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Vom Herbst und Heiligsein

28. Oktober 2020 in Jugend, 6 Lesermeinungen
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Der Herbst ist eine Zeit des Vorbereitens, des Erwartens auf den Winter. Wie bereiten wir uns seelisch auf die immer wiederkehrenden kalten Zeiten im Leben vor? - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Dubravka Krizić


Linz (kath.net)

Der Sommer ist nun endgültig vorbei. Der Herbst hat seine Wurzeln geschlagen und das Gemüt geht wohl Hand in Hand mit diesem Spiel der Natur. Als Gott die Welt erschuf hat er doch sicherlich an diese Dinge gedacht: Wie die Natur einschläft und wiedererwacht, wie sie sich auf warme und wie sich auf kalte Zeiten vorbereitet, so bereitet sich auch unsere Seele auf die Hürden und Täler des Lebens vor. Der Herbst ist eine Zeit des Vorbereitens, des Erwartens auf den Winter. Wie bereiten wir uns seelisch auf die immer wiederkehrenden kalten Zeiten im Leben vor?

Der Oktober bietet hier wohl eine gute Stütze, denn es ist der Monat, in dem wir besonders vieler Heiliger gedenken: er beginnt mit der Kleinen Theresa vom Kinde Jesu, gefolgt von dem Heiligen Franziskus (04.10.), dem Heiligen Johannes XXIII (11.10.), der Heiligen Theresa von Avila (15.10.), der Heiligen Margherita Maria Alacoque (16.10), dem Heiligen Ignatius von Loyola (17.10), dem Heiligen Lukas (18.10), dem Heiligen Johannes Paul II (22.10.) und schließlich am heutigen Tag von den Heiligen Aposteln Simon und Judas Thaddäus. Diese und andere Heilige haben uns in diesem letzten Monat begleitet. Eine bessere Stütze zur Vorbereitung auf den Winter kann es wohl nicht geben.

Und obgleich dieser guten Stütze ist das Leiden der Seele nicht so einfach. Es kommt dann schon die Frage auf, welchen Unterschied wir in diesen Heiligen sehen, die doch auch Menschen aus Fleisch und Blut waren, geboren wie jeder von uns mit der Erbsünde. Was unterscheidet sie von den „gewöhnlichen“ Christen zu denen auch wir uns vielleicht zählen? Irgendwie haben sie es geschafft aus dem gewöhnlichen Gottesglauben hinauszugehen und in eine wirklich tiefe und intime Beziehung zu Gott einzutreten. Es hängt sicherlich nicht nur von uns ab: Gott selbst gibt dem Menschen die Gnade Ihm nahe zu sein, und die Gabe und Kraft an Ihn zu glauben. Aber wenn Gott die Gabe des Glaubens schenkt, dann erwartet Er auch, dass der Mensch mit diesem Glauben umgeht wie mit einem Geschenk. Für ein Geschenk zeigt man Dankbarkeit, man pflegt es, man stellt es an einen sicheren und sichtbaren Platz, man behütet es. Tut dies der gewöhnliche Christ mit seinem Glauben? 


Ein Mensch, der heilig lebt, denkt und handelt und atmet aus seinem Glauben heraus. Er denkt nicht mehr weltlich. Er lehnt sich nicht an Dinge, die vergänglich sind und das Leiden ist eines dieser Dinge. Wenn wir uns das Leben dieser Heiligen anschauen, dann merken wir, dass ein heiliges Leben kein Leben ohne Leiden ist. Doch ist es eher umgekehrt: je höher man die Treppe zum Heiligsein hochsteigt, desto steiler und enger werden die Stufen. Denn wie Jesus selbst sagt: „Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen.“ Lk 12, 48

Die Heiligen unterscheiden sich also von dem gewöhnlichen Christen nicht in der Schwere des Kreuzes, das sie zu tragen haben, sondern eher wie sie dieses Kreuz tragen. Das Leid gehört zu den vergänglichen Dingen des Lebens, denn im ewigen Leben, an das wir glauben, gibt es kein Leid. Dinge die vergänglich sind sollten wir die entsprechende Bedeutung zuschreiben, nämlich dass sie vergehen werden. Das Leiden, wie der Blätterfall im Herbst, ist ein Übergang und eine Vorbereitung. Vielleicht sogar ein Schutz vor dem kalten Winter. Die Blätter fallen vom Baum, damit die Kälte des Winters den Baum nicht vernichten kann. Das Leiden, wenn man es mit Glauben trägt, ist ein Schutz vor der Falle des Teufels. Denn wenn wir leiden sind wir vollkommen schwach und wenn wir vor Gott in unserer Schwäche stehen, dann wird Er in uns stark (2 Kor 12). Wenn wir jedoch denken stark zu sein, dann kommt Hochmut und Stolz in unser Herz und Gott findet keinen Platz in solch einer Seele, denn wir glauben an unsere eigene Stärke und vertrauen nicht auf Seine.

Der Heilige Augustinus schreibt in seinem Brief an die Witwe Proba: 

„In diesen Qualen, die helfen oder schaden können, wissen wir daher nicht, um was wir bitten sollen, damit unser Gebet so ist, wie es sein sollte. Da es sich jedoch um harte, bittere Prüfungen handelt, gegen welche sich die Feinfühligkeit unserer Natur sträubt, beten wir mit dem Wunsch, der allen Menschen gemeinsam ist, dass diese [Qualen] von uns ferngehalten werden. Aber Gott, unserem Herrn, müssen wir diesen Liebesbeweis geben: das heißt, wenn Er diese Prüfungen des Leidens nicht entfernt, dann dürfen wir nicht denken, dass wir von Ihm vernachlässigt werden, sondern wir müssen auf größere Güter hoffen mit einer heiligen Ausdauer des Bösen. So wird die Tugend in der Schwäche vervollkommnet.“ (14, 26)

Es ist der größte Liebesbeweis Gott Vertrauen zu schenken in Zeiten des Leidens, wenn sich die eigene menschliche Natur gegen die Schwere des Kreuzes sträubt. Wenn Gott gut ist, dann möchte Er nur Gutes für seine Geschöpfe. Wenn Er das Leid also zulässt, ist es einzig und allein um eines größeren Gutes Willen, dass uns erwartet. Und darin liegt der wahre Glaube. Dreimal hat der Heilige Paulus den Herrn angefleht, dass der Bote Satans von ihm ablasse und der Herr antwortet: „Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet.“ Und Paulus sagt: „Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.“ (2 Kor 12, 9) Das ist die Antwort eines Menschen, der heilig lebt, der intim ist mit Gott, der Ihn wirklich liebt. Gott stellt unsere Liebe zu Ihm auf die Probe, um zu sehen ob sie wahr ist; und das Leid ist hiermit zugleich eine Prüfung und ein Liebesbeweis.

Das ist was uns von diesen Heiligen unterscheidet: sie haben ihre Liebe zu Gott durch das Kreuz bewiesen. Und doch, wenn wir uns selbst zu den „gewöhnlichen“ Christen zählen, dann, denke ich, machen wir irgendwas falsch. Denn Gott hat niemanden erschaffen um „gewöhnlich“ zu sein. Christus hat uns aus dem Schlamm gezogen um uns reinzuwaschen, um aus uns reine Diamanten zu machen, die Ihm ähnlich sind, die Ihn nachahmen. Wer Christus folgt, ist Ihm ähnlich, und wer Ihm ähnlich ist, ist nicht gewöhnlich. Jeder einzelne von uns ist berufen heilig zu sein und diese Liebe zu Gott durch sein Leben unter Beweis zu stellen.

Auch das Fest der Allerheiligen steht vor der Tür, an dem wir besonders allen diesen außergewöhnlichen Nachahmern Christi gedenken wollen, auf deren Weg auch wir uns aufmachen sollten. Es beginnt mit dem Herbst, in dem wir Abschied nehmen vom Vergangenen, wie der Baum von seinen Blättern. Gefolgt von dem weißen Schnee, zu dessen Reinheit Christus unsere Seele erkoren hat. Bis endlich wieder Knospen in unserer Seele aufblühen können so wie die Natur sich mit Blumen bekleidet. Und schließlich der Sommer, in dem alles erwärmt wird von Seinem Licht. Sein Licht, dass wir für Ihn bis ans Ende der Welt tragen sollen, denn „einst waren wir Finsternis, jetzt aber sind wir Licht im Herrn.“ (Eph 5, 8)


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Lesermeinungen

 J. Rückert 29. Oktober 2020 
 

Allzeit Früchte bringen

Gibt es einen Religionsdarwinismus? Wer die Prüfung(en) / den Klimawandel nicht besteht wird "ausgesondert"?
Als der Feigenbaum keine Frucht trug, obwohl es nicht die Zeit der Feigen war, wurde er von Jesus verflucht. Soll uns das nicht sagen, dass wir allezeit Früchte bringen müssen? Wer sein Leben in immer neuen Vorbereitungen verbringt, hat der es nicht verloren?


