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Die Verkündigung ist Freude - Der Grund dieser Freude ist Jesus Christus

15. November 2023 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Franziskus: Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Er ist der Anfang der Evangelisierung, die Quelle der Freude. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr“ (Lk 2,8-11).

„Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude. In diesem Schreiben möchte ich mich an die Christgläubigen wenden, um sie zu einer neuen Etappe der Evangelisierung einzuladen, die von dieser Freude geprägt ist, und um Wege für den Lauf der Kirche in den kommenden Jahren aufzuzeigen“ (Evangelii gaudium,1): dreiunddreißigste Generalaudienz 2023. Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zum Thema „Die Leidenschaft für die Evangelisierung: der apostolische Eifer des Gläubigen“ fort. Die sechsundzwanzigste Katechese widmete der Papst dem Thema der Verkündigung als Freude, dem ersten Punkt seiner vier, den Zyklus abschließenden Katechesen.

Franziskus erinnerte daran, dass vor zehn Jahren das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ erschienen sei, in dem es insbesondere auch um die Freude als wesentlicher Grundhaltung bei der Verkündigung des Evangeliums gehe. In der Lesung hätten wir von der „großen Freude“ (Lk 2,8-11) gehört, die die Engel den Hirten in Betlehem verkündeten.

Der Grund dieser Freude sei Jesus Christus, der menschgewordene Gott, der uns liebe, der sein Leben für uns hingegeben habe und uns ewiges Leben schenke. Diese frohe Botschaft müsse entsprechend mit Freude verkündigt werden, sonst sei sie nicht glaubwürdig.

In der Emmaus-Perikope (Lk 24,13-35) werde sichtbar, wie die verzagten Jünger durch die Begegnung mit dem Auferstandenen zur Osterfreude gelangten, als er ihnen den Sinn der Schrift erschließe und sich im Brechen des Brotes zu erkennen gebe. Noch in der Nacht brächen sie auf, um diese frohe Botschaft weiterzugeben.


Die Freude des Evangeliums erfülle das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegneten: „Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, werden befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Aus der Begegnung mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die wahre und tiefe Freude, derer die Welt zu allen Zeiten so sehr bedarf“.

So sei ein Christ, der traurig, unzufrieden oder, noch schlimmer, nachtragend und missgünstig sei, nicht glaubwürdig. Es sei wichtig, auf unsere Gefühle zu achten. Das Evangelium sei keine Ideologie. Ideologien seien kalt. 

Den glaubwürdigen und maßgeblichen Zeugen erkenne man an seiner glücklichen und sanften Seele, an dem gelassenen und sanften Charakterzug, der von der Begegnung mit Jesus herrührt, an der aufrichtigen Leidenschaft, mit der er allen das anbiete, was er ohne Verdienst erhalten habe.

Wenn die Geburt Jesu in der Geschichte wie im Leben der Beginn der Freude sei, dann sei die Erfüllung der Freude sein Pascha-Fest. Das sähen wir in der wunderbaren Geschichte von Emmaus (vgl. Lk 24,13-35), die so schön zu lesen ist. Die Geschichte der beiden Jünger zeige, wie man in der Begleitung Jesu immer wieder von der Verzagtheit zur Osterfreude finden könne. Gerade in dieser besorgniserregenden Zeit, in der es an verschiedenen Stellen auch eine Glaubenskrise gebe, könne uns die gleiche düstere Stimmung, das Gefühl der Niederlage umfangen wie jene beiden, die traurig und entmutigt aus Jerusalem weggingen, Gefangene ihrer enttäuschten Erwartungen. „Auch uns könnte es manchmal so ergehen“, so der Papst. Emmaus zeige uns dagegen, „dass genau dort, wo alles vorbei zu sein scheint, mit dem auferstandenen Jesus die Freude wiedergeboren wird“.

Es sage uns, dass die Jünger die ersten seien, die evangelisiert werden, um Jesus als lebendige Person und nicht als ein bereits bekanntes Thema wiederzuentdecken. Die beiden Jünger, die vom Herrn geführt würden, der mit ihnen geht und ihnen die Heilige Schrift erkläre, fänden sich mit ihrem unreifen Glauben ab, mit einer irdischen Art zu glauben, die an weltliche Erfolgserwartungen gebunden sei. Doch dann, belebt durch die Begegnung mit Jesus, also durch sein Wort, das das Herz zum Brennen bringe, und durch seine Gegenwart der Liebe im gebrochenen Brot, „erheben sie sich innerlich und werden zu eifrigen Verkündern: ‚Sie brachen unverzüglich auf‘, sagt der Text, ‚und kehrten nach Jerusalem zurück‘“ (vgl. Lk 24,33): Die christliche Freude komme, wie zu erkennen sei, nicht von uns, „sie ist das Geschenk des Geistes des Auferstandenen“.

