Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  2. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  3. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  4. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  5. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  6. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  7. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  8. Vatikan sagt für September in Rom geplanten Weltkindertag ab
  9. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  10. Schauspielerin Christina Applegate nennt Abtreibung ‚Mord‘ und ‚mein Kind töten‘
  11. Radikale Feministin Michelle Bachelet könnte nächste UN-Generalsekretärin werden
  12. Gleichgültigkeit und Dekadenz – Die größte Hoffnung für iranische und russische Diktatoren
  13. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  14. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  15. Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“

EKD-Mißbrauchskandal - und kein Aufschrei

22. Dezember 2022 in Deutschland, 25 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


EKD und Landeskirche Berlin-Brandenburg antworten auf kath.net-Presseanfrage – Die Vorwürfe des Zwischenberichts an evangelische Strukturen und Einrichtungen werden in vielen Medienberichten nicht genannt!


Berlin (kath.net) Im Zwischenbericht der Universität Hildesheim „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe – Aufarbeitung des organisationalen Verfahrens und Verantwortung des Berliner Landesjugendamtes“ finden sich aussageschwere Sätze nach der Zusammenfassung von Opferberichten: „Erzählungen wie diese machen deutlich, dass das Anliegen der Aufarbeitung nicht reduzierbar ist auf die Betrachtung von Kinder- und Jugendhilfestrukturen. Es wird deutlich, dass jene Netzwerke in Strukturen der evangelischen Kirche, u. a auch in Strukturen von Bildungseinrichtungen, hineinreichen und diese Stränge nicht losgelöst voneinander betrachtet werden können.“ „Die Hinweise der betroffenen Person im Interview“ bezögen sich dabei nicht nur auf eine evangelische Kirchengemeinde, „sondern gehen darüber hinaus“ (siehe kath.net-Artikel mit Link zum Zwischenbericht).

kath.net stellte daraufhin Presseanfrage an die Evangelischen Kirche in Deutschland, an die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg und an die Evangelische Landeskirche in Württemberg (die Württembergische Landeskirche wurde von uns zu Unrecht angefragt, wie sich in der Antwort herausstellte). Wir danken für die Antworten und dokumentieren sie im Wortlaut:

Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) antwortete eine Sprecherin: „In den 1960er bis 1990er Jahren trugen Personen wie Helmut Kentler sowie andere im Rahmen von reform- und sexualpädagogischen Diskursen zur Verharmlosung von Pädosexualität bei. Diese Diskurse wurden auch im Raum der evangelischen Kirche rezipiert und Diskursräume bereitgestellt. Die evangelische Kirche hat diese Problematik im Blick. Die EKD, die Landeskirchen und das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt haben bereits über weitere Schritte beraten. Die Verharmlosung von Pädosexualität in evangelischen Diskursen durch entsprechende Personen ist Teil der institutionellen Aufarbeitung sexualisierter Gewalt der evangelischen Kirche und der Diakonie. Aufarbeitung von und wirksamer Schutz vor sexualisierter Gewalt haben für die evangelische Kirche und ihre Diakonie Priorität. Wirksame Maßnahmen zur Prävention, Intervention, Aufarbeitung und Hilfe sind eine zentrale, bleibende Aufgabe für die EKD und für die 20 Landeskirchen. Weitere Informationen finden Sie unter www.ekd.de/missbrauch“


Für die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg antwortete die Pressereferentin Charlotte von Kielmansegg: „Uns liegen keine Vorwürfe dieser Art vor. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage: https://www.ekbo.de/service/hilfe-bei-missbrauch-und-missbrauchsverdacht/anerkennungskommission.html – Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat eine Anerkennungskommission zur Unterstützung für Betroffene von sexueller Gewalt und zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt eingerichtet. Wir unterstützen jegliche wissenschaftliche Aufarbeitung und sind an den Ergebnissen interessiert. Jederzeit können sich Betroffene an die Anerkennungskommission wenden und um Unterstützung bitten.“

Für die Evangelische Landeskirche in Württemberg antwortet der Sprecher der Landeskirche, Kirchenrat Dan Peter: „Selbstverständlich haben wir von den Vorwürfen gegenüber Helmut Kentler und seinen vielfältigen Vernetzungen quer durch Deutschland gelesen und gehört. Aber uns ist bis dato keine Beziehung zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg bekannt. Kann es sein, dass Sie aufgrund der Namensähnlichkeit einer Verwechslung erlegen sind? Martin Bonhoeffer, nicht der Evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer(1906-1945), ist Namensgeber der (reformpädagogischen) Einrichtung in Tübingen, die inzwischen kit jugendhilfe heißt. https://www.kit-jugendhilfe.de/einrichtung/martin-bonhoeffer-in-der-kritik - [Zitat ebenda:] Nach langer Krankheit und Tod von Martin Bonhoeffer, der von 1976 an Leiter der Einrichtung war, wurde diese 1991 in „Martin-Bonhoeffer-Häuser“ umbenannt. Nach wiederholt kritischen Anfragen an die Person Martin Bonhoeffers hinsichtlich seines Wirkens im Kontext der Missbrauchsskandale an der Odenwaldschule fand eine aktive Auseinandersetzung im Verein statt. In Folge hat die Mitgliederversammlung im Jahr 2019 beschlossen, den Namen abzulegen. Seit 1.10.2020 trägt die Einrichtung den Namen kit jugendhilfe. – Aber vielleicht irren wir und es gibt doch evangelische Bezüge. Dann bitten wir um Hinweise oder Aufklärung.“

Das Rauschen im Blätterwald über den aufschlussreichen Zwischenbericht der Uni Hildesheim blieb übrigens bequem überschaubar, die Rolle der (ausschließlich!) evangelischen Kirche allzu gern nicht benannt, siehe beispielhaft den Bericht in der „Süddeutschen Zeitung“: „Kriminalität – Berlin:Kentler-Missbrauchskandal: Studie bringt neue Erkenntnisse“ (Link zur SZ). Es stellt sich hier – übrigens nicht zum ersten Mal – die Frage, ob „katholischer Missbrauch“ mit deutlich strengerem Maßstab gemessen und medial gejagt wird als „evangelischer Missbrauch“, mit besonderer Steigerung bei lehramtstreuen katholischen Bischöfen (der Kölner Kardinal Rainer Woelki wird deutlich mehr gejagt als der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, obwohl sich ausgerechnet gegen Bode die Vorwürfe stapeln).

Abschließend unser Praxistipp an „wohlmeinende“ Journalistenkollegen: Falls Sie doch nicht umhinkommen sollten, über die  schwerwiegenden Vorwürfe des Zwischenberichts an evangelische Einrichtungen zu berichten, dann können Sie statt „Strukturen der evangelischen Kirche“ einfach auch nur „kirchliche Strukturen“ schreiben. Der brave, breit vor-„informierte“ Leser wird bereitwilligst „katholische“ Strukturen assoziieren.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  2. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  3. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  4. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  5. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  6. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  7. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  8. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  9. Visitation im Stift Heiligenkreuz abgeschlossen
  10. Nicht Erinnerung, sondern Gegenwart - Ostern im Riss der Zeit
  11. Vatikan sagt für September in Rom geplanten Weltkindertag ab
  12. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  13. Sieg der „rebellischen Nonnen“
  14. Weltweit gibt es 1,42 Milliarden Katholiken
  15. Das Licht der Osternacht und der Weg der Versöhnung

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz