchats gelte dabei nicht nur den orthodoxen Brüdern und Schwestern, sondern allen Ukrainern, "die mit Mut und Entschlossenheit, wie ein David gegen Goliath, die heiligen Werte ihrer Heimat verteidigen und den Kräften widerstehen, die die Ukraine in die Dunkelheit von Demütigung, Ausbeutung, Unterdrückung und Versklavung stürzen wollen".
Es ist zutiefst beunruhigend, dass die Architekten und Befürworter der sogenannten "Russischen Welt" nicht zögern würden, "religiöse Gefühle zu instrumentalisieren und die orthodoxe Theologie und Tradition zu verzerren, indem sie diesen Krieg als 'heilig' bezeichnen". Dieser Krieg sei aber nicht heilig, er sei vielmehr zutiefst "dämonisch, das Produkt eitler Individuen, die dem Opium der Macht verfallen sind".


Sorge um Christen im Nahen Osten
Der Patriarch zeigte sich im Interview zudem sehr besorgt über die Lage der Christen im Nahen Osten. Vorsichtig optimistisch äußerte er sich zu einer möglichen Wiedereröffnung der theologischen Hochschule von Chalki.
Es schmerze ihn zutiefst, die christlichen Geschwister im Nahen Osten inmitten von Unsicherheit und Konflikten leiden zu sehen. Das Patriarchat von Konstantinopel stehe stets an der Seite der Patriarchate von Jerusalem und Antiochien und ihrer Gläubigen. Bartholomaios appellierte an die Regierungen in Nahost, uneingeschränkt den Schutz christlicher Gemeinden zu gewährleisten. Die beste Grundlage dafür seien Sicherheit, Stabilität und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung für alle Menschen.

Im Blick auf Chalki meinte der Patriarch, dass in der jüngeren Vergangenheit bedeutende politische Fortschritte erzielt wurden, "auch wenn einige Fragen noch ungeklärt sind". Er orte aber in der türkischen Regierung einen entsprechenden politischen Willen und sei zuversichtlich. - 1971 wurde Chalki durch ein türkisches Gesetz geschlossen, das den Betrieb privater Universitäten untersagt. Seither setzt sich das Patriarchat unermüdlich für eine Wiederaufnahme des Lehrbetriebes ein.
Derzeit würden am historischen Schulgebäude und dem umliegenden Gelände umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt, finanziert von großzügigen Spendern, informierte der Patriarch. Diese Arbeiten würden voraussichtlich bis zum Sommer abgeschlossen sein. Er hoffe, dass bis dahin alle notwendigen Genehmigungen zur Wiederaufnahme des Betriebs der Hochschule vorliegen. Und er hoffe sehr, mit Präsident Recep Tayyip Erdogan gemeinsam die Wiedereröffnung vornehmen zu können, sagte Bartholomaios.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


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