Daher seien wir Christen die ersten, die evangelisiert werden müssen. Inmitten des heutigen schnelllebigen und verwirrenden Klimas könnten auch wir uns dabei ertappen, wie wir den Glauben mit einem subtilen Gefühl der Entsagung lebten, in der Überzeugung, dass das Evangelium nicht mehr gehört werde und dass es sich nicht mehr lohne, es zu verkünden. Wir könnten sogar versucht sein, „die anderen" ihren eigenen Weg gehen zu lassen.

Stattdessen sei dies genau der richtige Zeitpunkt, um zum Evangelium zurückzukehren und zu entdecken, dass Christus immer jung und eine ständige Quelle der Neuheit sei. Wenn das Herz müde und der Horizont dunkel sei, so sei es Zeit für eine Begegnung mit Jesus, mit seiner schillernden Schönheit, die so leuchtend und inspirierend sei. Dann wollen wir, wie aus einem Instinkt heraus, dies den Menschen um uns herum mitteilen, denn „Jede echte Erfahrung von Wahrheit und Schönheit sucht von sich aus, sich zu verbreiten, und jeder Mensch, der eine tiefe Befreiung erfährt, erwirbt eine größere Sensibilität für die Bedürfnisse der anderen“ (ebd., 9).

So kehrte man, wie die beiden von Emmaus, mit dem Schwung eines dessen in den Alltag zurück, der etwas gefunden habe. Man entdecke, dass die Menschheit voller Brüder und Schwestern sei, die auf ein Wort der Hoffnung warteten: „Ja, das Evangelium wird auch heute erwartet: Die Menschen aller Zeiten haben es nötig, auch die Zivilisation des programmierten Unglaubens und der institutionalisierten Säkularität. Ja, vor allem die Gesellschaft, die die Räume des religiösen Sinns verwaist lässt. Dies ist der günstige Moment für die Verkündigung Jesu“.

Deshalb sagte Franziskus allen noch einmal: „Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Aus der Begegnung mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude. […] Ich lade jeden Christen ein, gleich an welchem Ort und in welcher Lage er sich befindet, noch heute seine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu erneuern“ (1.3). Er „ist der Anfang der Evangelisierung, die Quelle der Freude!“. Jesus sei ein Weggefährte, kein Programm.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, heute gedenkt die Kirche des heiligen Universalgelehrten, Dominikaners und Kirchenlehrers Albertus Magnus. Bitten wir ihn um seine Fürsprache, dass wir immer mehr dem Willen des Herrn entsprechen und ihn durch unser Leben verherrlichen.

Die Pilger und Besucher aus Polen grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Ich grüße die polnischen Pilger herzlich. Auch in eurer Heimat wird heute das Evangelium erwartet, und seine Verkündigung muss von konkreten Werken der Barmherzigkeit begleitet werden. Im Hinblick auf den Welttag der Armen ermutige ich euch, weiterhin dem Evangelium entsprechend großherzig gegenüber den Bedürftigen zu sein, insbesondere gegenüber den vielen Flüchtlingen aus der gequälten Ukraine. Von Herzen segne ich euch und die Menschen, denen ihr beisteht.

Foto (c) Vatican Media)

 


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Lesermeinungen

 ottokar 15. November 2023 
 

Stefan Fleischer, wir Recht Sie haben!

Immer, wenn ich das "Vater Unser" bete, stolpere ich über den Satz: "Dein Wille geschehe." Das setzt voraus, dass ich den Willen Gottes kenne, aber woher weiss die jüngere Generation noch, was der Wille unseres Herrn und Gottes ist? Kennt diese Generation noch die 10 Gebote , den Inhalt der Bergpredigt, weiss sie, was Sünde ist? Kontrolliert sie ihr Leben mittels Beichte? Hat sie noch kathechismusgetreuen Religionsunterricht gehabt? Ich fürchte nein, so wissen viele gar nicht mehr, was der Wille Gottes ist. Wie nur können wir solchen Mitmenschen helfen? Werden sie uns überhaupt glauben, was wir sagen?


0
 
 Stefan Fleischer 15. November 2023 

Für die Freude am Glauben aber

braucht es eine gründliche Kenntnis dieses Glaubens. Doch woher sollen die Menschen heute diese nehmen, wenn die Verkündigung derart im Argen liegt?


1
 

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