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„Lass mich der liebevollere Mensch sein“

18. Oktober 2024 in Familie, keine Lesermeinung
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Eltern sollen ermutigen, beraten, disziplinieren und uneingeschränkt lieben – unabhängig von dem, was sie zurück bekommen.


New York (kath.net / pk) „Vor Jahren, als ich ein junger Vater war, wurde ich Opfer meiner eigenen Illusion.“ So beginnt der Arzt Tod Worner einen interessanten Beitrag, den er auf der  Website „Word on Fire“ von Bischof Robert Barron veröffentlichte. Er habe nach einem langen Arbeitstag seine kleinen Töchter von der Kindertagesstätte abgeholt und sich einen imaginären Dialog mit ihnen vorgestellt, wo er auf seine Fragen ausführliche und begeisterte Antworten bekommen habe.

In Wahrheit habe alles ganz anders ausgeschaut. Auf die Frage „Wie war euer Tag?“ oder „Was habt ihr zu Mittag gegessen?“ habe er entweder gar keine Antwort oder ein unverständliches Gemurmel bekommen. „Was war passiert?“, fragte sich Worner. „Wo war die dynamische Diskussion, das liebevolle Geben und Nehmen, die ungehemmte Begeisterung, die ich erwartet hatte?“


Zunächst sei er natürlich etwas irritiert gewesen und habe sich gefragt, ob irgendwas falsch laufe in der Familie. Er sprach daraufhin mit einem guten Freund und erfahrenen Vater. „Der lachte nur und riet mir: ,Erwarte keine volle Gegenleistung. Niemals.‘“ Das habe ihn ein bisschen geschmerzt, bekannte Worner. Aber er habe eine wertvolle Lektion gelernt.

„Meine Kinder sind (selbst jetzt, wo sie in der High School sind) immer noch dabei, sich zu orientieren und alles auf die Reihe zu kriegen. Natürlich sind sie liebevoll, großzügig und ernsthaft, aber sie können auch gestresst, egoistisch und launisch werden. Und ich schätze, das kann ich auch. Aber es fehlt nicht an Liebe. Nicht von ihnen. Nicht von mir.

Und mir ist klargeworden, dass die Fülle dessen, was es bedeutet, Vater oder Mutter eines Kindes zu sein, darin besteht, stark und präsent zu sein, bedingungslos zu lieben und es weiterzugeben. Wir müssen lächeln, wenn jeder schlecht gelaunt ist, uns erkundigen, wenn alle schweigen, und lieben, wenn alle erschöpft sind. Es ist nicht unsere Aufgabe, die Einnahmen zu zählen oder das Freundlichkeitskonto auszugleichen. Unsere Aufgabe ist es stattdessen, zu ermutigen und zu beraten, zu disziplinieren und uneingeschränkt zu lieben – unabhängig von der Bilanz.“

Sein Fazit: „Unsere Kinder lieben uns. Das ist sicher. Aber unsere Liebe zu ihnen – diese endlose Quelle, die niemals versiegt – ist unendlich. Wenn du also heute Abend (oder das nächste Mal, wenn du sie triffst) deine Kinder siehst, zähle nicht die Einnahmen, gleiche das Konto aus oder ziehe die Bilanz zu Rate. Lächle einfach, atme durch und sage zu dir selbst: ,Lass mich der liebevollere Mensch sein‘.“


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