Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  8. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  11. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  12. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort
  13. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  14. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  15. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark

Halali, die Wildsau ist tot!

10. Mai 2022 in Kommentar, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Veränderung der Kirche ist nicht "Botschaft des Evangeliums" - Ein Kommentar von Franz Norbert Otterbeck


Köln (kath.net)

G.W.F. Hegel philosophierte gern mit Hilfe des Genitivs, objektiv, subjektiv, zur "Anstrengung des Begriffs". In die doch schon recht abgegriffenen Argumentationsmuster moderner Kirchenführer (m/w/d) hat sich immer mehr eingeschlichen, vom Evangelium an sich die "Botschaft des Evangeliums" abzuschichten. Angeblich erleichtert es das Begreifen sehr, dessen, um was es in der Kirche geht. Man kann so nämlich beliebige Stichworte auf das Evangelium zurückführen. Dialog, Engagement, Humanität. Oder auch nur: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität. Die Siegesnachricht von Ostern braucht dann gar nicht mehr so genau auf das Ereignis vom 9. April 30 bezogen zu werden. Die Zeitenwende ist ja sowieso nicht mehr einmalig, vor Christus-nach Christus, sondern bald alle 14 Tage neu. In aller Bedrängnis hilft der Glaube? "Wer glaubt, ist nicht allein." Dieses einzige Wort von Benedikt XVI., das auch seine Feinde unter den deutschen Bischöfen noch bisweilen zitieren, benannte eine objektive Realität. Gott ist da, Gott ist nah. Jeder stirbt für sich allein, doch im Tod wartet Christus als Liebe auf uns. Das ist das Evangelium. Man kann es aber auch umdeuten: Die große Autosuggestion hilft mir in der Bewältigung der Vergeblichkeit des Daseins. "Glaube nur!" Dann fühlst Du Dich schon ein bisschen österlich, auch wenn keiner weiß, ob Du die Wette gewinnst. Die Kirche Christi behauptete dereinst, mit unerschütterlichem Anspruch, gesandt zu sein, um die Wahrheit über Welt und Denken den Menschen tatkräftig und wirksam mitzugeben, zum Heil ihrer Seelen, aber auch zu ihrem lebzeitigen Wohl. Zumindest in den vom "deutschen Idealismus" im weitesten Sinne kontaminierten Regionen kann davon nicht mehr die Rede sein. Hier ist seit geraumer Zeit stattdessen die "Veränderung der Kirche" das zentrale Thema. Als ob es außerhalb der konfessionellen Beschäftigungsverhältnisse jemals irgendjemanden beeindrucken könnte, dass diese Institution es neuerdings als ihre Aufgabe begreift, sich selbst in ihrer Identität zu vernichten. Das täte nicht einmal die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben.


"Wenn wir dann ganz anders geworden sein werden, dann interessiert die 'Botschaft des Evangeliums' wieder." Ernsthaft? Wen? Die Umdeuter selber? Das Eingeständnis, dass in der Kirche, besonders in ihrem hypertrophen Apparat, sehr viel anders laufen muss, erspare ich mir näher auszuführen. Es ist allzu selbstverständlich, beginnt allerdings mit der Bekehrung der Herzen.

Das war auf kath.net und anderswo schon des öfteren zu lesen, muss aber immer wieder wiederholt werden. Denn die machtverwöhnten Adressaten unserer Kritik leben abgeschottet in ihrer Sonderwelt, blind und taub für die "Zeichen der Zeit", die nämlich andere sind, als ihnen in ihrer zeitgeistkonformen Ausbildung eingetrichtert wurde. Die zivilisatorische Sprengkraft der "sexuellen Revolution" muss angeprangert, nicht aber die Moral Jesu Christi daran angeglichen werden. Die Umwertung der Werte muss beim Namen genannt, nicht aber die Diktatur des Relativismus als Epochenwandel gefeiert werden. Die Abtötung der Liturgie muss durch eine Erneuerung ihrer selbst aus der eigenen Tradition abgewendet werden, anstatt ihr Sterbehilfe zu leisten mit platter Poesie und plumper Effekthascherei. Die Botschaft des Evangeliums ist das Evangelium selber, in persona Christi. Nichts sonst und niemand anders.

Sacramentum mundi. Das sollte die Kirche sein, wie sie uns das jüngste Konzil von Neuem vor Augen stellte, nicht aber als "Neue Kirche", schon gar nicht als Deutsche Kirche. Verkehrte Welt. Um das offene Schisma zu vermeiden, soll "Rom" einfach ausführen, was man sich in Limburg oder Frankfurt so ausdenkt. Hier hilft wohl nur noch, dass die Geldsäcke der deutschen Kirche immer schneller löchrig werden und der Zaster vom Winde verweht ... Das Evangelium des "Synodalen Wegs" wird aber immer lauter hinausgebrüllt: Glaubt doch, was ihr wollt. Aber lasst uns bitte, bitte das Geld!

 

Ob Frau Stotter-Karg das Jagdhorn blasen kann, das weiß es nicht. Einige Flötentöne traue ich der alten Dame vom ZdK noch zu. "Fremd, kontaktlos und aus der Zeit gefallen..." So nennt sie die Kirche. Aber es kann kein anderer sein als Satan selber, der das 'Große Halali' auf die Kirche in Deutschland anstimmt. "Die Wildsau ist tot!" Die Kirchenleute heute sind selber davon überzeugt, dass sie die Nation von der Kirche erlösen müssen, anstatt durch Christi Werk und Wirkung die Welt von der Sünde heimzuführen zu Gott. Wer hat sie davon überzeugt? Manche Totgesagte leben länger, jedenfalls die apostolische, römische Kirche als die Braut Christi. Um einen unendlichen Preis hat er sie sich erworben. Sie erweckt der Auferstandene im Heiligen Geist immer wieder zu Leben. Nicht unbedingt in der Heimat des fatalen Deutschtums, eher schon in Rom, der ewigen Stadt, dem Erdkreis zum Segen.

 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  11. Ein Frühstück für den Verleugner
  12. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  13. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  14. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  15. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz