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Im Gehorsam die Hingabe an Christus leben!

20. Jänner 2024 in Jugend, 1 Lesermeinung
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Wer ihn liebt, der ist gehorsam und erkennt den Gehorsam nicht als Regellast, sondern als Weg zur Tugend und inneren Reinigung - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

Es ist die Berufung der Braut Christi gehorsam zu sein so wie der Sohn dem Vater gehorsam war. Soll der Bund des Sohnes mit seiner Kirche so innig werden, wie der des Vaters mit seinem Sohn, muss die Kirche so dem Sohn antworten wie der Sohn dem Vater geantwortet hat: In hingebenden Gehorsam.

Warum? Weil nur wer den Gehorsam Christi anlegt, kann ihn so lieben wie die Braut den Bräutigam. 

Das umfasst die Kirche im Ganzen und jeden Einzelnen, der zu ihr gehört. Wer ihn liebt, der ist gehorsam und erkennt den Gehorsam nicht als Regellast, sondern als Weg zur Tugend und inneren Reinigung. Denn das Brautkleid wird gewoben aus dem Hören auf das, was er für jede Seele bereithält und das, was er schon vor tausenden Jahren kundgetan hat.

Die Braut, die liebt, sagt Ja ohne Vorbehalt – sie gibt sich ihrem Bräutigam hin und ersehnt, was er ersehnt. Wir müssen ersehnen, was Christus ersehnt – was das ist und wie es geht uns von dieser Sehnsucht durchtragen zu lassen, lernen wir im Gehorsam. Dieser muss tagtäglich stattfinden, denn Christus hat sich zwar erst am Kreuz vollends entäußert, aber auch an jedem Tag bis dorthin hat er sich selbst gegeben – er hat sich Versuchungen und Betrübnis ausgeliefert, er war alleine in der Finsternis des Garten Gethsemanes, er hat Verrat und Verachtung ertragen – er hat sich an jedem Tag entäußert. 


Nicht umsonst spricht er zu uns „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich (…).“ (Lk 9,23) Das ist die Schule des Bräutigams, denn das ist, was er getan hat.

Warum? Um deine Seele zu erwerben. Kein Brautpreis war ihm zu teuer für seine Braut, die Kirche. Und getragen von Sehnsucht soll die Braut darauf antworten – wissend, dass sie nie aufwiegen kann, was er gegeben hat und dennoch es ohne Unterlass versuchend, denn sie liebt den Bräutigam in hingebungsvoller, sich vollends schenkender Liebe.

Das ist die Liebe von Braut und Bräutigam, die Christus in seiner Kirche ersehnt. Er zeigt uns das in den Sakramenten – immer wieder schenkt er alles, so wie er bereit war alles zu ertragen. Wie ans Kreuz hinauf, steigt er in die Hostie hinab, vergießt das Blut aus seinem Herzen in den Kelch, darauf wartend zu uns zu kommen. Was für eine Liebe, die selbst nach tausenden von Jahren, nach unendlich vielen Schmähungen und Verwundungen, nicht aufhört sich zu geben! Oder in der Beichte – uns wird vergeben, weil Christus mit seinem Tod seinen Sieg über unsere Niederlagen verkündet hat. Ohne zu zögern, würde er sich für unsere Seele immer wieder aufs Neue opfern.

Und wir? Antworten wir wie die Braut? Eilen wir dem Bräutigam entgegen und suchen wir ihn auch dann, wenn die bräutliche Vorfreude überschattet ist, wenn die Dunkelheit der Nacht noch keinen Ausblick auf das Morgengrauen gibt? Wenn wir wüssten, welch Freude dem Herrn eine Seele ist, die sich zu ihm in dieser hingebenden Liebe aufschwingt und ihm in der Nacht zuflüstert „Ich bin dein.“, so wie sie am Tag von den Dächern verkündet „Ich bin dein.“

Nichts mehr will er, nichts mehr ersehnt er als eine Seele, die sich ihm darbringt – bereit den Kelch anzunehmen, der er ihr gereicht wird – im bräutlichen Gehorsam des Sohnes. Und so, so wird in der Kirche jene Liebe Einzug halten, die ihr ursprünglich ist: Die Liebe vom ewigen Vater zu seinem Sohn, vom Bräutigam zu seiner Braut. Diese Liebe wird die Kirche aus ihren Kämpfen ans Herz ihres Geliebten ziehen, ans Herz, das für sie offen steht – dieser Weg der Liebe und des Heiles führt über den Gehorsam jeder einzelnen Seele hin zum Gesamten der Kirche, denn sie ist ja die Braut Christi und es ist ihr Wesen, ihre Berufung, sich aufopfernd hinzugeben. In der Berufung der Kirche sehen wir auch unsere: Im Gehorsam die Hingabe an Christus zu leben, so dass für Lauheit, für Irrwege und Verwirrung weder Raum noch Zeit bleibt.

Und so wird die Kirche Christi in ihr Brautsein hineinfinden und immer standhafter werden. Sie wird in Reinheit und Kraft auf den Ruf des Bräutigams antworten können. Sie wird sich ihm schenken können, so wie er sich seiner Kirche schenkt.


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