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 Diadochus 29. Oktober 2020 
 

@Stefan Fleischer

Danke für Ihre Gebetserfahrungen. Vieles, was als Kind und Jugendlicher eingeübt wird, wird wieder vergessen, aber die Erinnerung daran bleibt bestehen. Das war auch bei mir so. Ein kleiner Bruch im Leben, ein Schlüsselerlebnis, und alles ist wieder präsent. Beim Rosenkranzbeten legt uns die Muttergottes ihr kleines Jesuskindlein, Jesu Liebe, ins Herz hinein. Wir spüren den Frieden. Wer davon gekostet hat, der ist erfüllt mit Sehnsucht. Das demütige Gebet macht das gewöhnliche außergewöhnlich. Ohne den Rosenkranz kann keiner heilig werden. Alle Heiligen dürften ihn gebetet haben. Beten und vertrauen wir.


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 Stefan Fleischer 29. Oktober 2020 

@ Veritatis Splendor

Nur eine kleine Erfahrung von mir:
Im Internat MUSSTEN wir den Rosenkranz beten. Aber meine Liebe zu diesem Gebet kam viel später. Es war mein Schatz (meine Frau) welche mich zum "lebendigen Rosenkanz" überredete. Einen Zehner pro Tag, ihr zuliebe, dass sollte ich doch noch fertigbringen. Ich habe es fertiggebracht. Ja damit lernte ich erst, ihn wirklich zu beten, auch wenn ich auch heute noch lange nicht ein guter Beter bin. Aber Übung mach den Meister. Und jedes positive Erlebnis damit fördert den «Hunger» darnach. Heute ist es einiges mehr geworden. Der Rosenkranz ist ständig bei mir. Wenn ich dann doch immer wieder einmal aufgeben möchte, dann weiss ich aus Erfahrung, dass aus dem Tief auch wieder ein Hoch werden wird. Und wenn es mir eigentlich nur sehr selten gelingt, ihn so zu beten wie die grossen Heiligen, so weiss ich, dass vor Gott nicht die Leistung sondern das Bemühen zählt.


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 Diadochus 28. Oktober 2020 
 

Heiligkeit

"Wer Christus folgt, ist Ihm ähnlich, und wer Ihm ähnlich ist, ist nicht gewöhnlich." Ja, wir Christen sind außergewöhnlich. Ja, der Herbst lädt dazu ein, unser altes Kleid abzulegen, und Christus anzuziehen, damit auch wir heilig werden, weiß wie Schnee. "Denn Gott hat niemanden erschaffen um „gewöhnlich“ zu sein." Ja, die Heiligen mögen uns immer wieder dazu anspornen. Unser Licht möge leuchten in der Finsternis.


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 Veritatis Splendor 28. Oktober 2020 

Ganz einfach: ROSENKRANZ beten!

Das hilft immer!!! Der Oktober lädt uns explizit dazu ein :-)


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 Stefan Fleischer 28. Oktober 2020 

Aus meiner Sicht

ist der Monat Oktober noch in einem anderen Sinn von grosser Bedeutung für unseren Lebensweg mit Christus. Es ist einer der beiden Marienmonate im Jahr, welche uns immer wieder an die alte Weisheit erinnern wollen: «Per Mariam ad Jesum» durch Maria zu Jesus. Die moderne Theologie hat zwar diesen Gedanken in die Rumpelkiste der Volksfömmigkeit entsorgt. Doch eine marianische Frömmigkeit ist und bleibt ein Gegengewicht gegen den kopflastigen Aktionismus gerade von heute. Durch den Gedanken der Mittlerschaft der Mutter findet man viel leichter zur Mittlerschaft Christi, zum Verständnis für das Kreuzesopfer des Herrn, zu Dankbarkeit für unsere Erlösung. «Lasset die Kleinen zu mir kommen» sagt der Herr. Eine marianische Frömmigkeit hilft uns zu jener kindlichen – nicht kindischen – Beziehung zu Gott, mit welcher sich die ganze Grösse und ganze Nähe als ein untrennbares Ganzen besser erfassen lässt als mit den schönsten Theorien.


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