Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  4. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  5. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  12. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  13. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  14. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  15. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“

Was für ein Desaster!

28. September 2020 in Aktuelles, 48 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Zen in Rom: ‚Ich habe um eine Audienz bei Franziskus gebeten, aber aus Santa Marta nicht einmal ein Wink’. Eine denkwürdige Geschichte. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Ein achtundachtzigjähriger Kardinal – „persona non grata“ in Santa Marta. An und für sich eine traurige Geschichte, die jedoch auch emblematisch ist. Der Journalist und Publizist Aldo Maria Valli konnte mit ihm nach seinem viertägigen, ergebnislosen Aufenthalt in Rom reden. China liegt nicht hinter der Ecke, und eine „Pandemie“ soll es ja auch geben. Und dennoch... Aber hören wir, was ein historischer Kardinal und emeritierter Erzbischof von Hongkong zu sagen hat.

 

****

 

„Was für ein Desaster!“ – der Kardinal schüttelt den Kopf und erhebt die Augen zum Himmel, als wolle er sagen: „Herr, warum lässt du das alles zu?“. Aber er ist nicht traurig oder entmutigt. Im Gegenteil, er ist kämpferischer denn je.

 

Kardinal Zen, der im vergangenen Januar achtundachtzig Jahre alt wurde, hat immer die gleiche jugendliche Ausstrahlung. Sein Gehör lässt nach, und auch seine Beine funktionieren nicht mehr so gut, aber der Schwung ist derselbe geblieben wie eh und je.

 

Wir sehen uns in Rom, in den letzten Stunden seines kurzen Aufenthalts (hundertzwanzig Stunden, so viele, wie ihm von den Behörden Hongkongs gewährt wurden), motiviert durch den Wunsch, den Papst zu treffen. Aber aus Santa Marta – für den alten Kardinal nicht einmal ein Wink, nicht einmal ein Gruß. So gab Zen einem der Sekretäre von Franziskus einen Brief, in dem er sich mit der Frage des neuen Bischofs von Hongkong befasste. „Seit nunmehr mehr als anderthalb Jahren“, so Zen, „sind wir ohne Bischof. Es gab die Idee, den Weihbischof Joseph Ha zu ernennen. Jetzt steigen stattdessen die Quoten von Monsignore Peter Choy, einem der vier Vikare, der Peking zu nahe steht. In dem Brief warne ich den Papst: die Ernennung von Choy wird eine Katastrophe sein. Ich blieb für die erlaubte Zeit, aber nicht einmal ein Wink aus Santa Marta“.


 

Sehr deutlich erwähnt Kardinal Zen auch das noch immer geheime Abkommen zwischen Peking und dem Heiligen Stuhl, das vor einigen Tagen ausgelaufen ist. „Unvorstellbar“, sagt er, „dass es selbst für diejenigen, die sich mit diesen Problemen befassen, geheim geblieben ist. So kann man nicht verfahren“. „Doch in Peking“, fügt er hinzu, „wollen nicht alle eine Ratifizierung. Es gibt eine Komponente der Partei, die keine Abkommen wünscht: es sind die härtesten, jene, nach denen die Kirche einfach kontrolliert und, wenn nötig, zerschlagen werden muss, ohne Abkommen jeglicher Art. Xi Jinping hat viel Macht, aber auch viele innere Feinde: da hört der Bandenkrieg nie auf“.

 

„Der Gedanke, mit Peking Vereinbarungen zu treffen, ist Wahnsinn. Man macht keine Geschäfte mit dem Teufel. Man kämpft einfach gegen den Teufel! Die Kirche nimmt keine Befehle von Regierungen entgegen, und das gilt überall“.

 

Geistreich, brillant, aufrichtig – Kardinal Zen spricht mit Freiheit und Kompetenz. Eine Ehre, ihn wieder einmal getroffen zu haben. Ein unbeugsamer Verteidiger des Glaubens und der Kirche. Heute Morgen (am Sonntag, den 27. September) ist er bereits nach Hongkong abgereist.

 

Aldo Maria Valli

 

****

 

Auch der Vatikanist Marco Tosatti hatte die Gelegenheit, ein paar Worte mit dem Kardinal zu wechseln, für den es nicht möglich war, in vier Tagen einen Termin mit ein paar Minuten in Santa Marta zu organisieren. Auch wenn man von einem Ende der Welt zum anderen reist, noch dazu in dieser Zeit der globalen Krise mit allen Hindernissen... nun denn. Zen erklärte gegenüber Marco:

 

„Ich kam mit einem Brief an den Heiligen Vater, um ihm zu sagen, dass, wenn dies der Fall sein sollte, es eine Katastrophe für die Kirche in Hongkong sein wird, eine Katastrophe für Jahrzehnte. Ich habe ihm gesagt, dass ich drei bis vier Tage hier bin, falls er mich anrufen will... aber ich bin nicht angerufen worden. Ich übergab den Brief, den ich für den Papst schrieb, seinem persönlichen Sekretär, Gonzalo Aemilius...

 

Ich verstehe, sie müssen sehr beschäftigt sein...

 

Ich habe vier Tage gewartet, dass ich angerufen werde, aber ich wurde nicht angerufen.

 

Dann reise ich heute ab.

 

Es wäre schrecklich, wenn sie Peter Choi tun würden.

 

Es ist lächerlich, dass er den Vorzug findet, nur weil er Peking gefallen würde. Peking ist ein Tyrann“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kardinäle

  1. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  2. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  3. Papst will mit Kardinälen über Kommunikation der Kirche sprechen
  4. Irakischer Patriarch Sako tritt zurück
  5. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  6. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  7. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  8. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  9. Papst Leo eröffnet das Konsistorium: „Einheit zieht an, Spaltung zerstreut“
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  2. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  3. Belgien: Anteil der Euthanasiefälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt
  4. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. Patrozinium im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind
  7. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  8. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  9. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  10. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  11. Apostolisch und nix anderes
  12. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  15. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz