Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  5. Der anderskatholische Papstkritiker
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Drei Stunden im Fegefeuer
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

Papst Franziskus: Kardinal Müller ist ein „Meister der katholischen Lehre“

3. März 2022 in Aktuelles, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Denkbar hohes Lob von Papst Franziskus für den emeritierten Präfekten der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller! - Mit Foto des Originals des Papstbriefes!


Vatikan (kath.net/pl) Denkbar hohes Lob von Papst Franziskus für den emeritierten Präfekten der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller! In einem sehr persönlichen Antwortschreiben auf einen Brief des Kardinals nennt Papst Franziskus Kardinal Müller einen „Meister der katholischen Glaubenslehre“.

kath.net dokumentiert beide Briefe in eigener Übersetzung (Originalsprache spanisch) – © für die Übersetzung: kath.net/Petra Lorleberg

Der Brief von Papst Franziskus (Foto des Originalbriefes: siehe ganz unten):

Seiner Eminenz
Herrn Kardinal Gerhard Müller, Rom
Santa Marta, den 6. Februar 2022,

Lieber Bruder,

Vielen Dank für Ihren Brief von gestern. Danke für Ihre genaue und präzise Reflexion, die einem Meister der katholischen Glaubenslehre entspricht.

Auch danke für Ihr eindeutiges Urteil über den Gnostizismus. Es stimmt: er dringt in viele Bereiche des Lebens der Kirche ein, besonders in „Schulen“ der Spiritualität, die vorgeben, die Nachdrücklichkeit der katholischen Klassiker erneuern zu wollen.

Ihr Kommentar gibt mir Anlass zu einer Frage. Warum schreiben Sie nicht ein Buch über die verschiedenen Ausdrucksformen des Gnostizimus? Ich kann Ihnen versichern, dass es sehr gut wird.


Ich bete für Sie und vergessen Sie bitte auch nicht für mich zu beten.
Jesus segne Sie und die heilige Jungfrau beschütze Sie

Mit brüderlichen Grüßen
Franciscus

Dieser Brief von Papst Franziskus war die Antwort auf einen Brief von Gerhard Kardinal Müller. Der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation hatte zuvor dem Papst geschrieben:

An Seine Heiligkeit Papst Franziskus
Rom

Heiliger Vater, lieber Bruder in Jesus Christus,

In Ihrer Eigenschaft als oberster Lehrer des Christentums haben Sie den heiligen Irenäus von Lyon zum Kirchenlehrer erklärt.

Mit dieser großen Geste wird Ihr Pontifikat für immer auf die positivste Weise in der Geschichte der Kirche verbunden sein. Mit seinem Ausdruck (besser: Lehre?) der katholischen Hermeneutik mit den drei Prinzipien der Heiligen Schrift, der Apostolischen Tradition und des Kirchlichen Lehramtes der Bischöfe in der Apostolischen Sukzession wurde der heilige Bischof von Lyon zum Vater der katholischen Dogmatik:

„Hac ordinatione et successione ea quae est ab apostolis in ecclesia traditio et veritatis praeconatio pervenit usque ad nos. Et est plenissima haec ostensio, unam et eandam vivificatricem fidem esse quae in ecclesia ab apostolis usque nunc sit conservata et tradita in veritate.“ (Adversus haereses III 3,3 – „In dieser Ordnung und Reihenfolge ist die kirchliche apostolische Überlieferung auf uns gekommen, und vollkommen schlüssig ist der Beweis, daß es derselbe Leben spendende Glaube sei, den die Kirche von den Aposteln empfangen, bis jetzt bewahrt und in Wahrheit uns überliefert hat.“).

Das konkreteste Kriterium der vollen Übereinstimmung mit der göttlichen Offenbarung in der kirchlichen Tradition ist die Anerkennung der römischen Kirche als Stiftung der Apostelfürsten Petrus und Paulus: „ad hanc enim ecclesiam propter potentiorem principalitatem necesse est omnem convernire ecclesiam, hoc est eos qui sunt undique fideles, in qua semper ab his qui sunt undique conservata est ea quae est ab apostolis traditio.“ (Adversus haereses III, 3, 2 – Mit der römischen Kirche nämlich muß wegen ihres besonderen Vorranges jede Kirche übereinstimmen, d. h. die Gläubigen von allerwärts, denn S. in ihr ist immer die apostolische Tradition bewahrt von denen, die von allen Seiten kommen.“).

Unser neuer Doctor ecclesiae besiegte die Gnosis, die Mutter aller Ketzereien. Der Gnostizismus – in ihren seinen historischen und modernen Varianten – ist der Versuch, den menschlichen Geist über Gottes Vernunft zu stellen (vgl. Adversus haereses I, praefatio). Und deshalb ist er noch zerstörerischer als der Pelagianismus, der nur glaubte, den menschlichen Willen zum Maßstab des göttlichen Willens machen zu können.

Im Gegenteil, Gott beruft uns dazu, mit unserem Verstand und Willen am Bau seines Reiches der Liebe in Wahrheit und Freiheit mitzuarbeiten.

Ich drücke Ihnen meine Dankbarkeit aus für Ihre großartige Initiative und verspreche Ihnen meine täglichen Gebete.

Gerhard Card. Müller

Großer kath.net-Buchtipp:
Gerhard Kardinal Müller:
Was ist katholisch?
Hardcover, 320 Seiten
2021 Herder, Freiburg
ISBN: 978-3-451-39074-6
Preis Österreich: 24,70 Euro

Mehr dazu auf kathtube:


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  3. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  4. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  5. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  6. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  7. ‚Lieber ein ‚Fanatiker‘ als ein Verräter für Kataris und Dschihadisten‘
  8. Benedikt XVI.: „Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod?“
  9. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen
  10. Der unbekannte Bekannte: St. Martin
  11. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  12. Allerheiligen oder Heilige für alle?
  13. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni
  14. „Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar“
  15. „Wenn Gott uns erschaffen hat, so bedeutet dies, dass Er einen Plan für unser Leben hat“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz